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NWZonline.de Region Friesland Lokalsport

Corona-Krise: Rückkehr auf Fußballplatz mit gemischten Gefühlen

15.05.2020

Friesland Pünktlich um 19 Uhr zum Start des Trainings der Kreisliga-Fußballer des FC Zetel verzogen sich am Mittwochabend bei kühlen Temperaturen die dunklen Wolken über dem Eschstadion und ein paar Sonnenstrahlen brachen durch den Abendhimmel. Ein Bild mit Symbolcharakter: Denn seit Anfang der Woche sind die kommunalen Sportplätze in Friesland wieder geöffnet, so dass nach wochenlanger Zwangspause wegen der Corona-Krise nun auch die Fußballer wieder Licht am Ende des Tunnels sehen. Der Ball darf – zumindest im Training unter freiem Himmel und strengen Auflagen – endlich wieder rollen.

Im Regen stehen lassen

Nur der Niedersächsische Fußball-Verband (NFV) lässt die Kicker von der Oberliga abwärts weiterhin im Regen stehen. Grund: Die Entscheidung, ob und unter welchen Voraussetzungen die aktuell unterbrochene Saison 2019/ 2020 endgültig abgebrochen wird, oder ob sie gegen den mehrheitlichen Willen der niedersächsischen Fußball-Clubs „eingefroren“ und im September doch noch fortgesetzt wird, dürfte noch bis Ende Juni auf sich warten lassen.

Bei den Spielern und Verantwortlichen in der Friesischen Wehde überwog zumindest zu Wochenbeginn aber die Freude über das grüne Licht zur Rückkehr auf den heimischen Stadion-Rasen. Zumal sich dieser nach neunwöchiger Unterbrechung des Spiel- und Trainingsbetriebs momentan in prächtigem Zustand befindet.

„Wir machen zwei Wochen lang mit der Ersten einen Testlauf – auch mit Blick auf das mögliche Training der anderen FC-Mannschaften“, erläutert Trainer Wilko Eggers. Er hat das Konzept für den Auftakt der Kreisliga-Männer federführend entwickelt.

Zunächst wurde die Mannschaft in zwei Gruppen eingeteilt, die jeweils zu unterschiedlicher Stunde gefordert sind – vor allem um die Abstandsregelung von mindestens zwei Metern einhalten zu können. Auch deshalb kamen am Mittwoch auf dem kompletten Spielfeld viele kleine Hütchen als Markierungen für die jeweiligen Bewegungsräume der zusätzlich gebildeten Kleingruppen zum Einsatz.

Das rät der DFB

Zum Wiedereinstieg ins Training unter Auflagen nach der Corona-Zwangspause hat der Deutsche Fußballbund (DFB) einen Leitfaden mit Tipps für Amateurvereine erstellt. Daraus einige Auszüge:

Gesundheitszustand: Bei Krankheitssymptomen sollen Betroffene zu Hause bleiben. Vereine sollten abklären, ob es in den angedachten Trainingsgruppen Kandidaten einer Risikogruppe gibt – dann ist nur geschütztes Individualtraining empfohlen.

Organisatorische Voraussetzungen: Es muss sichergestellt sein, dass der Trainingsbetrieb in der jeweiligen Kommune behördlich gestattet ist. Zudem soll eine Ansprechperson (Hygienebeauftragte*r) im Verein benannt werden, die als Koordinator für sämtliche Anliegen und Anfragen zur Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs zuständig ist.

Organisatorische Umsetzung: Eine Platzhälfte soll von maximal einer Trainingsgruppe genutzt werden. Die Trainingszeiten sind so zu organisieren, dass ein Aufeinandertreffen mehrerer Gruppen vermieden wird. Die Trainingsbeteiligung je Trainingseinheit soll gewissenhaft dokumentiert werden. Auf Fahrgemeinschaften bei der Anfahrt soll möglichst verzichtet werden. Alle Teilnehmer sollen bereits umgezogen auf das Sportgelände kommen, oder müssen sich direkt am Platz umziehen. Ein Verlassen der Anlage hat direkt nach dem Training zu erfolgen. Alle Trainingsformen müssen unter Einhaltung der Abstandsregeln durchgeführt werden. Dies erfordert die Bildung von kleineren Gruppen, die im Optimalfall bei jeder Trainingseinheit in der gleichen Zusammensetzung zusammenkommen. Als weiteren Service bietet der DFB konkrete Trainingstipps für alle Altersklassen an.

