Ralf Splitthoff backt für den Heimatverein Neuenburg Brot und Kuchen im historischen Steinofen.
Herr Splitthoff, heute schiebt jeder seinen Kuchen in den Backofen, wie ging das vor der Elektrifizierung?
SplitthoffDa wurde im Steinbackofen gebacken. Es gab meistens einen im Dorf, den sich dann alle geteilt haben. Bei der Rauchkate in Neuenburg haben wir auch einen, den wir regelmäßig befeuern. Er wird einen Tag vorher angeheizt. Am Backtag wird dann die Asche rausgenommen. Wenn ich ihn mit einem nassen Lappen auswische, sieht man daran, wie schnell das Wasser verdunstet, wie viel Grad der Ofen hat. Meistens sind es 340 Grad. Zuerst backen wir Brot und wenn er abgekühlt ist, den Kuchen.
Heute machen Hefe und Backpulver Brot und Kuchen locker, wie hat man das früher hinbekommen?
SplitthoffAls Erstes gab es Sauerteig, bei dem Mikroorganismen Gärprozesse in Gang setzen und den Teig aufgehen lassen. Später kam die Hefe. Hefepilze zersetzen die im Mehl enthaltene Stärke und produzieren Kohlendioxid. 1833 machte Justus Liebig eine entscheidende Entdeckung. Er fand heraus, dass Natron unter Beigabe von Weinstein-Kaliumbitartrat ähnlich wie Hefe den Teig auflockerte, ohne dabei Mehl zu zersetzen. Das war die Geburtsstunde des Backpulvers.
