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Läufer-Paar aus Büppel Marathon als Familienprojekt – Wie Training mit Kindern funktioniert

Im Lauf-Dress: Matthias (links) und Steffi Schütte sind leidenschaftliche Marathon-Läufer. Oft nehmen sie auch ihre Töchter mit auf die Trainingsläufe.

Im Lauf-Dress: Matthias (links) und Steffi Schütte sind leidenschaftliche Marathon-Läufer. Oft nehmen sie auch ihre Töchter mit auf die Trainingsläufe.

Schütte

Büppel - Zusammen laufen waren Steffi und Matthias Schütte zuletzt nicht so oft. Dennoch hat sich das Paar aus Büppel gemeinsam auf einen Herbstmarathon vorbereitet – quasi als Familienprojekt. Er ist vorletzten Sonntag den Oldenburg Marathon gelaufen. Sie geht an diesem Sonntag in Frankfurt über die 42,195 Kilometer an den Start. Gemeinsam bei einem Lauf starten können die beiden nicht – denn einer muss immer bei den zwei Kindern bleiben.

Die Lauf-Anfänge

Laufen ist ihre Leidenschaft. Das sportliche Paar hat sich sogar im Fitness-Studio kennengelernt, auf dem Laufband. Dabei war die heute 32-jährige Steffi damals – vor acht Jahren – noch gar keine Läuferin. „Das war bei ihr nur das Aufwärmen. Sie hat eher andere Dinge gemacht“, erinnert sich Matthias. Und Steffi betont: „Ich habe immer zu ihm gesagt: Ich werde niemals einen Halbmarathon oder gar Marathon laufen.“ Doch das Lauffieber sprang über. „ Irgendwann habe ich es probiert und doch Spaß daran gefunden“, erzählt Steffi. 2016 lief sie ihren ersten Marathon – in Frankfurt. Es folgten zwei weitere in Berlin und Bremen.

Die Lauf-Pause

Drei Läufe über 42,195 Kilometer hat Matthias allein in diesem Jahr in den Beinen. Dabei startete 2022 mit einer Hiobsbotschaft: Ermüdungsbruch im Kreuzbein, einige Monate kein Laufen. Doch der 27-Jährige kämpfte sich schnell zurück. Erste Läufe im Mai, im Sommer testete er im Training, ob die Beine ihn schon wieder 42 Kilometer tragen. Beim Berlin-Marathon im September gab er den Pacemaker für eine Zeit unter drei Stunden. Drei Wochen später in Oldenburg sollte es deutlich schneller werden, Magenprobleme bremsten ihn. Schütte verpasste seine Bestzeit von 2:49 Stunden, wurde in 2:56:24 Stunden aber Fünfter.

Die Lauf-Begleiterinnen

Für zwei Mädchen war er dennoch die Nummer eins: seine beiden Töchter, die im Ziel auf Papa Matthias warteten. Die Große ist zweieinhalb Jahre alt – und schon im Lauffieber. „Sie läuft schon in der Wohnung herum, klatscht und ruft ,Marathon’“, erzählt Steffi lachend. „Und sie will schon immer mit, wenn wir Laufen gehen“, sagt Matthias. Denn das ist bei Schüttes gelebte Praxis, ohne die die Doppel-Marathonvorbereitung für die berufstätigen Eltern nicht möglich wäre. „Wir nehmen oft ein Kind im Babyjogger mit“, sagt Matthias, der bei der Papier- und Kartonfabrik Varel im Schichtdienst arbeitet. „Ich bin schon mit beiden einen Halbmarathon im Training gelaufen“, sagt Steffi, die Lehrerin ist, aber noch Elternzeit hat. Manchmal begleitet er sie mit dem Fahrrad und zieht die Töchter im Anhänger. Aber: Alles nur, solange die Kinder das mitmachen. „Wenn sie nicht mehr mögen, wird abgebrochen“, betonen sie.

Die Lauf-Planung

Generell versuchen sie, „dass die Kinder möglichst wenig davon mitkriegen“, sagt Steffi. Das heißt zum Beispiel: Einer läuft, während die Große in der Kita ist und die Kleine Mittagsschlaf macht. „Zeitmanagement ist das A und O“, betont Matthias: „Wir machen jeden Sonntagabend einen Plan für die Woche, wer wann was macht.“ Das gilt für den Haushalt wie für das Training. Da ist auch mal Kreativität gefragt – und Wille. „Matthias trainiert manchmal um 5 Uhr, um zum Frühstück wieder da zu sein“, sagt Steffi. Und wenn sie ihre Eltern besuchen, legt er den Weg dorthin auch schonmal laufend zurück.


Das Lauf-Ziel

Natürlich läuft nicht immer alles nach Plan. „Es kommt auch oft etwas dazwischen“, bestätigen beide. Zum Beispiel Corona: Das Virus bremste Steffi im Sommer einige Wochen aus. Deshalb ist sie von ihrem Ziel, in Frankfurt ihre Bestzeit von 3:46 Stunden anzugreifen, etwas abgerückt. „Unter vier Stunden nehme ich mir vor“, erklärt sie. An Frankfurt hat sie gute Erinnerungen aus 2016: „Der Lauf war zwar hart – aber der Zieleinlauf in der Festhalle war super“, erinnert sie sich. Auch auch ihr Mann, der 2016 ebenfalls dort einlief, bestätigt: „Es gibt eigentlich keinen geileren Zieleinlauf.“ Diesen Sonntag wartet er dort auf seine Marathon-Frau – mit den beiden gemeinsamen Töchtern.

Mathias Freese
Mathias Freese Sportredaktion
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