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NWZonline.de Region Friesland Lokalsport

Handball bleibt die große Leidenschaft

14.05.2014

Friesland Eine Ferienpassaktion brachte Jan-Philip Willgerodt einst zum Handball. Danach erlernte er von der E-Jugend bis zur A-Jugend das Handball spielen beim MTV Jever. „Dort spielte auch einer meiner Nachbarn, ein anderer war Trainer“, erinnert sich der heute 36-Jährige. Einmal angefangen und nie wieder aufgehört, lautet seitdem das Motto des Vollblutsportlers. Denn auch nach einigen Stationen in der Ersten und Zweiten Bundesliga ist er noch aktiv und hilft derzeit bei der SG Friedrichsfehn/Petersfehn in der Oberliga Nordsee aus.

Von der A-Jugend in Jever erfolgte 1997 der Wechsel zur SG VTB/Altjührden in den Herrenbereich und am Ende der Saison der Aufstieg in die Zweite Liga Nord. Ein Wechsel, der prägend für seine erfolgreiche Laufbahn war. „Peter Kalafut hat mich sehr gut ausgebildet und mir stets Vertrauen geschenkt“, betont Willgerodt mit Blick auf seinen damaligen Trainer.

Nach dem Abitur am Mariengymnasium in Jever 1997 und anschließendem Zivildienst an einer Förderschule waren Willgerodts Zukunftspläne noch nicht gefestigt: „Eigentlich wollte ich Medizin studieren.“ Doch daraus wurde nichts. Bereits zur Saison 2000/2001 wechselte der Rückraum-Linke zur HSG Nordhorn-Lingen in die Erste Bundesliga. Dort verdiente Willgerodt als Vollprofi sein Geld – für das Studium blieb aufgrund des hohen Trainingspensums keine Zeit.

Zwei Handballschulen

„Nachdem ich unter Kalafut die osteuropäische Schule kennengelernt habe, habe ich unter Kent-Harry Andersson die norwegisch-schwedische Handballphilosophie genossen“, erzählt er. Allerdings fasste er in Nordhorn nicht richtig Fuß. Angesichts von nur wenig Spielzeit folgte der Wechsel zum TuS Nettelstedt-Lübbecke im Winter 2002. Dort erlebte Willgerodt eine Berg- und Talfahrt: Nach dem Abstieg in die Zweite Liga erfolgte der direkte Wiederaufstieg ins Handballoberhaus – mit 68:0 Punkten gab man keinen einzigen Zähler ab. „Mit Nettelstedt haben wir auch einmal Kiel geschlagen“, berichtet Willgerodt stolz. „Das war schon ein Erlebnis!“

Im Sommer 2004 endete seine Zeit in der Ersten Liga. Mit dem Wechsel zum OHV Aurich kehrte er zurück in heimische Gefilde. Maßgeblich beteiligt an diesem Schritt war Frank Carstens, der als Spieler damals den Kontakt herstellte und bis vor kurzem als Trainer des SC Magdeburg und Co-Trainer der Nationalmannschaft fungierte.

Gleichzeitig konnte sich Willgerodt wieder dem Studium widmen. „Die Belastung durch das Training war nicht mehr so hoch wie vorher“, erläutert er. Allerdings stand Medizin nicht mehr an Nummer eins. Stattdessen begann er 2004 ein Lehramtsstudium in Oldenburg: „Ich habe mich natürlich gefragt, welche Fächer ich sinnvoll vertreten kann.“ Seine Wahl fiel auf Englisch und – natürlich – Sport. Da er als Kind fünf Jahre in Südengland verbracht hat, half ihm diese Spracherfahrung im Studium.

Nach vier erfolgreichen Jahren in Aurich kehrte der heute als Lehrer an der Graf-Anton-Günther-Schule in Oldenburg tätige Willgerodt zurück nach Altjührden. Unter Peter Kalafut spielte er noch mal zwei Jahre für die HSG Varel. Er hält auch heute noch guten Kontakt zu seinem langjährigen Mentor.

Die Zeit in der Zweiten Liga habe er sehr genossen: „Der Zusammenhalt in diesen Teams war einfach größer als in der Bundesliga.“ Trotzdem ist er auch mit einigen ehemaligen Erstliga-Mitspielern immer noch befreundet. „Mit Torsten Jansen und Sascha Bartow habe ich gerne Kontakt“, sagt Willgerodt. Ersterer ist Linksaußen des HSV Hamburg, Bartow ist Spielertrainer bei der Ahlener SG.

Ganz vom Handball lassen kann Willgerodt noch lange nicht. Bei der SG Friedrichsfehn/Petersfehn hält er sich im Training fit und steht auch am Wochenende gelegentlich auf dem Feld, um die Mannschaft im Kampf um den Klassenerhalt zu unterstützen.

Trainer noch keine Option

Seine Schüler spielen im Unterricht kaum Handball. „Es gibt ja Lehrpläne“, lacht er, gibt aber zu, sich schon das eine oder andere Mal beim Mitspielen erwischt zu haben. Inzwischen sei sein Interesse aber auch an anderen Sportarten gestiegen. Zwar sei er kein überragender Turner, jedoch probiert er sich immer häufiger an solchen Aufgaben.

Eine Position als Handballtrainer kommt für ihn noch nicht in Frage: „Da musst du immer dabei sein, auch am Wochenende. Außerdem stelle ich es mir schwer vor, nur am Rand stehen und zusehen zu müssen.“ Er ist eben ein Handballer durch und durch.

Willgerodt verweist gern auf seinen Beruf und seine Familie mit zwei Kindern, die ihm sehr wichtig sind. Von großen Verletzungen blieb er verschont – zum Glück. Denn auch wenn seine Tochter Ballett dem Handball vorgezogen hat, freut er sich, wenn er mit seinen Kindern durch den Garten flitzen kann.

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