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NWZonline.de Region Friesland Lokalsport

Bockhorner schwammen in Moorwasser

05.08.2017

Bockhorn Seit 50 Jahren gibt es den Ortsverband Bockhorn/Zetel der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft. Das wird am 19. August mit einem Fest im Erlebnisbad groß gefeiert. Doch auch schon vor der Gründung der DLRG wurde in Bockhorn leidenschaftlich geschwommen – und zwar in Moorwasser.

Bevor das Erlebnisbad Anfang der 1960er Jahre gebaut wurde, gab es an der Stelle nur ein von Hand gegrabenes Becken, gefüllt mit Moorwasser. Das Wasser kam aus Grabstede. Dort wurden die Moore zu der Zeit noch entwässert, damit Torf gestochen werden konnte. Das Wasser wurde durch die Bäke nach Bockhorn zur Badeanstalt geleitet. Die Badeaufsicht hat damals „Onkel Ney“ gemacht, wie er von den Kindern genannt wurde. Wilhelm Ney hat dem Nachwuchs schwimmen beigebracht, Training angeboten und dafür gesorgt, dass sich alle an die Regeln hielten.

Ein guter Freund von Willi Ney war Erwin Hensling. Die beiden kannten sich aus der Marinekameradschaft. Erwin Hensling war leidenschaftlicher Rettungsschwimmer. „Einmal wurde er sogar ausgezeichnet dafür, dass er jemandem, der beinahe ertrunken war, das Leben gerettet hat“, sagt Anita Dierks. Sie ist Erwin Henslings Tochter. Willi Ney, Erwin Hensling und seine Tochter Anita gehörten damals zum harten Kern des Bockhorner Schwimmvereins. Und die Schwimmer trainierten im Moorwasser.

Doch Mitte/Ende der 1950er Jahre wurde der Zustand des Moorbades immer schlechter. Die hölzernen Wände drohten, einzubrechen, und das Becken verschlammte immer mehr. Das Bad musste grundüberholt werden – oder gleich ganz neu gebaut.

Am 17. November 1962 berichtet die Nordwest-Zeitung unter der Überschrift „Bockhorns Großbaustelle Waldbad“: „In Bockhorn haben Rat und Verwaltung zusammen mit dem Schwimmverein lange und gründliche Überlegungen angestellt, ob und wie sich das Projekt am besten verwirklichen lasse. Man sagte sich: Gut oder gar nicht! Die Kosten sind deshalb nicht gering, aber man wird dieses große Projekt abschnittsweise errichtet. Viele Stellen helfen bei der Finanzierung; denn das Waldbad ist ausdrücklich als förderungswürdig anerkannt.“

Während der Bauphase des neuen Waldbads, die einige Jahre dauerte, mussten die Bockhorner Schwimmer nach Grabstede, um dort im Moorbad zu schwimmen. Dem Verein tat das nicht sehr gut, für viele Schwimmer war der Weg nach Grabstede zu weit. Nicht aber für Anita Dierks. „Für meinen Vater war es selbstverständlich, dass seine Töchter auch Rettungsschwimmer werden“, sagt sie. Mit 14 Jahren hat Anita ihr Grundabzeichen in Schortens gemacht. Als sie 16 Jahre alt war, 1964, legte sie das Leistungsabzeichen ab – ebenfalls in Heidmühle. Sie war die einzige in ihrer Schule, die damals das Leistungsabzeichen der Rettungsschwimmer hatte. „Und dann wollten ganz viele Jungs aus unserer Schule das auch machen“, erinnert sie sich.

1964 war auch das neue Erlebnisbad fertig – damals hieß es „Waldbad Friesische Wehde“. Viele junge Leute aus Bockhorn und auch aus Zetel begannen, im Erlebnisbad zu schwimmen. Die Ausbildung der Rettungsschwimmer übernahm Erwin Hensling, die Prüfungen wurden in Heidmühle abgelegt. Bockhorn war zum Stützpunkt der Heidmühler DLRG geworden. Die Verbindung der Bockhorner Schwimmer zur DLRG Heidmühle war groß.

Bei der Jahreshauptversammlung der DLRG-Kreisgruppe Friesland in Heidmühle 1967 wurde der Stützpunkt Bockhorn zur Ortsgruppe erhoben. Der erste Vorsitzende der DLRG Bockhorn/Zetel war Erwin Hensling, Stellvertreter und Jugendwart war Rüdiger Dierks, Schriftführerin und Kassiererin war Anita Hensling und Technischer Leiter war Walter Koch. Er war auch der erste Schwimmmeister im „Waldbad Friesische Wehde“.

Sandra Binkenstein
Varel
Redaktion Friesland
Tel:
04451 9988 2506

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