Jever - Es ist schon eine ziemliche Weile her, seit in Jever zuletzt kein Bus an der „Haltestelle Geister“ stoppte. 14 Jahre, um genau zu sein – ein ganzes Schülerleben von der Einschulung bis zum Abitur. Und die Geister, die im Jahr 2021 durch das Leben spuken und die man vielleicht nie wieder so ganz los wird, sind auch andere als die von 2007, als die damalige Theater-AG und Schulband des Mariengymnasiums Jever das schräge Stück erstmals aufführte
Das Musical feiert Premiere am 6. Juli und soll in der Zeit bis zum 16. Juli bis zu sechs Mal zu sehen sein – sofern die Bestimmungen in der Corona-Pandemie das dann zulassen. Aufführungsort ist der Schulhof des Mariengymnasiums an der Seite vom P.W.-Janssen-Weg.
Eintrittskarten sind wegen der unklaren Corona-Auflagen im Vorverkauf nicht erhältlich, sondern jeweils nur an der Abendkasse. Da die Freiluftveranstaltung auf dem Schulhof vom Wetter am jeweiligen Tag abhängt, wird erst am Vormittag entschieden, ob abends gespielt wird. Informationen dazu gibt es dann tagesaktuell per QR-Code.
Nach 14 Jahren zurück
Nach 14 Jahren also arbeitet die Musical-AG des Mariengymnasiums an einer Neuinszenierung des Stückes „Haltestelle Geister" von Schriftsteller Helmut Krausser. Damals wie heute unter der Regie von Jens Marnowsky, Lehrer am MG und Leiter der Musical-AG. Corona hatte bereits im vergangenen Jahr die Aufführung eines neuen Musicals verhindert, Corona macht es dieses Jahr nicht einfacher, sagt Marnowsky.
Wochenlang konnten Band und Darsteller der Jahrgänge 9 bis 13 nur online per Videokonferenz proben, das gemeinsame intensive Probenwochenende in einem Schullandheim war ebenfalls nicht möglich. Nun ging es endlich erstmals gemeinsam auf die Bühne. Und das ist in diesem Jahr nicht die etwa die Aula, auch nicht das Theater am Dannhalm, sondern: der Schulhof. „Haltestelle Geister“ wird als Freiluftveranstaltung inszeniert und ab 6. Juli vor kleinem Publikum aufgeführt.
Frei ab 16 Jahre
Das Stück ist kein klassisches Schülertheater, sondern ein modernes Stück – und wegen seiner teils deftigen Ausdrucksweisen erst frei ab 16 Jahre.
An der titelgebenden Haltestelle irgendwo im Nirgendwo treffen sich eher zufällig die unterschiedlichsten Gestalten. Ihr Zug ist eh’ längst abgefahren, die Haltestelle ist ein Tummelplatz der am Leben Gescheiterten. Irgendwann tauchen Personen, die unter seltsamen Umständen zu Tode gekommen sind, als Geister an der Haltestelle auf. Nur ein Obdachloser kann die Stimmen der Toten hören und gibt ihre Botschaften an die Lebenden weiter. Leider versteht er nicht alles richtig....
Mit 15 Darstellern, Sängern und Tänzern unter der Choreographie von Meic Stephan sowie elf Musikern in der Band ist es im Vergleich zu früheren Musicals der Schule diesmal eine relativ kleine Besetzung – auch das sei natürlich der Pandemie geschuldet, sagt Marnowsky.