Mehr Infos: www.dfb.de

„Im Mittelpunkt standen diesmal die Ballannahme, das Passspiel und der Torabschluss – alles natürlich ohne Zweikämpfe“, erklärt Thomas Hasler, der „Frieslands Mannschaft des Jahres 2019“ gemeinsam mit Eggers coacht. Rund vier Wochen meint er, könne er die Spieler mit derartigen Übungen bei Laune halten: „Dann dürfte es ohne Spiel- und Zweikampf-Situationen schwer werden.“

Als Hygienebeauftragter des FC Zetel fungiert der Zweite Vorsitzende Olaf Oetken. Eine maßgeschneiderte Rolle, schließlich ist er in seiner beruflichen Funktion als Leiter des Ordnungsamtes der Gemeinde Zetel stets auf dem Laufenden, was die aktuellen behördlichen Vorgaben in Sachen Covid-19 betrifft.

Konzept erarbeitet

Während der FC Zetel bereits am Montag erstmals ins Training eingestiegen ist, ließen es andere friesische Fußball-Teams zu Wochenbeginn noch ruhiger angehen. „Seit Mittwoch dürfen Fußballer an der Plaggenkrugstraße wieder trainieren. Richtig los geht es aber erst in der kommenden Woche“, erläutert Felix Agostini aus dem Vorstand der Fußball-Abteilung des TuS Obenstrohe: „Wir haben in Abstimmung mit dem JFV Varel, dessen Jugendteams größtenteils am Plaggenkrug trainieren, Anfang der Woche ein Konzept zur Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs erarbeitet. Diese orientiert sich unter anderem an den Empfehlungen des DFB, NFV und Kreissportbundes Friesland.“

Danach dürfen Männer- und Frauenmannschaften sowie Nachwuchsteams ab der C-Jugend aufwärts ab sofort ein Mal pro Woche für maximal 60 Minuten auf den Platz. Derweil müssen sich die jüngeren Kicker (G- bis D-Jugend) voraussichtlich noch bis zum 25. Mai gedulden. „Wir wollen erst noch ein bisschen Erfahrungen sammeln, wie sich das Konzept umsetzen lässt“, erläutert Agostini, der auch die Platzbelegungszeiten beim TuS koordiniert. Maximal darf dabei zeitgleich nicht mehr als eine Mannschaft auf dem Platz aktiv sein.

Auch die Bezirksliga-Männer des TuS Obenstrohe kehren wieder in den noch stark eingeschränkten Trainingsbetrieb zurück. „Obwohl wir zunächst nur in Fünfer-Gruppen trainieren dürfen und dabei einen Abstand von mindestens zwei Metern einhalten müssen, ist da im Training sicherlich was möglich“, erklärt Coach Rainer Kocks.

Auch beim TuS Büppel wird vorsichtig wieder durchgestartet. „Unsere Überlegungen gehen bislang dahin, dass wir mit der ersten Mannschaft in zwei kleineren Gruppen an jeweils unterschiedlichen Tagen trainieren – dienstags und donnerstags“, erläutert Timo Lüdtke, Trainer der Kreisklassen-Männer: „Mit der kompletten Mannschaft macht ein Training zurzeit keinen Sinn, da zum Beispiel die Wahrung des Sicherheitsabstands von zwei Metern kaum einzuhalten ist. Wir haben uns für den Auftakt aber schon ein bisschen was zurechtgelegt.“

In erster Linie gehe es allerdings zuerst einmal darum, nach solch einer langen Pause mal wieder den direkten Dialog zu suchen, um zu klären, wie das Ganze gemeinsam am besten bewerkstelligt werden kann. „Das große Problem ist allerdings, dass wir leider ja noch immer nicht wissen, wo die Reise hingeht“, bedauert Lüdtke: „Spielen wir auch nächste Saison in der ersten Kreisklasse oder doch als Aufsteiger in der Kreisliga? Daher müssen wir aktuell notgedrungen zweigleisig planen.“

Große Skepsis

Skeptisch gegenüber dem langsamen Wiedereinstieg ins Kicken zeigt sich Lars Poedtke vom Kreisligisten RW Sande. „Das, was zurzeit im Training überhaupt möglich ist, hat mit unserem Team- und Kontaktsport doch nicht viel zu tun. Da kann besser jeder eigenverantwortlich laufen gehen“, sagt der Trainer der abstiegsgefährdeten Rot-Weißen. Solange keine Spiele oder Zweikämpfe möglich sind, sei es fraglich, wie lange seine Akteure da voll mitziehen würden: „Mein jüngster Sohn ist neun Jahre alt, da machen solche Trainingsformen wirklich Sinn. Oder auch bei den Profis, die den Ball ja fast ständig am Fuß haben.“

Viel wichtiger wäre aus Poedtkes Sicht, dass seitens des NFV endlich entschieden wird, wie es mit der Saison in Niedersachsen weitergeht: „Da ist für mich weiter absolut keine klare Linie zu erkennen.“

Henning Busch Lokalsport / Redaktion Friesland
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