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NWZonline.de Region Friesland Lokalsport

Kunst feiert Gold bei Europameisterschaft

21.08.2018

Brno /Varel Goldjubel bei Lea Sophie Kunst: Mit einer Gala-Vorstellung und sieben Siegen in sieben Spielen hat die 16-jährige Varelerin am Sonntag an der Seite ihrer Partnerin Svenja Müller (Düsseldorf) bei der U-18-Europameisterschaft für eine ganz große Überraschung gesorgt. Das an Nummer fünf gesetzte deutsche Beachvolleyball-Team zeigte der spielstarken Konkurrenz im tschechischen Brno die Grenzen auf, gab im gesamten Turnierverlauf nur einen einzigen Satz ab und sicherte sich am Sonntag verdient den begehrten EM-Titel.

„Tolle Leistung“

Der Sportdirektor Beach-Volleyball beim Deutschen Volleyball-Verband (DVV), Niclas Hildebrand, hat Lea Sophie Kunst und Svenja Müller zu deren EM-Erfolg gratuliert: „Herzlichen Glückwunsch an die beiden jungen Spielerinnen und das gesamte Trainerteam zur tollen Leistung. Es beruhigt mich, dass durch die Nachwuchsarbeit der Vereine und Landesverbände in Deutschland weiterhin Talente den Weg an den Strand finden. Wir haben jetzt als DVV die Aufgabe, die beiden Talente stetig weiterzuentwickeln. Darauf freue ich mich.“

„Natürlich freuen wir uns riesig über diese Goldmedaillen“, sagte Kunst am Montagnachmittag via Telefon während der Zugfahrt von Prag nach Berlin, wo die Ex-Schülerin des Vareler Lothar-Meyer-Gymnasiums ab sofort in einem Sportleistungszentrum nebst Internat leben, zur Schule gehen und weiter intensiv trainieren wird.

Kunst hatte sich in diesem „goldenen“ August – wie berichtet – schon die DM-Titel in den Altersklassen U 18 und U 19 gesichert. Der Titelgewinn bei der Europameisterschaft stellt den bislang größten Erfolg ihrer noch jungen Beachvolleyball-Laufbahn dar. Er kam auch für die 16-Jährige selbst und deren Beach-Partnerin überraschend. Zumal beide sich eigentlich als Blockerinnen auf Sand am wohlsten fühlen. Nun agierte die Varelerin in Tschechien erstmals vornehmlich in der Abwehr.

„Wir haben uns vor dem EM-Start gesagt, es wäre doch schon witzig, ausgerechnet als Team mit zwei Blockerinnen den Titel zu holen“, verriet Kunst: „Unser wirkliches Ziel war es aber, dort so gut wie möglich abzuschneiden.“ Und dieses Vorhaben setzten sie tatsächlich in die Tat um – sogar zu 100 Prozent.

Schon zu Beginn des EM-Finaltags hatten Kunst/Müller dabei für einen Paukenschlag gesorgt. Die beiden hochtalentierten Bundeskader-Spielerinnen fegten die an Nummer eins gesetzten Tschechinnen Honzovicova/Sulcova mit einem souveränen 2:0 (21:12, 21:15)-Sieg vom Platz. Dabei hatten sich die Lokalmatadore zuvor ohne Satzverlust bis ins Halbfinale vorgespielt, waren dort gegen das deutsche Duo aber machtlos.

„Dieser Sieg hat uns noch einmal einen richtigen Schub gegeben, zumal wir wirklich klasse gespielt haben“, erklärte Kunst: „Danach hatten wir ja eine Medaille schon sicher, nichts mehr zu verlieren und wollten dann auch noch unbedingt den EM-Titel holen.“

Russinnen favorisiert

Im Endspiel ging es für Kunst/Müller allerdings gegen das klar favorisierte russische Duo Bocharova/Ludkova. Für die Friesländerin, die das Volleyballspielen beim Vareler TB gelernt hat, gab es somit ein Wiedersehen mit Mariia Bocharova. Auf die Russin, die sogar schon mehrere Turniere auf der World-Tour der Erwachsenen gespielt hat, war Kunst Anfang Juli schon bei der U-19-WM in China getroffen und hatte an der Seite ihrer damaligen Partnerin Anna-Lena Grüne (Hildesheim) in der Vorrunde klar den Kürzeren gezogen. Während Bocharova am Ende Weltmeisterin wurde, waren Kunst/Grüne trotz einer guten Leistung im Achtelfinale ausgeschieden (die NWZ berichtete).

Im Finale der U-18-EM verlief der erste Durchgang sehr eng und umkämpft. Lea Sophie Kunst und Svenja Müller lagen schnell mit 2:5 zurück. Doch im weiteren Verlauf legten sie ihre spürbare Nervosität immer mehr ab und schafften auch dank sehr guter Aufschläge beim 17:17 erstmals wieder den Ausgleich. Danach wogte das Duell hin und her – und ging sogar in die Verlängerung. Erst nach drei nicht verwerteten Satzbällen machten Kunst/Müller den so wichtigen Gewinn des Auftaktsatzes mit 23:21 perfekt.

„Wir haben bei der EM nie aufgegeben und immer die Nerven behalten, wenn es mal brenzlig wurde oder wir in Rückstand geraten waren“, nannte Kunst einen Schlüssel zum Titelgewinn: „Zudem haben wir auf dem Feld einfach sehr gut harmoniert.“

Und so ließen die Schützlinge von Stützpunkttrainer Leonard Waligora im zweiten Durchgang des Endspiels keine Zweifel mehr am EM-Titelcoup aufkommen. Kunst/Müller agierten sehr konzentriert und konnten sich durch sehr gute Aufschlagserien schnell absetzen.

Auch als die beiden Russinen in der zweiten Hälfte des zweiten Satzes ein „Medical Timeout“ (Behandlungsauszeit) nahmen, ließen sich die Deutschen im Anschluss nicht mehr vom Erfolgsweg abbringen. Sie gaben ihren Fünf-Punkte-Vorsprung nicht mehr her und machten mit 21:16 den Sieg bei der Europameisterschaft in der Altersklasse der U 18 endgültig perfekt.

Rückblick auf den Turnierbeginn: In der Gruppenphase hatte sich das deutsche Team gegen die Tschechinnen Kinska/Zolnercikova mit 2:0 (23:21, 21:11) durchgesetzt. Es folgten Siege gegen die litauische Paarung Petrauskaite/Rudkovskaja mit 2:1 (17:21, 21:15, 15:3) sowie die Spanierinnen Álvarez/ González mit 2:0 (21:16, 21:17).

Gegner machtlos

Im Achtelfinale war dann das belgische Duo Windeleff/Bisgaard beim 2:0 (21:14, 21:15) machtlos gegen den Angriffs-Elan der beiden Deutschen. Kaum anders erging es im Viertelfinale Grosberga/Briede aus Lettland beim 2:0 (21:16, 21:6).

Das zweite deutsche Team bei der Europameisterschaft, Leon Meier/Simon Pfretzschner, verpasste indes den Sprung ins Halbfinale knapp. Das Duo musste sich im Viertelfinale hauchdünn mit 29:31 und 21:23 den Schweizerinnen Dillier/Schnegg geschlagen geben und beendete die EM auf dem fünften Platz.

Henning Busch
Lokalsport
Redaktion Friesland
Tel:
04451 9988 2510

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