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Integration: Auf dem Fußballplatz sprechen alle dieselbe Sprache

09.04.2016

Sande Sie sprechen Arabisch, Dari, Paschtu, Albanisch, Serbisch, Somali, Kurdisch und mancher auch ein wenig Deutsch oder Englisch: Die mehr als 25 Männer und männlichen Jugendlichen einer neuen Sportgruppe von Migranten innerhalb des TuS Sande. Einmal wöchentlich spielen sie nachmittags in der Klaus-Bünting-Halle Fußball und ganz unabhängig von ihrer Herkunft bilden sie eine homogene Truppe, die der Sport verbindet.

Die Idee, diese Zuwanderer aus anderen Ländern, deren Asylanträge schon genehmigt sind oder die – aus inzwischen als sicher geltenden Balkanländern stammend – mit ihrer Abschiebung rechen müssen, im Sport zusammenzubringen, hatte Jaafar Cheaib. Der inzwischen 59-jährige Libanese aus Beirut, der schon vor 36 Jahren seine von Raketen beschossene Heimat verließ, wurde zunächst in Wilhelmshaven ansässig und lebt seit 1991 in Sande. Hier ist er seit etlichen Jahren Übungsleiter im örtlichen Turn- und Sportverein, Betreuer von Sportgruppen in Schulen und im Jugendzentrum und bei Bedarf Dolmetscher, wenn es gilt, bei Behörden, in Schulen oder bei Ärzten Sprachbarrieren zu überwinden.

Hilfreich für die Kommunikation ist seine Muttersprache Arabisch. Es wird von Syrern, Kurden, Irakern und Somaliern gesprochen – und alle „verstehen“ die Kommandos einer Trillerpfeife, die der Übungsleiter benutzt, um das Sprachengewirr in geordnete Bahnen zu lenken.

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Ob Abdullahab, Sail, Alonse aus dem Irak, ob Salehmid aus Eritrea, Mahmmed aus Afghanistan oder Mahmmed aus Somalia: alle wollen „kicken“, am liebsten eines Tages gegen deutsche Vereinsmannschaften. Die größte Gruppe eines Herkunftslandes bilden Genteian, Burem, Lenardo, Halel und Nitse aus Albanien.

Unterstützt wird das Projekt von mehreren Seiten. Der TuS Sande gewährte allen Migranten zunächst Versicherungsschutz mit beitragsfreier Mitgliedschaft. Die Spielvereinigung Gödens stiftete 40 ausgemusterte, jedoch noch brauchbare Fußbälle und diverse Trikots. Der Gemeindesportbund steuerte zwei neue Hallenfußbälle bei. Und Martina Haschen vom Sozialamt der Gemeinde Sande ist auf der Suche nach gebrauchten Hallenschuhen, die gespendet werden können. Angestrebt wird, neben den Hallenstunden künftig auch den Kunstrasenplatz in Sande benutzen zu dürfen.

Jafaar Cheaib will abwarten, wie sich die Sportgruppe im Sinne der Integration entwickelt. Möglich ist, dass daraus eine Fußballmannschaft gebildet wird, die anfangs Freundschaftsspiele mit deutschen Gegnern aus dem nahen Umfeld austrägt.

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