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NWZonline.de Region Friesland Lokalsport

Mit Elektroantrieb lautlos durch die Lüfte

17.09.2016

Sillenstede Der Motor des Flugzeugs surrt wie ein Rasentrimmer. Mit einem lockeren Schwung aus dem Handgelenk lässt Enno Kampmann den Segelflieger abheben. Der schwebt davon und ist nach wenigen Meter schon nicht mehr zu hören. Geräusche? Ja, die gibt es. Aber Lärm?

Auch das sirrende Motorgeräusch des Modellflugzeugs von Lars Zehetleitner ist eher kein Krach, weckt aber aus nächster Nähe unangenehme Assoziationen: Es erinnert an einen Zahnarztbohrer. Aber auch dieser Flieger ist aus wenigen Metern Abstand nicht mehr zu hören. Fast lautlos gleitet die von einem Akku angetriebene Propellermaschine durch die Luft.

Bedenken von Bürgern

Enno Kampmann und Lars Zehetleitner gehören zu den „Jadefliegern“ des STV Wilhelmshaven. Die 21 Mitglieder zählende Modellfliegersparte des Vereins hat nach langer vergeblicher Suche in Wilhelmshaven nun im hintersten Winkel des Sillen­steder Gewerbegebiets ein kleines Areal von der Stadt gepachtet, wo sie ihrem Hobby, der Modellfliegerei, nachgehen will. Eine Graslandebahn von 25 Metern Länge wird noch angelegt und ein Bauwagen als Vereinstreff aufgestellt.

Wenn alles fertig ist, will sich der Verein den Sillenstedern und allen Interessierten mit einem Schautag vorstellen. „Auch jetzt schon ist jeder willkommen, der uns kennenlernen und sich über unser Hobby informieren möchte“, sagen einige Jadeflieger. Sie nutzten einen schönen spätsommerlichen Abend für eine Flugvorführung.

Die ferngesteuerten Flieger sind manchem Dorfbewohner nicht geheuer. Sie befürchten eine neue Lärmquelle und noch viel mehr, dass man mit den ferngesteuerten Fliegern und Drohnen ihr Haus ablichten oder ihre Privatsphäre filmen könnte. Einem Anlieger, der sich bei der Stadt beschwert hat, missfällt zudem die Art und Weise, wie die Stadt die Verpachtung des Geländes kommuniziert hat.

Solche Bedenken können die Jadeflieger grundsätzlich nachvollziehen, sie treffen aber auf die im Verein organisierten Modellflieger überhaupt nicht zu, betont Jadeflieger Jens Lietsch, der selbst aus Sillenstede kommt. Dem Verein sei an einem gedeihlichen Miteinander im Dorf sehr gelegen.

Geflogen werden nur Modelle mit Elektroantrieb, keine schwerer als zwei Kilogramm. Kaum vorstellbar, dass man die Fluggeräte noch in 300 Metern Entfernung hören kann – dort am Ortsrand stehen die ersten Wohnhäuser.

Kleiner Radius

Der Flugradius reicht ohnehin nicht an die Wohnbebauung heran. „Irgendwann werden die Flieger ja so klein, dass man sie und ihre Fluglage nicht mehr erkennen kann“, sagt Modellflieger Richard Bremer. Sinn und Zweck sei ja aber, die Maschinen im Flug zu sehen und gekonnt Bahnen am Himmel zu ziehen. Oder auszuprobieren, ob man eine Eigenkonstruktion zum Fliegen bringt.

Problematisch seien viel mehr die uninformierten Amateure, die sich im Elektromarkt beispielsweise einen Multikopter mit Kamera kauften und das Gerät in ihren Gärten oder vor der Haustüre aufsteigen lassen, meint Enno Kampmann. Fliegen dürfe man solche Geräte von jedem privaten Grundstück aus.

Die Jadeflieger hingegen blieben mit ihren Geräten weit weg von Wohngebieten: „Wir wollen nur fliegen. Und niemanden stören oder filmen“, sagt Zehetleitner. Zudem könnten die Piloten ihrem Hobby auch nur abends nach Fierabend und an Wochenenden nachgehen. Und dann müssten Licht und Wetter passen.


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Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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