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NWZonline.de Region Friesland Lokalsport

Gerätturnen: Wie alte Rivalen zu neuen Partnern werden

18.06.2011

SCHORTENS Noch vor kurzem wäre dieser Schritt undenkbar gewesen – an diesem Sonnabend wird der Schulterschluss Realität. Mit der Turngemeinschaft (TG) Schortens geht auf der Bezirksmeisterschaft im ostfriesischen Hage erstmals eine Mannschaft an den Start, in der Turnerinnen aus den Vereinen TuS Glarum, TuS Oestringen und TuS Sillenstede vertreten sind. Und nicht nur Elke Eichstaedt sagt: „Ein komisches Gefühl.“

Die 17-Jährige, die heute als Trainerin beim TuS Sillenstede für die Nachwuchsarbeit zuständig ist, weiß um die Befindlichkeiten, die jahrelang in den Turnabteilungen der drei ungleichen Partner vorherrschten. Sie selbst hat früher im Trikot des TuS Oestringen an Wettkämpfen teilgenommen und erst 2010 wie einige andere Mädchen und Trainer nach monatelangen Zwistigkeiten dem Verein den Rücken gekehrt. In der Hauptsache ging es dabei um Kompetenzgerangel bei den Zuständigkeiten. Viel sei damals „in die Brüche gegangen“, sagt Elke Eichstaedt. Im Sinne der neuen TG müsse das jetzt aber „innerlich abgehakt werden“.

Ein Umdenken findet statt

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Einen dicken Strich müssen auch die Verantwortlichen beim TuS Glarum ziehen. Jahrzehntelang pflegten sie hier eine innige und wechselseitige Rivalität mit dem TuS Oestringen. Beide Vereine legen einen großen Wert auf die sportliche Ausbildung junger Turnerinnen. Die Methodik und Didaktik der Trainer schien jedoch bislang unvereinbar miteinander.

Jetzt findet ein Umdenken statt. Seit zwei Monaten trainieren aus den drei Vereinen die talentiertesten Mädchen der Jahrgänge 2001 und 2002 Seite an Seite. Bislang kannten sie sich als Rivalinnen. Im Wissen, es alleine nicht zu schaffen, verbindet sie nun die gemeinsame Aussicht, als Team auf Bezirksebene starten zu können. In Hage treffen sie auf zwölf andere Mannschaften, darunter namhafte Vertreter aus Nordhorn, Bramsche und Quakenbrück.

„Wenn wir einen Platz im vorderen Mittelfeld belegen, sind meine Ziele schon übertroffen“, weiß Reinhard Milter um die hohe Qualität der Konkurrenz, die vor allem aus dem Süden des Bezirks Weser-Ems kommt. Der 56-Jährige aus Grafschaft, der seit ein paar Jahren als Trainer in Sillenstede und Glarum tätig ist, übernimmt die Funktion als Koordinator der neuen TG. Er ist Fachwart Gerätturnen im Turnkreis Friesland und gilt als entscheidende Kraft und wichtige Integrationsfigur beim Zusammenschluss.

Im Januar trug Reinhard Milter seine Idee für eine Turngemeinschaft zum ersten Mal während der Arbeitstagung der friesländischen Gerätturntrainer vor. Sein Vorschlag sei sofort sehr positiv aufgenommen worden, erinnert er sich, „vor allem von Oestringer Seite“.

Angesichts des Aderlasses, den der Verein kurz zuvor gehabt hatte, verwundert diese Reaktion nicht. Nach dem Weggang fast aller Turnerinnen und wichtiger Trainer befindet sich die traditionell auf Leistung ausgerichtete Turnabteilung derzeit im Neuaufbau.

Dabei hilft seit Anfang des Jahres auch Marion Riedel-Brummack. Nach zehn Jahren beim Wilhelmshavener TB hatte sie dort entnervt das Handtuch geworfen und war mit 18 Mädchen zum TuS nach Oestringen gewechselt. Das Beispiel unterstreicht erneut: Die Turnfamilie ist mithin ein sensibles Konstrukt.

Alleine geht’s nicht

Die TG Schortens könnte helfen, die Rivalitäten zu überwinden. „Nur gemeinsam sind wir stark. Alleine schafft es keiner“, ist Marion Riedel-Brummack überzeugt. „Es geht vor allem um die Entwicklung der Mädchen“, betont sie. Die Mädchen, das sind in diesem Fall Hannah Hebell und Maria Strübing (beide TuS Oestringen) sowie Marlene Weinstock, Wenke Reents und Hanna Merkel (alle TuS Glarum). Von Sillensteder Seite kommen Jule Wissmann, Sophie Hooke und Eske Hanau hinzu.

Als Turngemeinschaft müssen sie an diesem Sonnabend erstmals unter Wettkampfbedingungen füreinander turnen. Wie in den Einzelwettbewerben auch treten sie dabei an den Geräten Boden, Sprung, Reck und Schwebebalken vor die Augen der Kampfrichter. Im November folgt in Wardenburg der zweite Termin der diesjährigen Mannschaftsmeisterschaft.

Ein erfolgreiches Abschneiden der Schortenser Turnerinnen könnte den Weg für die nächste Idee von Reinhard Milter ebnen. „Wenn es nach mir geht, können auch Roffhausen und Heidmühle auf den TG-Zug aufspringen“, blickt er voraus – und denkt sogar noch einen Schritt weiter: „Warum sollte eines Tages nicht auch eine TG Friesland mit Turnerinnen aus Varel und Zetel möglich sein?“

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