Mariensiel/Cäciliengroden - Der Jade-Weser-Airport in Mariensiel soll attraktiver werden. In unmittelbarer Nähe zum Rollfeld will ein Investor ein Gebäude errichten, in dem eine Gastronomie sowie Dienstleistungen rund um den Flugbetrieb Platz finden sollen.
Änderung B-Plan nötig
Dafür ist eine Änderung des Bebauungsplanes nötig. Die Mitglieder des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses nahmen das gelassen auf, die Bürger in Cäciliengroden sehen die Entwicklung allerdings mit Sorge.
Im Fachausschuss stellte Fachplaner Herbert Weydringer aus Bockhorn die Pläne für die Ausweitung des Sondergebietes vor, auf dem „flugplatzaffine Nutzungen“ möglich sind. Durch das Vorhaben würden weder der rechtskräftige Bebauungsplan noch Belange der Verkehrslandeplatzflächen beeinträchtigt. Somit könne die Änderung des Bebauungsplanes im vereinfachten Verfahren erfolgen – ohne zeitraubende Umweltverträglichkeitsprüfung.
Näher ans Rollfeld
Das bisherige Bistro ist etwas abseits gelegen. Den Flugverkehr kann man nur im Sommer beobachten, wenn man einen Außenplatz ergattert. Mit dem neuen Gebäude soll sich das ändern. Dort können Besucher der Gastronomie den Flugverkehr als Attraktion erleben können. Weiterhin sollen statt bisher neun dann zwölf Gästeappartements vorhanden sein. Außerdem sind zwei Dienstwohnungen vorgesehen. Insgesamt werden 7500 Quadratmeter neu überplant. Dabei gehe es ausschließlich um kommunale Bauleitplanung, betonte Weydringer. Luftfahrtechnische Belange stünden nicht zur Diskussion, die seien bereits vor Jahrzehnten festgelegt worden.
In Cäciliengroden, vor allem in den Siedlungen Ernst-Reuter-Ring und Carlo-Schmid-Straße, die in geringer Entfernung zum Rollfeld liegen, sorgen diese Pläne für Unruhe. Grund ist, dass die Bewohner mit höherem Flugaufkommen rechnen. Etliche Bürger waren deshalb in die Ausschusssitzung gekommen. Konfliktsituationen wegen Fluglärms seien ausgeschlossen, so die Aussage des Planers. Ein Einwohner hingegen erklärte, der Konflikt sei längst da, werde aber an entscheidenden Stellen nicht wahrgenommen.
Anwohner sehen Konflikt
Die Anwohner fühlten sich massiv durch Fluglärm belästigt, zudem leide das Sicherheitsempfinden, nachdem es Unfälle gegeben hatte. Die Bürger hätten sich bereits mehrfach schriftlich an den SPD-Landtagsabgeordneten Olaf Lies gewandt, allerdings keine Antwort erhalten, erklärte der Bürger.
Siedlung wird überflogen
Schließlich sei die SPD-Bundestagsabgeordnete Siemtje Möller im Dezember mit ihnen am Flugplatz gewesen, getan habe sich aber noch nichts. Kritikpunkt ist vor allem, dass Cäciliengroden direkt überflogen wird, obwohl es Alternativen gibt. Trotz der Bedenken stimmte der Ausschuss dem Verfahren zu. Die Bebauungsplan-Änderung wird in Kürze öffentlich ausgelegt.
