Betrifft: „Bürger laufen Sturm gegen Baugebiet“, NWZ vom 24. Juni

Als Zeitzeuge möchte ich den Damen und Herren des Bockhorner Gemeinderates und der Verwaltung eine kleine Lektion in Bockhorner Baugeschichte erteilen. In diesen Gremien sind erwiesenermaßen Bildungsdefizite vorhanden. Das offenbarte sich auf der letzten Bau-, Planungs- und Umwelt-Ausschusssitzung. Die 23 Häuser in vier gleichen Bauformen der Siedlung „Vor der Burg“ wurden 1976/77 von einem niederländischen Investor auf der Industriebrache der ehemaligen Lauwschen „Preußischen Ziegelei“ als Anlieger an der Steinhauser Straße in kurzer Zeit hochgezogen. Um das Gebiet war zu der Zeit nur die Villa der Ziegeleibesitzer, zwei kleinere Wohnhäuser und die alte Bockhorner Molkerei vorhanden. Durch die ca. eineinhalbjährigen Baumaßnahmen „durch Lärm, Staub und sonstige Bauemissionen“ wurden nicht viele Bockhorner Bürger belästigt. Nach Bauende stand die Bockhorner „Geistersiedlung“ mehrere Jahre als Investitionsruine leer. Erst in der ersten Hälfte der 1980er Jahre zogen die ersten Immobilienkäufer ein. Einige davon leben noch heute dort. Die Spekulation aus Bockhorner Rat und Verwaltung, dass der damalige Bauvorgang Bockhorner Anwohner längerfristig belästigt habe, wie von der „Lehmgärten“-Bebauung zu erwarten, ist also eine unfaire Behauptung der Baulobby gegen die vor 40 Jahren nach Bockhorn aus dem Umland „migrierten“ Bockhorner „Neubürger“. Die haben damals die Kommune aus einem kritischen Wohnbauüberschuss gerettet und es auf Ziegeleischutt und Bockhorner Müll bis heute ausgehalten.

Klaus Böttcher, Bockhorn

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Als wir im Jahr 2010 ein Grundstück an der Rosenstraße erworben haben, wurde uns vom damaligen Bürgermeister die Garantie gegeben, dass es sich bei der Weide hinter unserem Grundstück nicht um Bauerwartungsland oder Bauland handelt und dass dort in den nächsten 20 Jahren nicht gebaut wird. Ohne das Versprechen hätten wir nie dieses Grundstück gekauft.

Der jetzige Bürgermeister gab uns die Zusage, dass hinter unserem Grundstück ein Lärm- und Sichtschutz entsteht. Nun gibt es kein Wort darüber.


Es werden Häuser gebaut, die weder im Baustil noch der Fassade nach (Rotklinker) zum Dorfcharakter gehören und sogar Zweigeschossig werden dürfen. Durch die Neubauten Steinhauserstraße Ecke Ahornstraße, Lange Straße Ecke Steinhauser ist der Charakter des typischen Dorfes dieser Gegend bereits gestört worden, da es sich um Flachdachhäuser handelt und statt Rotklinker dunkelrot bis schwarzer Klinker verwendet wurde.

Hier wohnen wir bisher am Dorfrand mit ländlichem Ausblick nach über 50 Jahren Großstadt und Lärm. Hier gibt es dann keine Rehe mehr, keine Igel, keine Fasane, dann herrschen hier Lärm und Dreck und vernichten die Natur, Ruhe und den ländlichen Charakter nachhaltig.

Wenn das Nachhaltigkeit sein soll, können wir darauf verzichten. Bei der gesamten Planung ist bei unserem Bürgermeister und der Gemeinde dem Wunsch der Bevölkerung absolut nicht entsprochen worden und auch die Versprechen werden einfach missachtet.

Hier wird nur der Geldgier nachgegangen und nicht dem Bürgerwillen.

Bernd und Frank Schmidtke, Bockhorn