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NWZonline.de Region Friesland Lokalsport

Golf: Eingelocht: 10 Kilometer fürs Herz

12.07.2017

Schortens Der kürzeste Witz unter Golfern hat nur drei Worte und geht so: „Ich kann Golf.“ Das sagt ausgerechnet Benjamin Fisher. Der junge Brite mit Handicap Null ist der Golf-Trainer, der so genannte Golf-Pro, beim Golfclub Wilhelmshaven-Friesland. „Golf ist in Sachen Körperkoordination eine der schwierigsten Sportarten überhaupt“, sagt der Golf-Profi. Nur Stabhochsprung sei angeblich noch komplexer vom Bewegungsablauf.

Bundesweit zählt der Deutsche Golf-Verband rund 640 000 Golfspieler und erreichte damit 2016 einen neuen Höchstwert. Das Wachstum wird vor allem durch die Altersgruppen 50 plus gestützt, erklärt Michael Hibbeler, Vizepräsident des vor rund 40 Jahren noch auf dem Gelände der damaligen Mobil Oil AG und ICI von Engländern und lokalen Politikern gegründeten Clubs. Vor gut 17 Jahren zog der Golfclub um nach Mennhausen bei Accum, hat heute somit seinen Sitz in Schortens. Drei Viertel der idyllisch gelegenen weitläufigen 18-Loch-Anlage liegen auf Friesländischem Territorium. Und so führt der Club inzwischen auch „Friesland“ im Namen.

Exakt 702 Golfer aus dem Jeverland und Wilhelmshaven betreiben ihren Sport auf der Anlage in Mennhausen und schätzen die Aktivität in der freien Natur.

Schmuckes Clubhaus

Ihr Vereinsleben dreht sich nicht nur um das Grün, sondern auch um das schmucke Clubhaus, ein Gulfhof aus dem 18. Jahrhundert, in dem auch ein gastronomischer Ableger der Burg Kniphausen für Speis und Trank sorgt. Das Clubheim ist auch öffentliches Ausflugslokal, wird gerne für Familienfeste gebucht.

Auf der Golfanlage in Mennhausen ist der Rasen so satt grün und akkurat geschnitten wie wohl nirgendwo sonst in Schortens. Vier Greenkeeper kümmern sich jeden Tag um den Golfplatz, stutzen die Halme auf dem Fairway, die eigentliche Spielbahn zwischen Abschlag und Grün. Um den von sanften Hügeln, Schilfgräben und Teichen durchzogenen 18-Loch-Platz, der vor 20 Jahren noch Acker- und Weideland war, hat sich inzwischen eine bemerkenswerte Artenvielfalt angesiedelt.

Bereits im 13. Jahrhundert wurde in Belgien und Holland ein Ballspiel namens „Kolf“ oder „Kolve“ bekannt. Einige Zeit später fand sich das Spiel in Schottland wieder: Seit 1735 in Edinburgh der erste Golfclub gegründet wurde, gilt Schottland als Mutterland des Golf.

Beim Golf geht es darum, einen Ball von etwa 43 Millimetern Durchmesser mit einem kolbenartigen Schläger mit möglichst wenigen Schlägen über eine große Distanz in ein Loch von etwa 108 Millimetern Durchmesser zu befördern.

Das ist nicht einfach, aber auch nicht besonders mühsam. Golf gilt als Kardiosport, als herzgesunder Sport. Und Golf ist ein Sport, bei dem man auch im fortgeschrittenen Alter noch einsteigen und richtig gut werden kann. Bei vielen hat Golf daher auch das Image eines Altherrensports und einer kostspieligen Freizeitbeschäftigung für einen besser betuchten Personenkreis. „Dieses Klischee hält sich leider hartnäckig“, sagt Hibbeler. Tatsächlich ist Golf nicht kostspieliger als etwa Tennis. Und es sind auch etliche Jüngere dabei. Der Verein hat sogar eine Bambini-Gruppe, berichtet Hibbeler.

Turniere und Pokale

Wer im Club Golf spielt, kann es sportlich angehen, auf Turnieren und im Liga-Betrieb um Pokale und um Platzierungen spielen. Zehn Mannschaften hat der Golfclub Wilhelmshaven-Friesland laut seines Sport- und Platzwartes Andreas Krzossa aktuell in mehreren Altersklassen sowie bei den Damen und Herren im Spielbetrieb. Die Clubmannschaft golft in der vierten Liga. Und dann gibt es diejenigen, die Golf als Spaziergang mit spannendem Spiel betreiben.

Noch ganz neu im Club sind Gerline und Uwe Günther aus Wilhelmshaven. „Ich wollte diesen Sport schon seit 30 Jahren ausprobieren“, sagt Gerlinde Günther: „Doch fehlte mir stets die Zeit dazu.“ Die haben sie jetzt: Ihr Mann und sie haben mal reingeschnuppert und sind seit kurzem Mitglieder im Verein. „Zweimal die Woche kommen wir auf den Platz und üben und lernen. Es macht Spaß, die Bewegung tut gut.“ Die Golfausrüstung haben sie für’s erste gebraucht gekauft. „Wir arbeiten uns allmählich nach vorn, wir haben noch Handicap 54, sind ja noch Anfänger. Aber es wird“, sagt Uwe Günther.

Kosten fallen an

Ganz so preiswert ist die Mitgliedschaft im Golfclub nicht: Der Verein hat schließlich einige Angestellte zu bezahlen, die das Sekretariat, das Clubhaus und vor allem das Grün in Schuss halten. Das kostet. Fast täglich muss der Rasen auf der 70 Hektar großen Anlage gemäht und in trockenen Monaten gewässert werden.

Für Löhne und Gehälter, Platzpflege und den Maschinenpark muss der Golfclub jährlich rund 200 000 Euro aufbringen. Schon deshalb ist Golf ein recht kostspieliges Vergnügen. „Aber Golf ist eine Sportart, die man bis ins hohe Alter an der frischen Luft in schöner Natur und bei nahezu allen Wetterbedingungen ausüben kann“, schwärmt Hibbeler.

Vor allem aber hält Golf gesund: Bei einer vollen Runde auf dem Golfplatz in Mennhausen legen die Spieler rund zehn Kilometer zurück.

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Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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