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NWZonline.de Region Friesland Lokalsport

So entsteht eine Garde-Choreografie im Karneval

15.02.2019

Varel Es scheint, als schweben die Frauen und Mädchen über die Bühne. Sie werfen akrobatisch ihre Beine in die Höhe, drehen Pirouetten, lassen sich in den Spagat fallen – und das alles mit einem Lächeln im Gesicht. Was bei den Garden der Karnevalsgemeinschaft (KG) Waterkant so spielerisch leicht aussieht, ist in Wirklichkeit eine schweißtreibende Angelegenheit. Denn wenn der letzte Takt der Musik verklungen ist, sind die Tänzerinnen völlig außer Atem. Ihr Pusten hört das Publikum nicht. Ahoi! Der Applaus übertönt es.

„Gardetanz ist Hochleistungssport“, sagt Elvisa Rusniok. Sie ist die Trainerin des Prinzenmariechens Mayra Freiheit. Seit Jahrzehnten hat sie sich dem Karneval verschrieben. „Wir Trainerinnen sind alle ein bisschen verrückt“, sagt sie. Begonnen hat Elvisa Rusniok in der Mini-Garde der Vareler Narren – also bei den Jüngsten. Gelent hat sie damals bei Gudrun Uhr. Sie ist heute die Präsidentin der KG Waterkant.

Nun gibt Elvisa Rusniok gemeinsam mit neun weiteren Trainerinnen und einem Trainer ihr Wissen an den Nachwuchs weiter. „Wir üben einmal in der Woche zwei Stunden“, sagt sie. Vor den Höhepunkten der Session, also dem Bunten Abend, dem Karnevalsumzug sowie verschiedene Wettkämpfe, könne es auch schon mal öfter sein.

Doch wie entsteht so eine Choreografie. Wie lange dauert es, bis sie vollkommen sitzt? Und was gehört alles dazu, damit der Auftritt zu den tollen Tagen im Jahr perfekt gelingt? Diese Fragen beantwortet Elvisa Rusniok gemeinsam mit Ilona Scheliga, die bei der KG Waterkant die Mini-Garde und das Mini-Mariechen betreut.

Wenn am Aschermittwoch die meisten Karnevalisten noch in Sauer liegen, beginnt für die Trainerinnen der Garden bereits wieder die Arbeit. „Direkt nach der Session suchen wir uns ein neues Thema“, sagt Ilona Scheliga. Das heißt vor allem: Musik hören. „zudem sichten wir Zusammenschnitte anderer Garden, um uns inspirieren zu lassen.“

Dabei müsse die Tanzmusik altersgerecht sein. „Und sie muss zur Garde passen“, sagt Elvisa Rusniok. Dabei ist sie oft zu lang oder zu kurz. Deshalb muss sie zunächst gemischt werden. „Wir hören uns die Lieder Hunderte Mal an und zählen immer wieder die die Takte aus“, sagt sie. Im Kopf läuft dann bereits ein Film ab, wie die Tanzpassagen aussehen sollen.

Die Schritte bringen die Trainerinnen dann zu Papier. Mit Strickmännchen oder anderen Gedankenbrücken ensteht so mit Bleistift und Kugelschreiber eine Schrittfolge nach der anderen. „Die Musik muss auch zum Mariechen passen“, sagt Ilona Scheliga. Die Vortänzerin steht bei den Auftritten besonders im Rampenlicht. „Sie ist das Ausnahmetalent in der Garde und wurde deshalb rausgezogen.“ Ihr Tanz hat den höchsten Schwierigkeitsgrad mit Überschlägen und kombinierten Sprungfiguren.

Nach Ostern geht es erstmals in die Trainingshalle. Ohne Kostüme, denn die Garden stehen ja noch ganz am Anfang. Nun werden die Ideen vorgestellt. Fertig sind sie noch lange nicht. „Denn alle können sich natürlich mit einbringen“, sagt Elvisa Rusniok. Dass das auch schwierig sein kann, weiß Ilona Scheliga: „20 Kinder haben auch 20 Meinungen. Aber wir sind froh über jede Idee.“ Gemeinsam werden dann die Garde- und Showtänze vom Papier in die Realität übertragen.

Der Feinschliff beginnt dann nach den Sommerferien. Der 11. November, der Start der kommenden Session, rückt immer näher. „Die Gardetänze sind an einen Marsch gebunden“, sagt Ilona Scheliga. Bisher wurden die Grundschritte umgesetzt. Denn: „Die Grundschritte müssen sich später in der Choreografie auch widerspiegeln“, gelten bei den Gardetänzen ganz konkrete Abfolgen. Das ist bei den Showtänzen anders. „Da sind wir etwas freier, die Schritte sind nicht so starr vorgegeben.“

Bald geht es auf die Bühne. Nun werden die Kostüme ausgesucht. Stehen sie bei den Garden traditionell fest, können die Tänzerinnen bei den Showeinlagen frei wählen. Eine letzte Generalprobe und es kann losgehen. Mit dem Einmarsch durch das Publikum machen die Garden neugierig. Und dann wirbeln sie auch schon über das Parkett. Mit einer Leichtigkeit und einem Lächen im Gesicht, dass sie sich in vielen schweißtreibenden Trainingseinheiten und unter strenger Anleitung erarbeitet haben.


Ein Online-Spezial unter   www.nwzonline.de/karnaval-varel 
Olaf Ulbrich Redaktionsleitung Varel / Redaktion Friesland
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