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NWZonline.de Region Friesland Lokalsport

Handball: Der Mann des Abends reißt alle mit

29.04.2019

Altjührden Viel mehr Gänsehautatmosphäre ging nicht im letzten Heimspiel einer unterm Strich verkorksten Saison: Vor der stimmungstechnisch zweitligareifen Kulisse von 737 Zuschauern haben sich die Drittliga-Handballer der SG VTB/Altjührden mit einem 30:28 (11:11)-Sieg gegen den Longericher SC von ihren vielen treuen Fans verabschiedet. Dabei stand in der Manfred-Schmidt-Sporthalle ein Mann ganz besonders im Mittelpunkt, der schon vor dem Anpfiff minutenlang mit Standing Ovations und „Helge, Helge“-Rufen frenetisch gefeiert wurde: Helge Janßen – langjähriger Kapitän, Abwehrchef und Publikumsliebling in Personalunion.

„8.17.1.“ Diese Zahlen auf einem Banner und eingeblendet zu Beginn einer Fotoserie auf Großbildleinwand mit typischen Spielszenen des bulligen Kreisläufers aus alten Zeiten, brachten es auf den Punkt. Schließlich hat Janßen am Samstagabend das Trikot mit der Nummer 8 nach 17 Jahren für einen einzigen Verein zum letzten Mal vor heimischer Kulisse übergestreift. Der 34-Jährige, der auch auf viele ereignis- und erfolgreiche Jahre in der Zweiten und Dritten Bundesliga zurückblicken kann, beendet am Saisonende aus gesundheitlichen Gründen seine Laufbahn und wurde neben acht weiteren Teammitgliedern offiziell verabschiedet.

Und so interessierte es am Ende kaum einen, dass trotz des Heimsieges der direkte Wiederabstieg der Vareler in die Oberliga endgültig besiegelt wurde. Denn parallel machte der TuS Volmetal durch den 33:27-Erfolg gegen Schlusslicht Langenfeld die letzten theoretischen Chancen der Friesen, am letzten Spieltag doch noch den ersten Nichtabstiegsplatz zu erreichen, zunichte.

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Zwar kann Varel kommenden Samstag durch einen Sieg in Langenfeld nach Punkten noch mit dem Viertletzten Lippe II gleichziehen. Doch kommt dann der direkte Vergleich zum Tragen, den die SG durch die 16:26-Hinspielpleite und den zu knappen 26:24-Rückspielsieg mit acht Toren Differenz verloren hat.

„Das ist schon ein komisches Gefühl, wenn man weiß, dass es das nun endgültig war für mich“, erklärte Janßen, der nach dem Schlusspfiff unzählige Autogramm- und Selfiewünsche zu erfüllen hatte. „Vor solch einer tollen Kulisse noch einmal zu gewinnen, und dabei so viele alte Weggefährten im Video und in der Halle zu sehen, das war einfach sensationell“, sagte der jahrelange Schrecken zahlreicher gegnerischer Angreifer und – bei aller gesunden Härte in seinen Abwehraktionen – stets tadellose Sportsmann mit absoluter Vorbildfunktion in Sachen Kampf- und Einsatzbereitschaft: „Jetzt kann ich beruhigt in Rente gehen.“

Dass er, wenn die schmerzhaften Probleme mit dem Rücken und Nacken nicht so hartnäckig wären, eigentlich noch nicht aufs sportliche Altenteil gehört, hatte das Schlitzohr in den 60 umkämpften Spielminuten zuvor noch einmal bewiesen. So hielt er nicht nur den Deckungsverband gegen die wurfstarken Gäste aus Köln zusammen, sondern riss das Publikum unter anderem mit zwei direkt nach Ballgewinnen verwandelten Treffern vom eigenen Wurfkreis aus ins verwaiste gegnerische Tor von den Plätzen (39., 45.).

Doch auch andere Vareler spielten sich noch mal in den Vordergrund. Während Torhüter Levin Stasch mit seinen Paraden (darunter zwei gehaltene Siebenmeter inklusive Nachwürfen) vor der Pause zu glänzen wusste und Kevin Straten insgesamt drei Siebenmeter verwandelte, drehte nach dem 14:18-Rückstand (42.) vor allem Linksaußen Patryk Abram auf und erzielte treffsicher zweimal den Ausgleich – zum 18:18 (46.) und 21:21 (49.).

