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NWZonline.de Region Friesland Lokalsport

Ausdauersport: Auf Rollen durch den friesischen Sommer

17.06.2020

Varel Für Michael Berg aus Varel zählt Nordic Inline-Skaten zu den komplettesten Sportarten überhaupt. „Die Faszination des Ganzen ist die Beanspruchung des gesamten Körpers. Außerdem skatet man durch die Natur, die in unserem Bereich sehr vielseitig ist. Der Bewegungsablauf hat dabei etwas Meditatives, Gedanken lassen sich gut sortieren“, erklärt der 52-Jährige. Leider seien aber gerade hier in Friesland die Radweg- und Straßenbedingungen oft schlecht, die Strecken teilweise regelrecht kaputt.

Die Sportart Nordic Inline-Skaten ist am einfachsten beschrieben mit Skilanglauf für den Sommer. Über die Stockbewegung und die Rollbewegung wird der gesamte Körper koordinativ gefordert. „In Schweden und Norwegen setzt man den Sport auch für Wirbelsäulenpatienten oder für Patienten mit Lymphabflussstörungen ein. Gerade für die Wirbelsäule und Gelenke ist es ein schonender Sport“, sagt Berg.

Der zeitliche Ursprung des Sports liegt in den 80er Jahren. In Finnland suchte man nach alternativen Trainingsformen bezüglich eines Sommertrainings für Skilangläufer und Biathleten. Beginnend mit Rollern entwickelt sich dann in den weiteren Jahrzehnten das Skiken mit sogenannten Cross-Skates.

Anfang der 2000er Jahre kam dann das Nordic Inline-Skaten dazu. „Diese Aktivität wird auch als Alternativsport bei Fußballern, Handballern, Tennisspielern und vielen anderen Sportarten eingesetzt. Der Effekt ist eine bessere Koordination und geringere Verletzungsanfälligkeit“, betont der Physiotherapeut.

Berg beschäftigte sich zum ersten Mal im Alter von 50 Jahren mit Nordic-Inline-Skaten. Vorerfahrung durch Schlittschuhlaufen hatte er keine. „Nach einer Norovirus-Infektion 2018 war mein Immunsystem geschwächt. Dadurch bekam ich anschließend den Influenza-C-Virus, der mir sechs Wochen zusetzte. Laufen ging nicht, also fing ich mit dem Nordic Inline-Skaten an“, erzählt er.

Gerade die Koordinationskomponente sei ein großer Pluspunkt dieses Sportes. „Das Zusammenspiel der Muskelgruppen wird optimal trainiert – wie wohl in keiner anderen Sportart. Mit den Abstoßbewegungen der Beine nach hinten und zur Seite weg sind Körperpartien aktiv, welche die Aufrichtung fördern. Durch den Stockeinsatz wird die gesamte Rückenmuskulatur sowie Bauchmuskulatur trainiert“, erklärt Berg. Den Sport könne man in jedem Alter betreiben.

Die Ausrüstung

Entwickelt wurde das Nordic Inline-Skaten in den 80er Jahren als Sommertraining für Biathleten und Skilangläufer. Es folgte die Weiterentwicklung zum Skiken. Der größte Unterschied: Während man beim Skiken die sogenannten Cross-Skates mit einer Rolle vorn und hinten nutzt, fährt man beim Nordic Inline-Skaten mit Inlinern auf drei bzw. vier Rollen.

Als Ausrüstung für das Nordic Inline-Skaten benötigen Aktive Inline-Skates. „Diese sollten aber von entsprechenden Markenfirmen sein“, rät Michael Berg: „Gute Stöcke findet man mit einer Carbon/Fiberglass-Mischung.“ Um die benötigte Länge in Zentimeter zu ermitteln, gibt es einen Stockquotienten. Dabei teilt man die Körpergröße in Zentimeter durch den Stockquotienten 1,18. Im Falle von Berg, der 184 Zentimeter groß ist, kommt eine Stocklänge von 155 Zentimetern heraus. „Hat man die Hände im Stehen unterhalb der Hüfte, rundet man ab – hat man sie oberhalb, rundet man auf“, erklärt der Vareler.

Die Grundtechnik beim Nordic Inline-Skaten ist die 2:1-Technik. Dabei werden während des Links-Rechts-Aufsetzens der Skates beim rechten Setzen beide Stöcke eingesetzt. Bei der 1:1-Technik erfolgt der Stockeinsatz beim jeweiligen Skateaufsatz. „Die Bewegung ist dabei schneller und wird bei Berganstiegen und bei Tempoerhöhungen eingesetzt“, erklärt der Vareler. Ferner gibt es noch die 4:1-, 6:1- und 8:1-Techniken, bei denen der Stockeinsatz auf den jeweils 4., 6. bzw. 8. Aufsatz der Skates erfolgt.

„Benötigt werden ausrüstungstechnisch nur Inliner und Stöcke, gegebenenfalls Schutzkleidung und Helm“, sagt der Vareler. Die Hauptverschleißteile bei den Inlinern seien Rollen (3er oder 4er) sowie die Kugellager. Die Rollen gebe es in verschiedenen Größen. Geeignet seien Größen von 84 bis 125 Millimetern je nach Inliner-Modell. Dabei gelte: je größer der Umfang der Rollen, desto schneller die Geschwindigkeit.

„Die Kugellager sollte man regelmäßig reinigen. Dafür benötigt man unbedingt einen entsprechendes Gerät, was etwa sieben Euro kostet. Die Stöcke sollten eine Carbon/Fiberglasmischung haben. Diese sind schlicht am funktionellsten“, erklärt der 52-Jährige. Errechnet werde die Größe über einen sogenannten Stockquotienten.

Für Sportler, die schon Inliner fahren, sei Nordic Inline-Skaten sehr einfach zu lernen, sagt Berg. Für Anfänger sei es je nach Talent über einen kurzen oder längeren Zeitraum erlernbar. Nordic Inline-Skaten sei zwar alleine erlernbar, eine Anleitung aber doch hilfreich. „Kurse gibt es bei Yeti in Oldenburg, allerdings nur mit Cross-Skates“, weiß Berg.

Nordic Inline-Skaten sei insbesondere auf Straßen optimal. Für das Fahren im Gelände sind indes nur Cross-Skates geeignet, keine Inliner.

Die Schutzausrüstung für das in Friesland noch nicht so bekannte Nordic Inline-Skaten beinhaltet Helm, Knieschutz, Ellenbogen- und Handschutz. „Insbesondere Anfänger sollten nicht ohne entsprechenden Schutz fahren“, betont Berg. Gerade für den Knie- und Ellenbogenbereich hätten sich Protektoren-Bandagen, die man aus dem Handball kennt, bewährt. Inliner bekomme man zwischen 100 und 200 Euro – im Angebot sogar günstiger. Stöcke sind ab 30 Euro erhältlich. Schutzkleidung gibt es ab 20 Euro im Set zu kaufen.

„Vereine, die Nordic Inline-Skaten in unserer Umgebung anbieten, sind mir aktuell nicht bekannt“, sagt Berg. Wettkämpfe gibt es in Form von Sommer-Biathlon im Süden Deutschlands. Gerade im Biathlon zeichne sich aber ab, dass die Athleten bald durch den Schneemangel auf die Straße wechseln werden.

„Da ich den Sport hier in Friesland präsenter machen will, stehe ich für die Anleitung von Interessierten und auch für Vereine gerne kostenlos zur Verfügung“, betont Berg und hofft auf möglichst gute Resonanz. Weitere Informationen erteilt der Vareler unter Telefon  04451/950307.

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