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NWZonline.de Region Friesland Lokalsport

Inklusion mal andersherum

01.11.2019

Schortens Judo, Karate, Jiu Jitsu – Elemente dieser und anderer Kampfsportarten trainiert und lehrt Jeanette Netzelmann vom TuS Oestringen in ihrer Sparte „Effektive Selbstverteidigung“. Mehrfach hatten die Kampfsportler des TuS auch schon Besuch von zwei Gruppen der „Lebensweisen“. Und die Jugendlichen mit Behinderung waren jedes Mal begeistert von dem Training und von der Erfahrung, dass auch sie trotz ihrer Handicaps mit ein paar geübten Handgriffen und einfachen Wurftechniken einen Kontrahenten „aufs Kreuz“ legen beziehungsweise auf die Matte werfen konnten.

Kampfsport für Menschen mit Behinderung? Was auf den ersten Eindruck irgendwie gar nicht so recht zusammenzupassen scheint, soll jetzt in Schortens in größerem Stil aufgezogen werden: Kooperationspartner sind der TuS Oestringen und der TuS Glarum sowie der Verein „Lebensweisen“. Und ihr gemeinsames Projekt heißt „Grenzenlos und stark“. Finanziell unterstützt wird es von der „Aktion Mensch“, und zwar mit einer großen Fördersumme von mehr als 41 000 Euro über drei Jahre.

Grenzenlos und stark

Nicht nur Sportgeräte wie Matten, Helme, gepolsterte Kampfstöcke und Körperschutz müssen angeschafft werden, vor allem die Betreuung der behinderten Sportler und Fahrdienste kosten Geld, sagt Margret Finkenstädt von den Lebensweisen. Die drei Vereine haben viel Zeit investiert, um ihr Projekt für das Kuratorium von „Aktion Mensch“ zu beschreiben und den Förderantrag zu stellen. Es hat sich gelohnt. Clemens Krips und Reinhard Milter (TuS Glarum), Arno Eckhoff und Jeannette Netzelmann (TuS Oestringen) sowie Margret und Peter Finken­städt (Verein „Lebensweisen“) stellten „Grenzenlos und stark“ nun zusammen mit Bürgermeister Gerhard Böhling vor.

Glückliche Fügung und zugleich auch Mitauslöser des ganzen Vorhabens ist der Neubau der Turnhalle in Glarum, die gerade bei der Grundschule angebaut wird. Sie liegt direkt an Schortens’ berühmter Langsamstraße und somit in Nachbarschaft der „Lebensweisen“ mit ihrem Café Suutje und der Wohnstätte der GPS in Barkel. „Ziel des Vorhabens ist, Begegnung zu schaffen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung“, sagt Clemens Krips.

Die Idee ist, zunächst einmal Kampfsport für Behinderte anzubieten. Zielgruppe sind Jugendliche ab 16 Jahren. „Nach oben gibt es keine Altersgrenze“, so Trainerin Jeanette Netzelmann, die selbst eine behinderte Tochter und viel Erfahrung im Umgang mit behinderten Menschen hat. Für „Grenzenlos und stark“ assistieren ihr einige ihrer jugendlichen Sportler des TuS Oestringen. Später sollen nach und nach Menschen ohne Behinderung dazustoßen. „Das wäre dann Inklusion einmal andersherum“, so Reinhard Milter.

Die Turnhalle wird im nächsten Frühjahr fertig und steht dann der Schule und den Vereinen zur Verfügung, sagt Gerhard Böhling. Rund um dieses Datum – ein genauer Termin steht noch nicht fest – soll es im Bürgerhaus eine Auftaktveranstaltung für „Grenzenlos und stark“ geben, in der das Projekt vorgestellt wird und mit der auch weitere Kampfsport-Interessierte zum Mitmachen animiert werden sollen. Richtig losgehen soll es mit dem neuen inklusiven Sportprojekt voraussichtlich im Mai/Juni. Fest stehen schon die Übungszeiten: Jeweils mittwochs von 18 bis 20 Uhr wird in der neuen Halle in Glarum trainiert.

Stark dank Kooperation

Auch wenn die Idee mehr oder weniger in Oestringen geboren wurde: Für die Jugendlichen mit Behinderung ist die Mobilität ein Problem. Zur TuS-Halle am Huntsteert ginge es nicht ohne Auto. Die Halle des anderen TuS in Glarum liegt dagegen direkt vor ihrer Haustür. Beide Sportvereine versprechen sich viel von dem neuen Angebot. Schon jetzt werden übrigens Anstrengungen unternommen und Sponsoren akquiriert, damit das Projekt auch nach Ablauf der Förderung weiterlaufen kann, betont Milter.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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