Zetel - Es war ein kalter Wintertag im Januar 2014, als sie sich dazu entschied, aus dem Rheinland nach Zetel umzuziehen. Elisabeth Balkow – von allen liebevoll „Betty“ genannt – ist eine lebhafte Dame mit einem Lächeln, das die Herzen der Menschen erwärmt.
In ihrer früheren Karriere war sie Sekretärin gewesen und führte später sogar ein eigenes Geschenkartikelgeschäft. Doch fand sie schließlich im Ruhestand keine Ruhe, sondern suchte nach neuen Abenteuern und sozialen Kontakten. Somit fand Betty ihr Glück als ehrenamtliche Mitarbeiterin im Mehrgenerationenhaus in Zetel, denn dort leitete sie einen Strickkreis und gründete eine Kartenspielgruppe. Mit ihrer charmanten Art und ihrem Organisationstalent gewann sie rasch die Herzen der Besucher – und auch Dieter Hangebrachs Herz.
Das Schicksal spielte mit
Der Emsländer, ein verwitweter ehemaliger Archivar, ist vor vier Jahren nach Zetel gezogen, doch fühlte sich lange einsam. Er hörte schließlich von der Spielgruppe im Mehrgenerationenhaus und beschloss, sich einen Schachpartner zu suchen, um der Langeweile Einhalt zu gebieten. Und so kam Betty ins Spiel, denn sie wollte helfen. Sie erinnerte sich an einen Besucher, dass ein Mitglied aus der Kartenspieler-Runde ebenfalls gerne Schach spielt. Betty vereinbarte also ein Treffen, doch hat es in dieser Form nie stattgefunden.
Das Schicksal wollte es anders, denn der neue Schach-Partner verpasste an diesem Tag seinen Bus und kam nicht mehr ins Mehrgenerationenhaus. Leicht geknickt ging Betty zu Dieter und erzählte ihm, was passiert war. Zwischen den beiden herrschte sofort eine Synergie und sie gerieten ins Plaudern. Daraufhin vergingen die Tage, in denen sich Dieter Hangebrach ein Herz fasste, um schließlich mit einem Strauß Blumen in der Hand vor Bettys Tür zu treten. Sie machte auf und wurde von ihm mit einer Einladung zum Essengehen überrascht, der Betty liebend gern zusagte.
Frisch verheiratet
Die beiden gingen aus, genossen ihr Abendessen und Dieter wagte es, mutig zu fragen: „Darf ich Sie mal in den Arm nehmen?“ Dieser Moment sollte das Leben der beiden für immer verändern. Betty und Dieter trafen sich von da an immer öfter. Sie entdeckten, dass sie auf viele Arten zueinander passen. Ihre Liebe wuchs und schließlich zogen sie sogar zusammen. Doch damit nicht genug: Im August haben die beiden standesamtlich geheiratet und am 9. Oktober auch kirchlich.
Es war der 85. Geburtstag von Dieter, als sich die beiden vor wenigen Tagen noch einmal das Ja-Wort gaben. Eine große Feier fand im Mehrgenerationenhaus Zetel statt, dem Ort, wo ihre gemeinsame Geschichte begonnen hat. „Wir fühlen uns pudelwohl, denn wir sind glücklich und lassen es uns gutgehen“, erzählt die 79-jährige Betty Balkow mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht. In ihrem Zuhause kümmert sich Betty um den Haushalt und strickt mit Hingabe, während Dieter auf der Heimorgel spielt oder am Computer ein paar Schachpartien bestreitet. Zusammen erweitern sie ihren Horizont mit wissenschaftlichen Sendungen im Fernsehen und sie lesen gerne.
Wie ein Strickmuster fügt sich auch die Liebe der beiden perfekt ineinander, denn dadurch, dass sich Betty und Dieter gefunden haben, blüht ihr gemeinsames Heim voller Liebe.
