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Handball: Neue SG-Führungsriege vor Herkulesaufgabe

29.05.2017

Altjührden Zwei Wochen nach dem schmerzhaften Absturz der Drittliga-Handballer der SG VTB/Altjührden in die Oberliga sowie langwierigen internen Beratungen und Gesprächen haben die Verantwortlichen erste Nägel mit Köpfen gemacht. So wurde auf der Führungsebene der von Kritikern seit langem geforderte Umbruch eingeleitet. Neuer Kopf der SG ist Piet Ligthart, langjähriger Physiotherapeut der Mannschaft, der zunächst von einen neunköpfigen Kompetenzteam tatkräftig unterstützt wird.

„Es ist ein Neustart, den ich nur deshalb angepackt habe, weil das positive Umfeld da ist“, erläutert Ligthart: „Als Team werden wir die Sache angehen und uns nicht verrückt machen lassen.“

Ligthart ist ab sofort nicht nur Gesellschafter der HSG Varel-Friesland UG, dem wirtschaftlichen Träger der Mannschaft, sondern zugleich auch Geschäftsführer. Dieses Amt bekleidet der 60-Jährige vorerst zusammen mit Enno Ulffers, der sich – wie schon länger geplant – Ende Juni nach 45 Jahren in der Verantwortung für den Zweit- und Drittliga-Handball in Varel in den „Ruhestand“ begibt.

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Mit sofortiger Wirkung hat sich indes Lothar Brecht als Teamverantwortlicher und Gesellschafter zurückgezogen. Er war seit Anfang der 90er-Jahre mit Unterbrechungen in der sportlichen Leitung aktiv, zuletzt aber nicht nur bei Fans, sondern auch bei Teilen der Mannschaft stark in die Kritik geraten. „Als Verantwortlicher für die Mannschaft trage ich auch Verantwortung für den Abstieg, den wir alle unbedingt vermeiden wollten“, erklärte Brecht. Er machte auch seine berufliche Eingebundenheit für den Abschied von seinem langjährigen ehrenamtlichen Engagement geltend.

Derweil bleibt der geplante Neuaufbau in der Viertklassigkeit eine echte Herkulesaufgabe für die neue Führungsriege der SG. Denn just am Sonntag, als Piet Ligthart offiziell als neuer Gesellschafter und Geschäftsführer der HSG Varel-Friesland UG vorgestellt wurde, gab es einen Dämpfer für die ohnehin schon sehr beschwerlichen Planungen.

Grund: Andrzej Staszewski, der seinen Verbleib über den 30. Juni hinaus bis zuletzt offen gelassen hatte, legt sein Traineramt zum Monatsende nieder. „Für mich ist die Zeit nach fünf intensiven, harten und wunderbaren Jahren gekommen, um aus dem Zug auszusteigen“, erläutert der 53-Jährige seine Entscheidung, „die mir sehr, sehr schwer gefallen ist“: „Mit diesem kleinen Kader und den Langzeitverletzen haben wir auch dank unseres super Publikums das Maximale herausgeholt. Leider hat es nicht gereicht, die Klasse zu halten. 
Und leider hat auch diese Zeit bei mir Spuren hinterlassen: Meine Batterie, Motivation und Lust sind ausgepowert – ich brauche jetzt eine kleine Pause für mich.“ Staszewski wünschte der neuen Geschäftsführung viel Erfolg und betonte: „Ich möchte nicht Tschüss sagen, sondern nur auf Wiedersehen. Mein Handball-Herz bleibt in Varel.“

Die neuen SG-Verantwortlichen traf Staszewskis Rückzug nicht gänzlich unvorbereitet. „Weil Andrzej sich vergangene Woche noch Bedenkzeit erbeten hatte, haben wir uns schon Gedanken über mögliche Alternativen gemacht. Jetzt wo seine Entscheidung gefallen ist, werden wir die Suche intensivieren“, erklärt Ligthart.

Für das neue Führungsteam, das zudem den Kontakt zu den Sponsoren deutlich verbessern möchte, hat auch die Kaderplanung absolute Priorität. Nach den bereits vermeldeten Abgängen von Marek Mikeci (wechselt zum Drittligisten OHV Aurich), Jan Derk Janßen, Max Wiedenmann, Björn Bröckerhoff, Etrit Xhafolli und Kevin Straten liegen der SG aktuell lediglich die festen Zusagen von fünf Spielern vor: Helge Janßen, Oliver Staszewski, Kevin Langer, Fabian Hartwich und Justin Herrmann. Daher muss abgewartet werden, wie schlagkräftig die neue Oberliga-Truppe ob des noch dazu späten Zeitpunkts in der Saisonplanung noch werden kann. Zumal der Verbleib von Martins Libergs, Levin Stasch, Jochen Toepler und Joke Brüning fraglich ist.

Dennoch sieht Ligthart Chancen: „Wir rechnen mit einem einstelligen Tabellenplatz. Je nach dem, welche Verstärkungen kurzfristig noch möglich sind, ist nach oben hin keine Grenze gesetzt.“ Eine Rückkehr in die Dritte Liga sei innerhalb der nächsten drei Jahre geplant: „Aber erst einmal freuen wir uns auf viele interessante Derbys in der neuen Spielklasse.“

Henning Busch Lokalsport / Redaktion Friesland
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