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NWZonline.de Region Friesland Lokalsport

Wo Profis und Volksläufer gefeiert werden

20.08.2018

Schortens Dank einer Rekordbeteiligung von 2333 Startern und einer nun alleinigen Rekordsiegerin im Hauptlauf über 10 englische Meilen ist am Samstag der 32. Jever-Fun-Lauf in Schortens mit zwei kräftigen Paukenschlägen beendet worden. „Das freut uns sehr“, betonte Chef-Organisator Rudi Budweg stellvertretend für die Organisatoren des Heidmühler FC.

Dabei war die Vorbereitung insbesondere auf den Hauptlauf angesichts diverser kurzfristiger Absagen von Spitzenläufern wegen Visa-Problemen oder Verletzungen äußerst holprig verlaufen. So musste etwa in Jens Nerkamp der deutsche Vizemeister im Halbmarathon am Vortag des Rennens nach einem heftigen Trainingssturz passen.

Dennoch konnte sich das Starterfeld über 10 englische Meilen (16,09 km) wieder sehen lassen. Bei den Männern kristallisierte sich schnell heraus, dass sie klar über der Streckenrekord-Zeit von 2010 (45:23 Min.) finishen würden. Trotzdem kam es schon in der ersten Runde zu Überrundungen. Viele Volksläufer ließen sich indes während des Rennens von am Straßenrand mitfiebernden Familienangehörigen, Freunden, Bekannten oder Schortensern feiern, genossen bei aller Anstrengung sichtlich die Anfeuerungsrufe und applaudierten teils selbst den an ihnen „vorbeifliegenden“ Topläufern.

Mehr Infos zum Jever-Fun-Lauf finden Sie in der heutigen Ausgabe auf den Seiten 14, 20, 21, 29.

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Die Frauen lagen nach der zweiten Runde noch auf Streckenrekord-Zeit, die Vorjahressiegerin Naom Jebet (Kenia) mit 52:27 Min. aufgestellt hatte. Dann ließen sie es aber langsamer angehen – zumal sich Tabitha Gichia von den Verfolgerinnen abgesetzt hatte und im Rennen fortan ganz auf sich allein gestellt war. Sie gab trotz Magenkrämpfen auch auf der letzten Runde alles, überquerte nach 55:09 Minuten völlig verausgabt die Ziellinie und hatte dabei nicht einmal mehr die Kraft, die Arme hochzureißen.

„Tabitha ist ein toller Mensch!“, freute sich Angelique Grooteman, Lebensgefährtin des niederländischen Laufmanagers Charles Paanakker, mit der total erschöpften Siegerin: „Sie ist zweifache Mutter, alleinerziehend, geht zur Arbeit und trainiert trotzdem hart – und das alles mit immerhin schon 33 Jahren.“

Zweite wurde Caroline Makandi Gitonga (KEN/56:21 Min.) vor Hellen Mutheu Mueni (KEN/5624 Min.) und Victoria Brandt (LAC Olympia Berlin/58:17. Min.).

Tolle Visitenkarte

Bei den Männern ging es auf der Zielgerade deutlich enger zu. Dabei setzte sich der Kenianer Joseph Mutwanthei Mumo in 48:16 Min. knapp vor dem US-Amerikaner Ryan Vail (48:19 Min.) durch, der in der dritten von vier Runden einen kleinen Durchhänger hatte. „Er war ein kleiner Geheimfavorit für mich und hat bei seinem Debüt in Schortens tatsächlich eine enorm gute Visitenkarte abgegeben“, lobte Budweg: „Wäre das Rennen einen Kilometer weiter gegangen, hätte der Amerikaner wohl sogar gewonnen.“

Bemerkenswert beim Sieger: Mumo war erst anderthalb Stunden vor dem Rennen in Schortens angekommen und startete trotz vorheriger sechsstündiger Anfahrt im Auto gleich voll durch auf der Laufstrecke.

