Varel - „Gemeinsam Zukunft gestalten“ – so lautete das Motto der diesjährigen Maikundgebung, zu der der Kreisverband Friesland des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und seine Gewerkschaften am 1. Mai nach zwei Pandemiejahren nun wieder in Präsenz in die Weberei in Varel eingeladen hatten. Neben der Rede von Marcus Baitis, IG-Metall-Vertrauenskörperleiter bei Premium Aerotec, gab es zudem zwei Diskussionsrunden mit Landrat Sven Ambrosy und Gerd-Christian Wagner sowie mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Siemtje Möller und Marcus Baitis.
Enge Zusammenarbeit
DGB-Kreisverbandsvorsitzender Lothar Bredemeyer begrüßte zunächst alle Gäste und machte direkt zu Beginn deutlich: „Wir stehen vor großen Herausforderungen“. Krieg in Europa oder der Klimawandel – Arbeitnehmer, Arbeitgeber, die Politik und ehrenamtliche Vereine müssten gerade jetzt eng miteinander zusammen arbeiten, um es durch diese Krisen zu schaffen.
Kamen während der Diskussionsrunde auf die Corona-Pandemie zu sprechen: (von links) Gerd-Christian Wagner, Lothar Bredemeyer und Sven Ambrosy.
Svenja Gabriel-Jürgens
Wie können die aktuellen Krisen gemeistert werden: darüber sprachen (von links) Siemtje Möller, Lothar Bredemeyer und Marcus Baitis.
Svenja Gabriel-Jürgens
Hielt in diesem Jahr die Mairede: Marcus Baitis, IG-Metall-Vertrauenskörperleiter bei Premium Aerotec
Svenja Gabriel-Jürgens
Sorgten für Musik: Die Band „ZweiDreiOderVier“
Svenja Gabriel-Jürgens
Boten an ihrem Stand nicht nur Informationen zu veganer Ernährung, sondern auch Kostproben an: (von links) Tobias Thenemann, Lea Heyda, Katharina Kyas, Merle Meßner und Ronny Wicherds
Svenja Gabriel-Jürgens
Besuchten die Mai-Kundgebung: Bärbel Goedelt und Hanns Weweler
Svenja Gabriel-Jürgens
Verbände und Vereine stellen sich vor: Nach der Mairede und den Diskussionsrunden startete das Maifest für die ganze Familie.
Svenja Gabriel-JürgensAuch Marcus Baitis griff diese Themen in seiner Mairede erneut auf. Zunächst ging er allerdings auf die jüngsten Ereignisse bei Premium Aerotec (PAG) in Varel ein. Baitis stelle deutlich heraus, dass die Belegschaft die Entscheidung, im Airbus-Konzern zu bleiben, getroffen habe. Mit 74,5 Prozent stimmten die IG-Metall-Mitglieder für einen Verbleib. „Dass die Belegschaft entscheiden durfte, war ein riesen Erfolg“, so Baitis, der sich ebenfalls dafür aussprach, Ausbildungen attraktiver zu gestalten und den Bereich Pflege deutlich stärker zu fördern. Nicht unkommentiert lies Marcus Baitis ebenfalls den Krieg in der Ukraine. Neben der Forderung, Geflüchtete nun möglichst schnell in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren, damit diese nicht ausgebeutet würden, richtete er einen deutlichen Appell an Russlands Regierungschef Wladimir Putin: „Beenden Sie diesen Krieg sofort und lassen Sie endlich die Waffen schweigen“.
Krankenhäuser bleiben
In den anschließenden Diskussionsrunden sprach Lothar Bredemeyer zunächst mit Sven Ambrosy und Gerd-Christian Wagner. Hier nahm vor allem das Thema Pandemie eine übergeordnete Rolle ein. Während Wagner herausstellte, wie wichtig das Impfen nach wie vor sei, kam Ambrosy auf die Krankenhaussituation zu sprechen. „Unsere zwei Krankenhäuser hier haben finanzielle Probleme. Aber ich möchte ganz klar sagen: Wir wollen keine Krankenhäuser schließen. Wir werden Defizite schließen, aber keine Krankenhausstandorte“, so der Landrat.
In der zweiten Diskussionsrunde stellten sich Siemtje Möller und Marcus Baitis einigen Fragen. Angesprochen auf die aktuell steigenden Spritpreise erklärte Möller: „Wir müssen hingucken, wer gerade durch die steigenden Kosten verdient. Es geht darum, weiter eine Versorgungssicherheit zu haben und nicht um den eigenen Profit“. Zudem verwies sie auf das LNG-Terminal, dass in Wilhelmshaven entsteht. „Es wird eine erhebliche Entlastung sein und hat Wachstums- und Beschäftigungspotential“, so die Bundestagsabgeordnete.
Auf die Frage, wie man auch schwächer aufgestellte Menschen mitnehmen und gut durch mögliche Krisen bringen könne, erklärte Marcus Baitis: „Organisiert euch in Gewerkschaften. Versucht, Betriebsräte zu gründen. Versucht, für eure Interessen einzustehen.“
Nach den Diskussionsrunden startete das Maifest für die ganze Familie. Während die Band „ZweiDreioderVier“ für Musik sorgte, konnten sich Besucher an Ständen über verschiedene Vereine und Verbände informieren.
