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NWZonline.de Region Friesland Lokalsport

Für den TuS den Gottesdienst geschwänzt

01.03.2018

Wangerooge Hans Zientarski kann sich noch genau daran erinnern, wie es damals war: Die Mannschaft traf sich bei der Apotheke, dann gingen alle zum Hafen, fuhren mit dem Fischkutter ans Festland – und spielten Fußball. So war das damals mit den Auswärtsspielen der Fußballmannschaft des Turn- und Sportvereins (TuS) Wangerooge.

Heute sieht die Überfahrt anders aus. Aber es liegen ja auch rund 70 Jahre dazwischen. Denn so alt wird der TuS Wangerooge an diesem Donnerstag. Die Auswärtsspiele fanden über all die Jahre nicht immer regelmäßig statt – früher wie heute ist es wind-, wetter- und tidebedingt nicht immer leicht, von der Insel ans Festland zu kommen.

Und auch mit den Heimspielen war das oft so eine Sache: Ab 1953 setzte der Spielbetrieb aus, weil weder ausreichend Geld noch ausreichend Spieler da waren. Aber auch nach der Sturmflut 1962 musste pausiert werden. Und dennoch wurde der Verein nie komplett aufgelöst – und besteht nun seit 70 Jahren.

Am 1. März 1948 wurde der TuS gegründet. Er ging aus dem früheren Turnverein hervor. Wilhelm Engelmeier, Fritz Riehl und Felix Zientarski gründeten den TuS mit – Felix ist der Vater von Hans Zientarski, der noch heute auf Wangerooge lebt. „Mein Vater war Trainer der ersten Herrenmannschaft“, erinnert sich Hans Zientarski. „Auch ich habe damals Fußball gespielt, aber in der Jugendmannschaft.“

Freundschaftsspiele

Das war etwa in den 60er-Jahren. „Ich habe die Spiele organisiert. Wir spielten regelmäßig Freundschaftsspiele gegen Gruppen aus dem Schullandheim.“ Ein Spiel fand dann immer im Inselwesten direkt beim Schullandheim statt. Und ein Spiel auf dem Sportplatz.

Der war aber damals noch nicht neben dem Flugplatz an der Siedlerstraße. Zunächst war der Sportplatz auf dem jetzigen Schulhof der Inselschule an der Jade-Kaserne. Danach wurde er dorthin verlegt, wo heute der Flugplatz ist und die Flugzeuge abgestellt werden. Dort wurde der Sportplatz 1962 auch von der Sturmflut überschwemmt.

Am 18. September 1963 schrieb die NWZ: „Der TuS Wangerooge wird sich in diesem Herbst bemühen, die Sturmflutschäden auf dem Sportplatz an der ehemaligen Flughalle durch freiwillige Arbeitseinsätze seiner Aktiven endgültig zu beseitigen. Eineinhalb Jahre nach der Katastrophe gibt es auf dem Spielfeld noch viele Unebenheiten, die den Fußballern bei ihren Punktekämpfen häufig. Kummer bereiten.“

Darüber hinaus sollten unter anderem die Tore sowie die Umzäunung des Platzes erneuert werden.

„Der Kostenanschlag sieht Materialien für ca. 8000 DM vor, um den Platz so wieder herzurichten, wie er Anfang Februar 1962 war. Der Verein kann diese Summe aus seiner durch die Fahrten schon übermäßig strapazierten Kasse nicht tragen. Bisher blieb es aber bei einem als ,erste Hilfe‘ gewährten Zuschuß vom Kreissportbund in Höhe von 500 DM, mit dem nach der Flut Tornetze und andere Ausrüstungsgegenstände beschafft wurden.“

An diesen notwendigen Arbeitseinsätze kann sich Rolf Wilhelmi noch erinnern. „Ich war damals eigentlich zum Kindergottesdienst verdonnert. Aber stattdessen bin ich an der Kirche vorbeigehuscht, zum Sportplatz gegangen und habe mitgeholfen, die Sandschichten abzutragen.“

Familien-Fußballspiel

Rolf Wilhelmi selbst hat zwar nie Fußball gespielt, ist aber schon viele Jahre Mitglied im TuS. Schließlich waren auch all seine Verwandten dort aktiv. So war sein Onkel Ernst Wilhelmi lange Vorsitzender. „Einmal gab es sogar ein Freundschaftsspiel, bei dem nur Wilhelmis gegeneinander antraten“, erzählt Rolf Wilhelmi schmunzelnd.

Später wurde der Sportplatz erneut verlegt – dorthin, wo er heute ist. In der Zwischenzeit musste der Spielbetrieb ausfallen.

Am 5. Juni 1978 schrieb die NWZ: „Nach mehr als 15-jähriger Unterbrechung soll spätestens 1980 auf der Insel Wangerooge wieder Fußball gespielt werden können. Schon Ende 1978 wird der neue Sportplatz unmittelbar am Flugplatz fertig sein. Er muß dann ein Jahr liegen, ehe die ersten Spiele darauf ausgetragen werden können. Der Turn- und Sportverein Wangerooge sieht dem Termin mit Zuversicht entgegen, war man doch vor dem Ausbau des Flugplatzes viele Jahre am Punktspielbetrieb des Fußballkreises Friesland beteiligt.“

Noch einmal pausieren oder gar umziehen muss der TuS übrigens nicht – obwohl ab September erneut Bauarbeiten am Sportplatz geplant sind. Denn wie berichtet, kann der Spielbetrieb neben dem Bau der neuen Sporthalle und der Rettungswache normal weiterlaufen – und das vielleicht ja sogar die nächsten 70 Jahre.

Antje Brüggerhoff
Agentur Hanz
Redaktion Jever
Tel:
04461 965312

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