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NWZonline.de Region Friesland Lokalsport

Freibad bald eine Badestelle ?

22.03.2018

Schortens Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt denkt zurzeit kaum einer an die nächste Freibadsaison – doch die rückt Ende März natürlich immer näher. In etwa zwei Monaten soll das Naturfreibad Heidmühle in die neue Saison starten.

Was genau ist eine Badestelle?

Eine Badestelle ist vor allem rechtlich gesehen ein Unterschied zum Naturbad:
 Ein Badestelle muss frei zugänglich sein
 es wird kein Eintrittsgeld verlangt
  es sind auf dem Wasser keine bädertypischen Attraktionen wie Sprunganlagen, Rutschen oder Pontons und künstliche Badeinseln vorhanden.

Unterschied zu einem Freibad sind
  vor allem das fehlende Fachaufsichtspersonal und somit die Bereitschaft einer Wasserrettung . Die kann, muss an einer Badestelle aber nicht vorgehalten werden.

Bädertypische Anlagen wie Umkleiden, Toiletten, Duschen sowie Kiosk und das Restaurant s ind erlaubt und können auch an einer Badestelle weiterbetrieben werden.

Eine Badestelle darf den Nichtschwimmerbereich weiterhin klar kennzeichnen.

Es könnte im 70. Jahr seines Bestehens die letzte Saison als Naturfreibad sein – denn das Bad, so scheint es derzeit, könnte in eine „Badestelle“ umgewandelt werden. Das ändert für die Gäste zunächst einmal nicht viel am sommerlichen Badevergnügen, hat aber rechtliche Konsequenzen für die Stadt als Betreiber.

Es geht vor allem um das Vorhalten von Badeaufsichten und um haftungsrechtliche Fragen. Die sind in einem Freibad anders geregelt als an einer Badestelle. Über die wesentlichen Aspekte und Unterscheide hat nun der Bäderexperte Dr. Carsten Sonnenberg, Syndikus der Stadtbad Braunschweig Sport und Freizeitgesellschaft und Vorstandsmitglied in der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen, im Schortenser Bäderausschuss informiert.

Problem: Personal fehlt

Auslöser der Überlegungen über eine mögliche Umwandlung sind mangelndes Personal – vor allem für die Badeaufsicht und somit für die Sicherheit am und auf dem Wasser – und die meist starren Öffnungszeiten. „Wir haben immer größere Probleme, qualifizierte Rettungskräfte zu finden“, sagte Schortens’ Bäderleiter Peter Kramer.

Bislang hieß es stets, dass das Freibad bei einer Umwandlung zur Badestelle keine „bädertypischen Anlagen“ wie Sprungtürme, Sanitärgebäude oder Kiosk vorhalten dürfe. Ein Irrtum, wie der Jurist und Bäderexperte im Fachausschuss klarstellte.

Demnach geht es im Fall einer Umwandlung nur um Attraktionen auf dem Wasser, die eine Badestelle nicht mehr haben darf. Schwimmponton oder künstliche Badeinsel und Sprunganlage – die ohnehin schon in der vergangenen Saison gesperrt war – dürfe es an einer Badestelle nicht geben. „Das Risiko liegt im Wasser“, sagte Sonnenberg. Daher würden Attraktionen im Wasser Badeaufsicht bedeuten.

Was am Wasser ist, spielt hingegen keine Rolle. „An Land können Sie machen, was sie wollen“, sagte Sonnenberg. Sanitäranlagen mit Dusche, Toiletten und Umkleiden – erst vor wenigen Jahren saniert – könnten also bleiben. Ebenso spricht laut Sonnenberg auch an einer Badestelle nichts gegen Kiosk und Restaurant.

Im Rat war man bisher davon ausgegangen, dass auch Kiosk, Restaurant und Sanitäranlagen nicht zulässig sind, so Bürgermeister Gerhard Böhling. Im Ausschuss hieß es daher zuletzt mehrheitlich, dass der Status beibehalten und das Naturfreibad nicht in eine Badestelle umgewandelt werden soll. Nun deutet sich eine Meinungsänderung an.

Eintritt immer frei

Wird das Freibad zur Badestelle, ist der Eintritt grundsätzlich frei. Die Stadt als Betreiberin darf den Zutritt zum Gelände allerdings zu bestimmten Zeiten unterbinden und abends die Tore aus Sicherheitsgründen und zum Schutz vor Vandalismus abschließen. Eine Badeaufsicht, wie sie die DLRG bislang stellte, ist gewünscht und soll es laut Aussage der DLRG im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch weiterhin geben – vor allem bei sommerlichem Hochbetrieb. Verpflichtend ist sie an einer Badestelle aber nicht.

Vor allem aber könnte eine Badestelle zeitlich flexibler geöffnet sein. „Wir könnten viel mehr Öffnungszeiten bieten“, sagte Böhling. Außerdem gebe es keine Sonder-Badezeiten mehr für Frühschwimmer und für Nachmittagsgäste. Die Badestelle würde morgens geöffnet und abends geschlossen. Und die Saison wäre erst dann vorbei, wenn auch das schöne Wetter vorbei ist. Oft war es so, dass nach Saisonende der Sommer noch mal zu Hochform auflief. Das Bad war da schon im Winterschlaf und die Bürger entsprechend verärgert.

Umwandlungen von Naturfreibädern in Badestellen gebe es inzwischen überall, sagte Sonnenberg. Auch in Schortens wäre das ohne großen Aufwand möglich. Der Badesee weist an seiner tiefsten Stelle aber bis zu acht Meter auf. „Die müssten gekennzeichnet werden, weil in solchen Tiefen eine Rettung nur schwer möglich ist. Ebenso sollte der Zutritt in den Schilfgürtel unterbunden werden, weil dort Kinder kaum zu sehen seien“, riet Sonnenberg.

Im Bäderausschuss betonten alle Seiten, dass die Sicherheit am und im Wasser an oberster Stelle stehen müsse. Gut, wenn die DLRG weiterhin dafür sorgen wolle. Bei einer Umwandlung in eine Badestelle müsste das Naturfreibad umbenannt und eine Infokampagne und Beschilderungen im Bad sollten über die Änderungen informieren.

Das letzte Wort hat der Stadtrat. Der entscheidet am 26. April über die Frage Naturfreibad oder Badestelle. Eine Änderung wäre somit schon zur Saison 2018 möglich.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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