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Busfahren auf Mallorca Kann das ein Vorbild für den Wangerländer Bürgerbus sein?

Jörg Stutz
Der Estació Intermodal: In Palma de Mallorca befindet sich der Haupt-Busbahnhof – wie auch die Bahnsteige – unter der Erde.

Der Estació Intermodal: In Palma de Mallorca befindet sich der Haupt-Busbahnhof – wie auch die Bahnsteige – unter der Erde.

Jörg Stutz

La Palma/Wangerland - Der Ort El Tablado liegt im äußersten Norden der Kanareninsel La Palma. Amtlichen Angaben zufolge hat der Weiler, der einsam zwischen zwei Tälern auf einem Bergrücken liegt, 63 Einwohner. Es gibt eine kleine Bar mit Mini-Markt, in der leckere palmerische Snacks serviert werden. Vor allem aber ist El Tablado ein idealer Ausgangspunkt für wunderbare Wanderungen entlang der grünen Nordküste des Eilands. Am Vormittag steuert ein Bus den Ort an. Und immer, wenn der Autor dieser Kolumne in dem Bus sitzt, muss er an den Bürgerbus denken, der im Wangerland demnächst auch Orte bedienen soll, die bisher vom öffentlichen Personennahverkehr vernachlässigt worden sind.

Kleinste Orte angefahren

Denn auf La Palma müssen nicht Einheimische in Eigeninitiative einen Busdienst auf die Beine stellen, der – von Ehrenamtlichen gesteuert – auch die kleinen Ortschaften anfährt. Auf der Isla Bonita sorgt das Unternehmen Transportes Insular La Palma (TILP) für Bewegung. Die „Guaguas“ genannten Busse bedienen auch die kleinsten Ortschaften. Das geschieht zwar nicht wie bei den Hauptlinien im Stundentakt, aber immerhin so, dass Einheimische einen Arztbesuch planen oder der Wanderer sich am Ende einer Route bequem zum Ausgangspunkt zurückbringen lassen kann. Bei der Busfahrt nach El Tablado werden die Gedanken manchmal auch konkreter. Wie kommt ein Urlauber mit öffentlichen Verkehrsmitteln in einen vergleichbar großen Ort im Wangerland, zum Beispiel nach Javenloch?

Er müsste an der Haltestelle Augustengroden Schwarzeck aussteigen – und von dort noch einmal knapp einen Kilometer zu Fuß gehen.

Einheimische fahren kostenlos

Ortswechsel: die Serra de Tramuntana, ein Gebirgszug im Nordwesten Mallorcas. Um den Geldbeutel, aber auch um die Umwelt zu schonen, verzichtet der Wander-Fan seit Langem auf einen Mietwagen und nutzt den Bus. Von Port de Sóller aus lassen sich auf diese Weise viele Startpunkte erreichen, im Sommerhalbjahr sogar entlegene Orte in dem Gebirge. Dabei muss der Wanderer nicht einmal mehr eine Fahrkarte kaufen. So entfällt zum Beispiel bei einem Tagesausflug in die Inselhauptstadt das sehr wahrscheinlich in schlecht klingendem Spanisch gesprochene „Un boleto a Palma, por favor“, eine Fahrkarte nach Palma, bitte. Der ausländische Fahrgast hält einfach beim Ein- und beim Aussteigen seine Bankkarte vor ein Lesegerät. Gruppen von bis zu fünf Personen erhalten auf diese Weise sogar noch erhebliche Ermäßigungen, sodass für die 32-Kilometer-Strecke von Port de Sóller nach Palma pro Person 4,25 Euro fällig werden – für die Hin- und Rückfahrt. Dabei gilt: Einheimische sowie Ausländer, die ihren ersten Wohnsitz auf der Insel haben, zahlen seit dem Jahreswechsel für Busse, S-Bahnen und Bahnen nichts. Während in Deutschland noch über das 49-Euro-Ticket nachgedacht wurde, hat die Balearen-Regierung das Gratis-Ticket eingeführt, um die Bevölkerung in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu entlasten – aber auch um die umweltfreundliche Mobilität zu fördern.

Busbahnhof unter der Erde

In Palma angekommen, verschwindet der Bus in das Estació Intermodal, ein im Jahr 2007 eröffneter unterirdischer Kopfbahnhof für Busse, Bahnen und Metros. An der gleichen Stelle, an der früher „oberirdisch“ das Verkehrschaos herrschte, gibt es heute einen Park. Wenn der Bus im Estació an seinem Bussteig hält, muss der Mallorca-Fan wieder an seine Heimat denken: Gegen Sauftourismus, Wassermangel, Wohnungsnot und Corona-Maßnahmen haben die Mallorquiner bereits heftig protestiert – nicht aber gegen das 90-Millionen-Euro-Verkehrs-Großprojekt in ihrer Stadt.

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