Sande - Die Idee, aus der Umfangstraße in Mariensiel eine Fahrradstraße zu machen, so wie es Wilhelmshaven auf seinem Teil der Umfangstraße plant, hat sich weiterentwickelt. Nach dem gut besuchten Infoabend für die Mariensieler vor ein paar Wochen waren sich die Bürger schnell einig: Viel schöner wäre, das ganze Dorf zur Fahrradzone zu machen. Diesen Plan verfolgt nun auch die Politik.
Im Straßenausschuss wurde nun weiter beraten, Mariensiel verkehrszuberuhigen. Denn der kleine Ort muss viel Abkürzungs- und Durchgangsverkehr von und nach Wilhelmshaven erdulden.
Wird Mariensiel zur Fahrradzone, ist der Kraftfahrzeugverkehr nur noch durch Zusatzeichen wie „Anlieger frei“ zulässig. Das will auch die Politik.
Niemanden einschränken
Autos, Lieferwagen oder Motorräder sollen auch weiter durch Mariensiel fahren dürfen, wenn die Fahrer im Ort wohnen oder beispielsweise zum Jade-Weser-Airport wollen. Aber: Wird der Ort zur Fahrradzone, gilt flächendeckend Tempo 30. Dass auch weiterhin der eine oder andere ohne konkretes Ziel in Mariensiel durch den Ort fährt, dürfte schwer zu kontrollieren sein, so Ratsherr Frank David. Seine Gruppe aus Grüne/FDP/Linke hatte vor einigen Monaten die Idee mit der Fahrradstraße in den Rat eingebracht. Allerdings dürfte die Ortsdurchfahrt dann sehr bald aus den Navis verschwinden - und zumindest Ortsunkundige werden nicht mehr irrtümlich durch den Ort geführt. Frank David stellte auch klar: „Wir wollen keinen einschränken.“
Fördertopf ist leer
Ob Fahrradstraße oder Fahrradzone: Unabhängig davon müsste die löchrige und von Rissen durchzogene Umfangstraße saniert werden. Die ist auf dem Teilstück der Gemeinde Sande rund 650 Meter lang. Die Kostenschätzung für eine Sanierung liegt bei 500000 Euro. Ob und in welcher Höhe Fördergelder zu erwarten sind, ist derzeit noch ungewiss. Denn der Topf, aus dem Wilhelmshaven seine Fördergelder für die Umwidmung der Umfangstraße zu einer Fahrradstraße holen will, ist inzwischen leer. Ob er noch mal aufgefüllt wird? Weiß man aktuell nicht.
