Wilhelmshaven/Hooksiel - Auf der Baustelle des neuen LNG-Anlegers an der Jade beginnt der Endspurt: Am 11. November soll die Anleger-Infrastruktur fertig sein, am 15. November soll sie feierlich eingeweiht werden. Das hat Folker Kielgast, technischer Geschäftsführer der Landes-Hafengesellschaft N-Ports, am Dienstagabend in Wilhelmshaven bekannt gegeben. Baustart war Anfang Mai.
Infos zu Energieprojekten
Bei der fast dreistündigen Informationsveranstaltung im Wattenmeer-Besucherzentrum zu den Energieprojekten in Wilhelmshaven stellten auf Einladung von Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) Vertreter aller beteiligten Unternehmen vor, was sie geplant haben. Mehr als 200 Interessierte diskutierten mit und stellten Fragen.
N-Ports ist Auftraggeberin für die neue LNG-Anlegerinfrastruktur rund 800 Meter Luftlinie vom Hooksieler Hafen entfernt. Diese beinhaltet eine Umschlagsplattform, Vertäu- und Anlegedalben sowie Laufstege und Festmacheranlagen, die an die bestehende Umschlaganlage Voslapper Groden angebaut werden. Nach der Fertigstellung übernimmt Uniper den Anleger als Betreiber des schwimmenden LNG-Terminals „Höegh Esperanza“. Das Terminal-Spezialschiff soll noch im Dezember damit starten, Flüssigerdgas zu bunkern, wieder in Gas zu verdampfen und ins Verteilnetz einzuspeisen.
An dem LNG-Import über das Terminal-Schiff gibt es massive Kritik von Umweltverbänden, insbesondere an der geplanten Einleitung von mit Biozid behandeltem Abwasser in die Jade. Biozide sind Chemikalien oder Mikroorganismen zur Bekämpfung von Schädlingen. Umweltschützer fürchten dadurch Schäden für das angrenzende Wattenmeer. Bei der Verdampfung des Flüssigerdgases wird Seewasser eingesetzt. Damit die Systeme des Schiffes nicht mit Muscheln oder Seepocken zuwachsen, wird laut Betreiber Uniper Chlor als Biozid eingesetzt. Das chlorhaltige Prozesswasser wird dann als Abwasser zurück in die Jade eingeleitet.
„Halten Recht ein“
Zurzeit läuft das Wasserrechtliche Genehmigungsverfahren für den Betrieb des Terminal-Schiffs beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz. „Wir prüfen und bewerten sehr intensiv, welche Grenzwerte bei der Einleitung einzuhalten sind“, betont eine Sprecherin. Dass eine Behandlung der Abwässer notwendig ist, stehe fest. Die Frage sei, welches Verfahren das geeignetste sei. Auch die Frage der Kontrollmessungen wird im Erlaubnisverfahren genau geprüft. „Da wird es Vorgaben geben“, versprach sie.
Umweltminister Lies betonte mehrfach, dass die Genehmigungsverfahren bei den Behörden mit Sorgfalt laufen. „Jede Unterschrift, die geleistet wird, dokumentiert Verantwortung“, sagte er. Den Vorwurf, dass das LNG-Beschleunigungsgesetz ermögliche, wichtige Prüfungen auszusetzen, wies er zurück: „Das Recht wird eingehalten.“
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