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NWZonline.de Region Friesland Lokalsport

Vereine: Von den Jugendsünden der „Sander Jungs“

19.10.2017

Sande Ähnlich wie Heinrich von Kleists „Der zerbrochene Krug“ war für die „Sander Jungs“ ein zerbrochener Stuhl und das Theater, das sie seinetwegen im „Sander Hof“, dem früher bekannten Gasthof mit Saal und Kegelbahn inmitten des Dorfes erlebten. Die „Sander Jungs“ sind ein aus Gewerbetreibenden bestehender Kegelklub, der in diesen Tagen sein 60-jähriges Bestehen feierte.

Zur Gründung kam es einst als Folge einer guten Tat. Die Geschäftsleute waren 1957 gebeten worden, mit ihren Autos kostenlose Fahrdienste für Bewohner des Sanderbuscher Alters- und Pflegeheimes bei einem Ausflug zur „Waldschänke“ in Schoost zu übernehmen. Dort kehrte man in Hella Heikens Keglerlokal ein und die Sander Günther Wübbenhorst, heute 90-jährig, und Enno Dirks, der längst gestorben ist, kamen auf die Idee, in Sande einen Kegelklub zu gründen und in Schoost zu kegeln. Als zwei Jahre später am „Sander Hof“ eine neue Kegelbahn gebaut wurde, zog man dorthin um.

Doch dann kam es zum Eklat, als neun Kegelbrüder feuchtfröhlich und gründlich mit sechs Flaschen Doornkaat und 42 Flaschen Wasser den „zweiten Geburtstag“ ihres Mitkeglers Enno Dirks begossen. Dirks hatte unverletzt in seinem Auto einen schuldlosen Zusammenstoß mit der Vorortbahn überstanden. Sein Auto war nur noch Schrott.

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Spät abends setzten sich dann zwei Kegelbrüder zugleich auf den selben Stuhl. Der zerbrach und wurde, notdürftig zusammengesteckt, beiseite geschoben. Fritz Eden, der derweil auf der Kegelbahn war und nichts bemerkt hatte, bot dem erbosten Wirt Hans Rohlfs, eine Wette um 100 DM an, weil er von der Unschuld der „Sander Jungs“ überzeugt war.

Die Kegler erhielten wenig später vom „Sander Hof“ ihren Platzverweis. Sie kegelten zehn Jahre in Heidmühle und danach wieder in Schoost. Doch schon ein Jahr nach dem Vorfall schmückten sie für den Umzug beim Sander Markt einen Festwagen: Darauf alle Kegler und ein zerbrochener Stuhl. Wie zufällig stockte der Festumzug, als gerade dieser Festwagen vor dem „Sander Hof“ stand.

Seit fünf Jahren kegeln die „Sander Jungs“ alle 14 Tage in Sande in „Landhaus Tapken“, das nun Leiners Landhotel heißt. Dabei wird nicht nur gekegelt, sondern auch debattiert und die Gemeinschaft gepflegt. Dort feierten sie jetzt mit ihren Ehefrauen, die viele Jahre als „Sander Deerns“ ebenfalls kegelten und sich jetzt nur noch treffen, das Jubiläum des Vereins.

Kegelvater war 20 Jahre lang Günther Wübbenhorst. Seit 2001 steht Siegfried Roesler an der Spitze. Gemeinsam wurden Ausflüge und Fahrradtouren unternommen. Zuletzt ging es an Rhein, Mosel und Ahr. Obgleich einige der heutigen „Jungs“ schon im Rentenalter sind, soll der Name des Vereins so bleiben.

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