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NWZonline.de Region Friesland Lokalsport

Fußball: Friesische Trainer diskutieren kontrovers

21.04.2020

Friesland Seit dem Wochenende wird auch in Friesland eifrig und kontrovers diskutiert: Es geht um ein neues Szenario für den Bereich des Niedersächsischen Fußball-Verbandes (NFV) bezüglich der Fortsetzung der aktuell wegen der Corona-Pandemie bis auf Weiteres unterbrochenen Fußball-Saison. So hatten sich die 33 Kreisvorstände des NFV darauf verständigt, bis Mitte dieser Woche mit ihren jeweiligen Vereinen in einen Dialog zu treten über den Vorschlag, die aktuelle Spielzeit 2019/2020 bis Mitte bzw. Ende August „einzufrieren“.

Erst danach soll die Saison der Amateure (Männer, Frauen, Jugendligen) unterhalb der viertklassigen Regionalliga fortgesetzt werden – sofern es die behördlichen Anordnungen in der Corona-Krise dann erlauben. Ein möglicher Abbruch der Spielzeit, wie es ihn in anderen Sportarten (z.B. Handball, Eishockey, Basketball, Tischtennis) schon gegeben hat, wäre damit aber vom Tisch – ebenso wie eine mögliche Annullierung.

Das sagen Verantwortliche von friesischen Fußballteams zum NFV-Vorschlag:

Daniel Oleksyn, Trainer des Heidmühler FC (11. Platz): „Meiner Meinung nach ist das eine Schnapsidee. Es macht keinen Sinn, vor allem wenn man an die darauffolgende Saison denkt. Wann soll die dann starten? Auch Spielerzusagen haben nur bis zum 30. Juni Gültigkeit, so dass einige Akteure zum Zeitpunkt der Fortsetzung nicht mehr zur Verfügung stünden.

Ich persönlich plädiere dafür, die aktuelle Saison abzubrechen. Es gibt keine Absteiger, dafür dürfen pro Liga die ersten beiden Teams aufsteigen, damit es an der Spitze keine allzu großen Benachteiligungen gibt. Zwar hätte man nächste Saison dadurch einen größeren Überhang, der aber durch mehr Absteiger wieder aufgefangen werden kann. Außerdem würde man – wie jetzt bereits in Jugendklassen praktiziert – nur eine Hinrunde spielen, die als komplette Saison gewertet wird. Dann bekäme man keine zeitlichen Probleme, und die Aufsteiger hätten ein halbes Jahr lang Zeit, sich in der höheren Liga zu beweisen, sofern sie wollen.

Am wahrscheinlichsten ist aber wohl der Abbruch der zurzeit unterbrochenen Saison und eine Nullwertung, sprich keine Auf- und Absteiger. Dies Ausnahmeregelung könnte man mit der aktuellen absoluten Ausnahmesituation begründen. Aber ich halte sie gerade mit Blick auf die Teams an der Spitze nicht für die fairste Lösung.“

Rainer Kocks, Trainer des TuS Obenstrohe (14.): „Es ist ein ziemliches ungutes Gefühl, zu wissen, dass man den Verein am 30. Juni verlässt, jetzt aber mit Blick auf den erhofften Klassenerhalt seit Monaten schon im luftleeren Raum schwebt, ohne auf dem Platz eingreifen zu können.

In jedem Fall bin ich strikt dagegen, jetzt einen Schlussstrich zu ziehen und die Saison abzubrechen. Das kann es nicht sein. Wir stehen auf einem Abstiegsplatz, haben aber drei, vier Spiele weniger austragen können als unsere Konkurrenten. Das ist schon heftig. Ein Einfrieren der Saison und die Fortsetzung im September wäre für die meisten Vereine wohl die sinnvollste und aus sportlicher Sicht auch gerechteste Lösung. Ich finde, vieles spricht dafür. Auch wenn im Detail sicher noch diverse Dinge und Regularien zu klären wären.“

Wilko Eggers, Trainer des FC Zetel (5.): „Bis zu diesem NFV-Vorschlag, war ich der Meinung, dass die Saison am besten abgebrochen und annulliert werden muss. Natürlich lässt sich das von mir leicht sagen, weil wir im gesicherten oberen Tabellenmittelfeld stehen. Es würde keine Auf- und Absteiger geben und ab September in der neuen Spielzeit in der gleichen Besetzung wie jetzt gespielt werden.

Doch was ist, wenn selbst dann noch keine Fußballspiele wieder möglich sind und ab Ende Oktober schon erste Spielausfälle wegen schlechten Wetters und widriger Platzverhältnisse drohen? Vielleicht geht es daher gar nicht anders, als die jetzige Saison einzufrieren und zu hoffen, dass man mit den restlichen Spielen bis zum Jahresende durchkommt – ansonsten müsste die unterbrochene Saison notgedrungen bis Juni 2021 gespielt werden.

Egal, wie man sich entscheidet: Allen Vereinen wird man es nicht recht machen können. Wichtig ist aber, dass wir nach mittlerweile sechs Wochen ohne Fußball endlich wissen, wie es weitergeht.“

Michael Janßen, Sportlicher Leiter von Rot-Weiß Sande (15.): „Ich denke die einzig richtige Entscheidung wäre, die Saison im Amateurbereich abzubrechen. Inwieweit man Auf- und Abstiege dann regelt – zum Beispiel die ersten beiden steigen auf sowie die letzten beiden steigen ab – muss dann vom NFV entschieden werden. Alles andere wie Einfrieren und im September weitermachen, das macht für mich keinen Sinn.“

1. Kreisklasse Nord

Andreas Bunge, Trainer des TuS Obenstrohe II (1.): „Für mich ist das Einfrieren eine sinnvolle Lösung, die auch durchführbar scheint. Eine komplett neue Saison im September zu beginnen, ist sinnlos. Wenn man davon ausgeht, das Ende Oktober bereits wieder alle Rasenplätze gesperrt sind und wie in diesem Jahr vor Mitte März nicht wieder gespielt werden kann, wäre die Durchführung von vornherein unmöglich. Wenn man Anfang oder vielleicht Mitte September die unterbrochene Saison fortsetzen würde, könnte diese indes bis Juni 2021 beendet sein.“

Timo Lüdtke, Trainer des TuS Büppel (3.): „Ich denke, man muss zwei Perspektiven sehen: Die Mannschaften, die sich so positioniert haben, dass es sportlich keine Beeinträchtigungen geben würde, werden sich logischerweise für einen Abbruch aussprechen. Dann gibt es aber die Mannschaften – zu denen gehören wir auch –, bei denen es noch um sportliche Erfolge geht.

Wir haben mit neun Siegen und einem Remis eine starke erste Phase gespielt und sind auch noch im Pokal vertreten, haben teils höher spielende Mannschaften bezwungen. Wir haben den Aufstieg im Visier, und natürlich wollen wir eine Fortsetzung der Saison. Das geht sicher allen anderen Teams, die noch oben mitspielen oder um den Abstieg kämpfen, genauso. Ich kann beide Seiten verstehen. Aber es wäre schon sehr schade, wenn jetzt ein Abbruch käme. Wir würden die Saison gerne sportlich beenden.“

Henning Busch Lokalsport / Redaktion Friesland
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