In der Schlussphase wuchs dann der eingewechselte Patryk Plaszczak über sich hinaus und entschärfte zwischen den Pfosten gleich mehrere freie Wurfchancen der Gäste, während im jungen Dänen Thor Söndergaard ein weiterer Spieler, der die SG am Saisonende verlassen wird, die Vareler beim 23:22 (52.) erstmals wieder in Führung brachte. Mit einem Zwischenspurt auf 27:23 (55.) tüteten die Hausherren den sechsten Saisonsieg dann vorentscheidend ein.

Stimmen zum Spiel

Christian Schmalz (Trainer SG VTB/Altjührden): Die Lücke, die Helge hinterlässt, ist schwer zu schließen. Er ist die Seele der Mannschaft, für seine geile Laufbahn heute Abend noch einmal richtig belohnt worden und einfach ein klasse Sportler, der uns fehlen wird. Auch einen solch erfahrenen Co-Trainer wie Kora werden wir nicht ersetzen können. Ich habe sehr gut mit ihm zusammengearbeitet und werde ihn wirklich vermissen. Die tolle Kulisse hier, auch bedingt durch die Verabschiedungen, hat uns im letzten Heimspiel getragen. Ganz wichtig waren zudem die Leistungen unser Torhüter. Das Ziel in der neuen Saison kann dann nur direkter Wiederaufstieg lauten. Damit ist der Druck zwar gleich schon wieder da, aber wenn wir dann vom Verletzungspech verschont bleiben, die verbleibenden Spieler aus den Erfahrungen, die wir gemacht haben, lernen, weniger Fehler machen und besser mit Druck umgehen, dann kann der Neuanfang in der Oberliga gelingen.

Christoph Deters (Sportlicher Leiter SG VTB/Altjührden): Es freut mich sehr, dass wir den Spielern, die uns verlassen, mit diesem Abend noch mal einen würdevollen Rahmen schaffen konnten. Danke an alle, die dabei mitgeholfen haben. Zudem ist es schön, dass die Jungs sich nach den vielen Rückschlägen in dieser Saison noch einmal belohnt haben. Es war sicherlich in den letzten Wochen keine einfache Situation, vor allem für die Spieler, von denen wir uns am Saisonende leider trennen müssen. Was den neuen Kader angeht, bin ich seit der schweren Knieverletzung von Lasse Thünemann, der uns mit seinem Kreuzbandriss wohl fast die komplette neue Saison ausfallen wird, auf der Suche nach einem Kreisläufer mit guten Abwehrqualitäten. Da hoffen wir, schon bald Vollzug vermelden zu können. Schwieriger wird es, auch aus finanziellen Gründen, im linken Rückraum noch einmal nachzulegen. Aber auch da sind wir aktiv.

Jan-Philip Willgerodt (Ex-Zweitligaspieler der SG VTB/Altjührden, der eigens wegen der Verabschiedung seines jahrelangen Teamkameraden Helge Janßen am Samstag nach langer Zeit mal wieder in die Manfred-Schmidt-Sporthalle gekommen war): „Wenn ein Großer nach so vielen Jahren geht, dann muss ein Kleiner dabei sein.“

Diesen feierten die SG-Spieler nach Schlusspfiff ausgelassen mit ihren Fans und reckten dabei das Spruchband „Ihr seid die Besten“ in die Höhe. „Jeder Gegner, der hier herkommt, spricht mit Ehrfurcht von dieser Halle. Ihr seid Weltklasse!“, brachte es Torwart-Routinier Andre Seefeldt auf den Punkt und hatte dann noch eine weitere Überraschung für den sichtlich gerührten Mann des Abends parat. Schließlich darf sich Helge Janßen nun auf ein offizielles Abschiedsspiel freuen mit und gegen viele alte Teamkameraden, die mit kurzen Grußbotschaften auf der Videowand eingespielt wurden.

Dieses „Allstar“-Spiel vor erwartet großer Kulisse wird am 24. August in der Manfred-Schmidt-Sporthalle steigen. An diesem Tag feiert der scheidende SG-Kapitän seinen 35. Geburtstag – und kehrt zumindest dann noch einmal aufs Spielfeld zurück.

Henning Busch Lokalsport / Redaktion Friesland
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