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NWZonline.de Region Friesland Lokalsport

Verein: Männer fangen am Ende immer Feuer

01.09.2017

Jever In 50 Jahren Tanzsportclub hat sich einiges verändert: die Tänze, die Musik, die Kleidung. Doch eines ist bis heute geblieben: „Am Anfang wollen die Männer nie tanzen.“ Das hat Hans-Jürgen „Jacky“ Rieling in all den Jahren immer wieder erlebt.

Rieling war Gründungsmitglied des Tanzsportclubs Jever, der früher nur „Tanzclub“ hieß – und der in diesem Jahr 50-jähriges Bestehen feiert. Dass aus einer siebenköpfigen Gruppe einmal ein 270 Mitglieder starker Verein wird – das hätte damals sicher kaum einer gedacht.

Der Verein entstand 1967 aus einem Tanzkursus heraus. Damals hatten sich die Teilnehmer so gut verstanden, dass sie beschlossen, gemeinsam weiter zu tanzen. Doch ganz so einfach ging das nicht. Denn: die Motivation war da – aber ein Übungsraum fehlte.

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„Oft konnten wir im kleinen Saal des Schützenhofs tanzen“ erinnert sich Mitbegründerin Margrit Rieling. Entweder tanzten sie im kleinen Saal oder im Winter, in der Ruhezeit, auch mal im großen Saal. „Aber in der Ruhezeit war die Heizung abgestellt – und so haben wir im Mantel getanzt.“

Doch leider kam es immer wieder vor, dass andere Veranstaltungen im Saal stattfanden – und die Tänzer standen vor verschlossener Tür. Da musste eine Notlösung her – ein riesiger Lagerraum.

Rieling hat damals bei der Landwirtschaftlichen Zentralgenossenschaft in Jever gearbeitet. „Der Lagerraum war vorher ein Tanzsaal, der so genannte Kaisersaal. An den Wänden waren immer noch sinnige Sprüche zu lesen.“ Bevor sie dort tanzen konnten, mussten sie erst sämtliche Futtermittel beiseite räumen. „Aber dann wurde die Schallplatte aufgelegt und wir konnten loslegen.“

Getanzt wurden damals klassische Tänze: lateinamerikanische- und Standard-Tänze. „Keine Modetänze wie heute“, meint Margrit Rieling. Und das natürlich auch zu anderer Musik als heute. „Hugo Strasser, Max Greger – zu Herzen gehende Musik eben“, meint Rieling und schmunzelt. „Schmalzig – aber effektiv.“

Ball mit 400 Gästen

Trotz der Raumprobleme wuchs der Verein auf 20 Paare – und organisierte seinen ersten großen Ball. „Damals hatten wir ja keine Ahnung, wie so etwas funktioniert“, so Margrit Rieling. „Deshalb haben wir uns ein Telefonbuch geschnappt, Namen aus Jever herausgesucht – und einfach angerufen.“ Außerdem machten die Vereinsmitglieder untereinander aus: jeder bringt fünf Paare aus dem Bekanntenkreis mit. Und siehe da: schließlich kamen 400 Ballgäste. „Das war toll.“

Weil durch den Ball aber auch wieder mehr Leute auf den Verein aufmerksam wurden, stand für die Mitglieder fest: ein eigener Tanzsaal muss her. Da wurde Rieling auf den alten Saal im „Deutschen Haus“ aufmerksam. Eigentlich wollte dort ein italienischer Gastronom eine Großraumdiskothek einrichten. Im Vorderteil des Gebäudes betrieb er bereits eine kleine Disco. Aber aus verschiedenen Gründen erhielt er keine Genehmigungen – und musste sein Vorhaben aufgeben.

So fand der Verein endlich einen Übungsraum. Doch dafür musste noch einiges getan werden. Es waren erhebliche Sanierungsmaßnahmen nötig (siehe Infobox). Nach viel Arbeit war der Saal aber 1985 fertig. Endlich hatten die Tänzer ausreichend Platz zum Üben – auch für den so genannten „Börsenschieber 1923“. „In dieser Formation haben wir historische Tänze getanzt – mit Verkleidung und Schauspiel“, erklärt Rieling. „Stimmt, ich war der Verbrecher“, erinnert sich Daniel Vetter, der zwei Jahre zuvor in den Verein eingetreten war. „Damit waren wir der Hit auf jeder Veranstaltung.“

Im Lauf der Jahre hat sich das Tanzen im Verein geändert. Neben den Standardtänzen wird jetzt zum Beispiel auch Rock’n’Roll angeboten. Auch Line Dance, Salsa, Mambo und Cha Cha Cha sind dabei. „Wir Trainer gehen regelmäßig zu Schulungen und lernen immer wieder Neues“, erzählt Ute Scharff, die seit 2000 Mitglied im Verein und inzwischen auch Vorsitzende ist.

„Bald möchten wir auch Single-Tanzen anbieten, da es immer wieder Interessierte gibt, die zwar tanzen möchten, aber keinen Partner haben.“

Ein Wohlfühlverein

Während die Tanzstile ganz unterschiedlich sind, haben doch alle Mitglieder eines gemeinsam: ihre offene und herzliche Art. „Wir sind hier ein richtiger Wohlfühlverein“, meint Rieling – und die andern stimmen lachend zu. „Es ist nicht allein das Tanzen, das uns so viel Freude bereitet, es ist das soziale Miteinander“, meint Thomas Gerlach. „Egal, wie gut jemand tanzen kann – niemand lacht den anderen aus. Hier sind alle gleich.“

Nach den Tanzstunden sitzen die Vereinsmitglieder oft zusammen, wenn jemand Geburtstag hat, wird gefeiert. Und auch privat treffen sich inzwischen einige Paare. „Ohne den Verein wäre so manch eine Freundschaft nicht entstanden“, so Gerlach.

Zudem werden Neulinge immer herzlich aufgenommen. Das kann auch Mark Nauendorf bestätigen. „Meine Frau und ich haben im letzten Jahr angefangen. Erst wollten wir das Tanzen nur ausprobieren, aber dann wurden wir schnell Mitglieder. Mir gefällt es hier richtig gut.“ Schließlich hat sich eines in den 50 Jahren ebenfalls nicht verändert: wenn die Männer erst einmal Feuer gefangen haben, dann sind sie nicht mehr zu stoppen.

Antje Brüggerhoff Agentur Hanz / Redaktion Jever
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