Zufrieden mit seinem Abschneiden zeigte sich auch der Vareler Jan Knutzen, der für die SG aquinet Lemwerder startet. Er war als zweitbester Deutscher und Gesamt-Sechster in 52:28 Min. mit ausgestreckten Armen ins Ziel gelaufen: „Dafür, dass ich die 10 englischen Meilen zuvor noch nie gelaufen bin, bin ich mit meiner Zeit und der Platzierung zufrieden. Auf der Strecke hätte ich mir allerdings schon eine Gruppe gewünscht, aber irgendwie hat jeder in der Spitze sein eigenes Ding gemacht.“

Derweil herrschte beste Stimmung am Straßenrand – insbesondere im Zielbereich auf der Menkestraße und Rheinstraße vor dem Bürgerhaus. Angefeuert und beklatscht wurden auch die vielen Volksläufer, bei denen statt schneller Zeiten das Dabeisein und Ankommen das große Ziel darstellte. Vor allem unter den 350 Teilnehmern an der NWZ-Fitnessaktion „Lauf geht’s“ waren viele Starter, die sich erstmals überhaupt bei einem Wettkampf an die 10 km gewagt hatten.

Klarer Sieger über diese Distanz wurde Brhane Tsegay (SG aquinet Lemwerder) nach einem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg in 33:23 Minuten. „Ich wollte eigentlich eine 32er-Zeit laufen und habe von Beginn an aufs Tempo gedrückt – leider hat es am Ende nicht ganz geklappt“, erklärte der gebürtig aus Eritrea stammende erfolgreiche Titelverteidiger: „Die Stimmung hier war aber wieder sehr gut. Ich habe immer große Lust, in Schortens zu laufen und will auch nächstes Jahr versuchen, meinen Titel zu verteidigen.“

Zuvor Ironman-Debüt

Den zweiten Rang vor Pascal Wedeken (Osnabrück/ 36:13 Min.) holte der Vareler und Vorjahres-Dritte Matthias Schütte (Papier- und Kartonfabrik Varel) in 35:35 Minuten. Dabei hat er in diesem Jahr nur für sein Ironman-Debüt trainiert und erst vor drei Wochen in Hamburg einen starken dritten Platz in der Altersklasse 18 bis 24 Jahre belegt (die NWZ berichtete).

„Ich musste mich in Schortens diesmal überraschen lassen, was mein Körper hergibt“, sagte Schütte: „Ich bin die erste Runde daher bewusst ruhiger angegangen. Ich kenne Brhane und wusste, wenn ich mich an ihn dranhänge, dann zerschießt es mich. Mehr ging am Ende nicht, ich habe alles gegeben.“

Da der 23-Jährige zudem als Trainer bei der „Lauf geht’s“-Aktion in Varel aktiv ist, lief er kurz nach seiner Zielankunft – quasi zum Auslaufen – noch eine Runde mit seiner Mutter mit, die in Schortens ihren ersten 10-km-Lauf meisterte.

Glücklich zeigte sich auch die schnellste Frau über 10 km. Die 18-jährige Bonnie Andres vom VfL Oldenburg war bei ihrem Debüt nach 39:16 Min. ins Ziel gesprintet: „Eigentlich hatte ich eine 43er-Zeit angepeilt, aber habe schon nach 5 km gemerkt, dass mehr geht. Schön, dass es eine viel schnellere Zeit geworden ist.“ Zweite wurde Janina Meyer (LC Delmenhorst/ 42:19 Min.), Dritte Deike Burkhardt (Turboschnecken Westerstede/43:22 Min.).

Den 5-km-Lauf hatte zuvor Hauke Hansen (Papier- und Kartonfabrik Varel) in 17:23 Min. gewonnen, gefolgt von Murtadha Neamah (Power Man/17:28 Min) und Janno Meenken (DSC Oldenburg/17:42 Min.). Schnellste weibliche Läuferin war Claudia Frerichs in 20:36 Minuten. Zweite wurde Neele Harms (BV Garrel/20:56 Min.), Dritte Julia Fangmann (LT Waldschleicher Lohne/21:13 Min.).

Henning Busch
Lokalsport
Redaktion Friesland
Tel:
04451 9988 2510

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