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Mariensiel Lieber Fahrradzone als nur eine Fahrradstraße

Henning Karasch
Die Umfangstraße Mariensiel: Obwohl sie so schmal ist, lehnen die Mariensieler die Ausweisung als Fahrradstraße ab.

Die Umfangstraße Mariensiel: Obwohl sie so schmal ist, lehnen die Mariensieler die Ausweisung als Fahrradstraße ab.

Henning Karasch

Mariensiel - Die Umfangstraße in Mariensiel eine Fahrradstraße? Die Mariensieler lehnen diesen Vorschlag ab – doch ganz Mariensiel zur Fahrradzone zu machen, damit könnten sie sich wohl anfreunden. Auf Einladung des Bürgervereins Mariensiel haben Sandes Bürgermeister Stephan Eiklenborg und die Mitglieder des Ausschusses Straßen/Wege mit den Bürgerinnen und Bürgern über Ideen zur Verkehrsberuhigung beraten. Nun wird weiter in Richtung Fahrradzone geplant.

Hintergrund ist die Idee der Gruppe FDP/Grüne/Linke im Sander Rat, mit Ausweisung einer Fahrradstraße mehrere Probleme zu lösen: Das zu schnelle Tempo zu reduzieren, das hohe Verkehrsaufkommen abzuleiten; die kaputte Fahrbahn könnte durch Fördermitteln instandgesetzt werden. Die Stadt Wilhelmshaven wird offenbar den Teil der Umfangstraße von der Middelsfährer Landstraße bis zur B 210 als Fahrradstraße ausweisen.

Die Fahrradzone

Das gilt in der Fahrradzone: Anderer Fahrzeugverkehr als Radverkehr sowie Elektrokleinstfahrzeuge dürfen Fahrradzonen nicht benutzen, es sei denn, dies ist durch Zusatzzeichen erlaubt. Für den Fahrverkehr gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Der Radverkehr darf weder gefährdet noch behindert werden. Wenn nötig, muss der Kraftfahrzeugverkehr die Geschwindigkeit weiter verringern. Das Nebeneinanderfahren mit Fahrrädern ist erlaubt. Im Übrigen gelten die allgemeinen Vorschriften über die Fahrbahnbenutzung und über die Vorfahrt.

Wer ist Anlieger?

Bügervereins-Vorsitzende Tatjana Mundt und Schriftführer Detlev Hoppe nannten als Bedenken der Mariensieler insbesondere, dass unklar sei, wer eigentlich Anlieger ist und wer nicht. Viele Einwohner sind in Sorge, dass sie in Zukunft weite Umwege fahren müssten, weil auf Straßen nur noch „Anlieger frei“ gilt.

„In einer Fahrradstraße dürften Radfahrer nebeneinander fahren. Kein Pkw kann dann überholen. Der Radfahrer wird zum Erzieher des Autofahrers“, bemängelte Hoppe. Er schlug vor, entweder gleich an der Ampel am Ortseingang Schilder „nur für Anlieger“ aufzustellen oder die ganze Siedlung als Fahrradzone auszuweisen.

Der Bürgermeister sicherte außerdem zu, dass für alle Mariensieler die Durchfahrt bis zum Abzweig Middelsfähr offen bleibt.

Dem Vorschlag aus der Bürgerschaft, eine Spielstraße – also eine verkehrsberuhigte Zone – einzurichten, erteilten Bürgermeister und Ausschussvorsitzender Achim Rutz (SPD) eine klare Absage: Die einzige Spielstraße Sandes sei vor Jahren wieder zur 30er Zone gemacht worden, weil die Spielstraße unpraktikabel sei. „Dort müsste Schritt gefahren werden, da fallen Sie selbst mit dem Fahrrad um“, meinte Rutz.


Zudem müsse dem Landkreis gegenüber eine erhöhte Gefahrenlage begründet werden. Auch Bremshügel, an denen dann ständig abgebremst und angefahren würde, und Blumenkübel, die zum Slalom animierten, wurden abgelehnt.

Kein Durchgangsverkehr

Frank David (FDP) fasste zusammen, man werde im Fachausschuss in Richtung Fahrradzone weiterplanen. Das ist letztlich eine auf ganz Mariensiel ausgeweitete Fahrradstraße. Wunsch sei offensichtlich, den Mariensieler Verkehr durchzulassen, den Durchgangsverkehr aber nicht. Die weiteren Bedenken von Anliegern, sie müssten die Straßensanierung bezahlen, konnte Stephan Eiklenborg zerstreuen: Sande hat keine Straßenausbaubeitragssatzung, die Sanierungskosten von etwa 500 000 Euro müsste ohnehin die Gemeinde zahlen.

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