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NWZonline.de Region Friesland Lokalsport

Jadehaie setzen starkes Zeichen der Solidarität

25.11.2019

Sande In den Farben getrennt, in der Sache vereint: Ein weiteres starkes Zeichen der Solidarität mit dem vor vier Wochen an gleicher Stätte schwer verunglückten HSV-Spieler Tjalf Caesar hat der ECW Sande am Samstagabend in der Eishalle an der Weserstraße gesetzt. So wurde das erste Heimspiel nach dem Drama vom 26. Oktober in der abgebrochenen Partie gegen den Hamburger SV ganz unter den Benefizgedanken gestellt und von mehreren Spendenaktionen begleitet.

Nach der Schlusssirene beim 14:1 (5:0, 5:0, 4:1)-Kantersieg gegen die Harsefeld Tigers vor 690 Zuschauern versammelten sich Spieler und Offizielle beider Teams zusammen mitten auf der Eisfläche und schickten mit großen Bannern eine Grußbotschaft an den Verunglückten: „Gemeinsam stark! #27 Tjalf #Eishockeyfamilie“.

„Nicht aufgeben, Tjalf!“

„Wir sind eine riesengroße Eishockey-Familie, die ganz stark zusammenhält, wenn es darauf ankommt“, erklärte der ECW-Fanbeauftragte Michael Scarlatescu unter großem Beifall via Hallen-Mikrofon: „Mit unseren Spenden können wir ein Stück dazu beitragen, der Familie Caesar zu helfen. Und unsere große Bitte an Tjalf lautet: Nicht aufgeben!“ Allein bei der Versteigerung der eigens für die Harsefeld-Partie angefertigten pinken Trikots der Jadehaie kamen am Samstag 2230 Euro zusammen.

Zudem wurde beim Verteilen der Stadionzeitung „Power Break“ und Verkauf von Donuts Geld für das vom Fanbeauftragten eingerichtete Spendenkonto gesammelt: Sparkasse Wilhelmshaven, IBAN: DE 06 2825 0110 0035 1509 03. Kontoinhaber: Michael Scarlatescu. Verwendungszweck: Helft Tjalf.

Genickbruch erlitten

Derweil hat die Familie von Tjalf Caesar mehr Details über den aktuellen Gesundheitszustand des 23-Jährigen bekannt gegeben. So hat sich der HSV-Stürmer, der nach einem Zweikampf mit dem Kopf voran in die Bande gestürzt war und noch auf dem Eis reanimiert werden musste, vor vier Wochen wie befürchtet das Genick gebrochen. Der Student, der zwischenzeitlich im Koma lag und mehrfach operiert wurde, ist seit dem Unfall vom Hals abwärts gelähmt und wird beatmet.

„Ob und was zurückkommen wird, steht in den Sternen“, sagte Vater Jens Caesar den Lübecker Nachrichten: „Er wird definitiv über lange Zeit Pflege brauchen.“ Es seien aber kleine Schritte der Verbesserung erkennbar, dazu trage auch die große Welle der Hilfsbereitschaft aus der bundesweiten Eishockey-Familie bei. Die Solidarität gebe dem 23-Jährigen Kraft. „Solange ihr mich vorantreibt und nicht vergesst, kann ich gar nicht mit dem Kämpfen aufhören“, hatte Tjalf Caesar vergangene Woche selbst auf der Facebookseite des HSV mitgeteilt.

Somit hatte das Spiel des ECW Sande gegen Aufsteiger Harsefeld Tigers am Samstag in den Hausherren nicht nur einen klaren sportlichen Sieger, sondern abseits der Eisfläche weitere Gewinner: Tjalf Caesar und dessen Familie, die auch dank der Spenden aus Sande einen Teil der Behandlungs- und möglichen weiteren Folgekosten werden decken können.

Auf dem Eis hatten die Zuschauer Samstag eine ebenso torreiche wie einseitige Partie geboten bekommen. Von Beginn an sorgten die Jadehaie für viel Wirbel vor dem Gehäuse der Gäste. Schnell wurde deutlich, dass die Jadehaie sowohl schlittschuh- als auch stocktechnisch klare Vorteile besaßen.

„Wichtig war, dass wir zu Hause nicht gleich auf so einen schweren Brocken wie etwa Braunlage getroffen sind, sondern auf einen nicht ganz so guten Gegner“, erläuterte ECW-Kapitän Nick Hurbanek: „So sind wir gut in die Partie gegen Harsefeld reingekommen und am Ende mit einem guten Gefühl rausgegangen.“

Hattrick von Hvorostinins

Den Torreigen eröffnete Vitalijs Hvorostinins (7.). Weiter ging es im Minutentakt. Auf das 2:0 von Christoph Josch (8.) folgte das 3:0 von Hvorostinins (9.), das er mit hochgerissenen Armen vor der Haie-Fankurve feierte. Auch danach waren die Sander deutlich schneller auf den Kufen und meist Zweikampf-Sieger.

„Die Vorgabe, mit frühem Forechecking viel Druck auf die gegnerischen Verteidiger auszuüben, hat die Mannschaft vor allem im Anfangsdrittel gut ungesetzt“, analysierte ECW-Coach Sergey Yashin. So schraubte Johannes Mundt den Spielstand auf 4:0 (14.), ehe wenig später Hvorostinins einen lupenreinen Hattrick perfekt machte und auf 5:0 stellte (15.).

Im zweiten Drittel war noch keine Minute gespielt, da umkurvte Viktors Jasjonis den bemitleidenswerten Harsefelder Keeper und traf zum 6:0 (21.). Dann folgte eine Szene mit absolutem Seltenheitswert bis dahin: Ein Harsefelder zog gefährlich ab, doch ECW-Goalie Karlis Zakrevskis war auf dem Posten (22.). Auf der Gegenseite erzielte Artur Galwas das 7:0 (24.).

Danach schlich sich etwas der Schlendrian ins Sander Aufbauspiel ein. Die Harsefelder, bei denen auch die drei Kanadier im Team blass blieben, während die sechs Zugänge vom zurückgezogenen Adendorfer EC noch nicht zum Einsatz kamen, brachten nun mehr Schüsse auf das Sander Gehäuse – allerdings ohne Zählbares.

Die „Durststrecke“ der Gastgeber beendete dann indes Sergejs Piskunovs mit dem 8:0 (35.). Vor dem Drittelende stellten Christoph Josch (37.) und Piskunovs mit einem schönen Schlenzer in den Winkel (38.) auf 10:0. „Einer geht noch, einer geht noch rein!“, skandierten die ECW-Fans.

Gesagt, getan: Im Schlussdrittel erhöhten Galwas (42.), Jan Holiga (45.) und Alexander Josch (53.) auf 13:0, ehe Philipp Bergmann der Ehrentreffer der Harsefelder zum 13:1 (53.) gelang. Passend zur großen Dominanz der Jadehaie markierte aber Sandes Tim Maier noch den 14:1-Endstand – in Unterzahl (59.). „Unterm Strich haben wir die Scheibe schon gut laufen lassen und hatten schön herausgespielte Tore dabei“, bilanzierte Hurbanek zufrieden. So könne es weitergehen.

Henning Busch Lokalsport / Redaktion Friesland
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