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NWZonline.de Region Friesland Lokalsport

Nordwesten Fiebert Bei Frauen-Wm Mit: Kick it like Schweini

25.06.2015

Jeverland Verfolgt sie die Fußball-WM der Frauen in Kanada? „Na klar, da bin ich immer dabei“, sagt Sabrina Prenzel, Trainerin einer Fußballjugendmannschaft der Eintracht Wangerland.

Längst nicht alle Fußball-Fans sind indes begeistert vom Frauenfußball: „Die Spiele der Frauen-Teams werden nicht so gewürdigt wie die der Männer“, meint Sabrina Prenzel: „Schade eigentlich – denn die Frauen spielen am Freitag ja schon im Viertelfinale.“

Kein Korso, kein Jubel

Während bei der Fußball-WM der Männer ganz Deutschland und die ganze Welt mitfiebert und mitfeiert, geht es bei der Weltmeisterschaft der Frauen sehr ruhig zu. Public Viewing oder Autokorsos bei Siegen der deutschen Elf von Trainerin Silvia Neid gibt es nicht – obwohl die WM in den Sommer fällt.

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Fußballerin Sabrina Prenzel ärgert das. „Die Mädels holen einen Titel nach dem anderen, sie spielen fast so gut wie die Männer: Und trotzdem werden die Spiele nicht so wahrgenommen.“

Das Gefühl, dass Frauen-Fußball nicht genug Aufmerksamkeit erhält, hatte die 32-Jährige schon, als sie selbst noch aktiv Fußball gespielt hat. „Viele denken, dass Frauen nicht Fußball spielen können, und wenn eine Frau doch kickt, wird sie garantiert für eine Lesbe gehalten.“ Solche Vorurteile hat sie häufiger gehört – auch als Trainerin.

Seit fast einem Jahr trainiert sie eine Jugendmannschaft, die fast nur aus Jungen besteht. Aber nur fast: „Zwei Mädchen spielen mit. Eines davon ist meine Tochter“, sagt Prenzel.

Nicht nur Sabrina Prenzel musste den jungen Fußballern in ihrer Mannschaft erst einmal zeigen, dass auch sie als Frau Fußball spielen kann und sich auskennt. Auch ihre Tochter Angelina und ihre Freundin mussten sich erst einmal beweisen. „Die Jungs haben erst skeptisch reagiert, aber inzwischen sind die Mädchen fest im Team.“

Das bestätigt Angelina: „Manchmal blödeln die Jungs herum, aber eigentlich ist es ganz lustig und macht Spaß“, sagt die Elfjährige. Im Fernsehen schaut sie selbst eher die Männer-WM: „Ich spiele ja auch in einer männlichen Mannschaft – dann sehe ich, wie sie spielen“, erklärt sie.

Obwohl Sabrina Prenzel auch bei den Fußballerinnen in den Weltmeisterschaftspielen Unterschiede feststellt – „die Männer spielen mit mehr Körpereinsatz“ – macht sie in ihrem Training keine Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen. „Im Gegenteil, von meinen Mädels erwarte ich viel. Und inzwischen haben sie Hemmungen verloren und spielen ebenfalls mehr mit dem Körper“, sagt sie.

Auch wenn Sabrina Prenzel die Vorurteile gegenüber Frauen-Fußball sehr ärgern, zieht sie doch einen Vorteil daraus: „Dadurch werden die Mädchen in unserer Mannschaft von den Gegnern oft unterschätzt. Aber dann zeigen sie es ihnen. . .“

Auch Elisabeth Jaskulska, Trainerin einer Mädchen Fußballmannschaft des FSV Jever, bedauert, dass die Frauen-WM so wenig präsent ist. „Irgendwie ist der männliche Fußball tiefer in der Gesellschaft verankert“, meint sie.

Sie selbst hat vor knapp fünf Jahren gemeinsam mit ihrem Mann Guido die erste Mädchen-Fußballmannschaft in Jever auf die Beine gestellt. „Meine Tochter wollte gerne Fußball spielen“, erinnert sich die 45-Jährige, „und da sie nicht bei den Jungs mitspielen wollte, haben wir einfach mal ein Probetraining gestartet.“ Das Ergebnis: Das Angebot wurde sehr gut angenommen, viele Mädchen haben sich zum Kicken gemeldet.

Spiele erst spät im TV

Das Spielen und Trainieren macht Elisabeth Jaskulska viel Freude. Die Spiele der deutschen Nationalelf im Fernsehen verfolgt sie aber nicht ständig. „Das liegt allerdings auch an den späten Uhrzeiten“, sagt sie. Eine bessere mediale Präsenz würde sich die Trainerin dennoch wünschen. „Da könnte man schon mehr machen“, sagt sie. „Allerdings gilt das auch für andere Sportarten wie Handball“, meint sie.

Während der letzten Frauen-WM 2011 ist sie sogar gemeinsam mit ihrer Mädchenmannschaft zum Spiel USA-Schweden nach Wolfsburg gefahren. „Das hat mir sehr gefallen und es war aufregend“, sagt Jaskulska. „Aber auch dort haben wir sofort gemerkt: Die gesamte Stadion-Atmosphäre war nicht so wie bei der Fußball-WM der Männer.“ Eigentlich schade.

Antje Brüggerhoff Agentur Hanz / Redaktion Jever
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