Moorwinkelsdamm - Der „Master of Speedway 2022“ ist nach 23 packenden Rennläufen ermittelt: Am späten Samstagabend sicherte sich der mehrfache tschechische Meister Vaclav Milik den begehrten Titel beim traditionsreichen Motorsportspektakel in Moorwinkelsdamm. Der 28-Jährige gewann das Finale der Profis in der bestens besuchten „SVG-AG Arena“ durch einen Start-Ziel-Sieg unter Flutlicht vor dem Polen Mateusz Szczepaniak sowie Patrick Hansen (Dänemark) und Adrian Miedzinski (Polen), der undankbarer Vierter wurde.
Tolle Kulisse
„Es ist atemberaubend, euch alle hier zu sehen“, hatte Jochen Rädiker, Vorsitzender des MSC Moorwinkelsdamm, die 2700 Zuschauer – viele von ihnen mit selbst mitgebrachten Campingstühlen und Wolldecken ausgerüstet – am frühen Abend vor dem ersten Vorlauf des Hauptrennens über Mikro begrüßt. Und die Bahnsport-Fans, die nach zweijähriger coronabedingter Zwangspause für eine tolle Kulisse im Speedway-Oval sorgten, bekamen im Anschluss jede Menge spektakuläre Rad-an-Rad-Duelle zu sehen.
Mächtige Kraft
So holten die 16 Fahrer des Elitefeldes buchstäblich alles aus ihren Maschinen heraus, die über keine Bremsen verfügen, genauso schnell wie ein Formel-1-Rennwagen von 0 auf 100 km/h beschleunigen können und auf der Gerade Höchstgeschwindigkeiten von mehr als 120 km/h erreichen. Nach dem Hochschnellen des Startbands gelang es den Profis dabei teils nur in Rodeo-Manier mit abgehobenen Vorderrad die mächtige Antriebskraft ihr Maschinen zu bändigen, ehe es in den Kurven beim Driften darauf ankam, gekonnt den enormen Fliehkräften zu trotzen.
Großes Lob
In diesem Zusammenhang lobten diverse Profi-Fahrer die dafür notwendigen sehr guten Streckenbedingungen in der Friesischen Wehde. „Großer Respekt an den MSC Moorwinkelsdamm. Die Bahn ist in einem sehr guten Zustand“, erklärte etwa Réne Deddens, für den – auch aufgrund von technischen Problemen mit seiner Maschine – allerdings bereits nach den Vorläufen Endstation war. Dennoch: „Das Masters of Speedway hat eine große Tradition, und man freut sich jedes Mal wieder drauf, hier dabei zu sein“, betonte der Cloppenburger Motorsportler.
Lob für das Organisatoren-Team um Rennleiter Matthias Maaßen und die rund 100 Helfer war schon während der umkämpften Vorläufe auch vom späteren Sieger Milik gekommen. „Das Master of Speedway ist ein klasse Meeting zum Saisonstart, und die Bedingungen auf der Bahn sind sehr gut“, sagte der Tscheche. Der EM-erfahrene 28-Jährige ist ansonsten in der ersten polnischen und schwedischen Liga aktiv und möchte sich in dieser Saison als sein großes persönliches Ziel erneut für die Europameisterschaft qualifizieren.
Klare Geschichte
Milik war zum zweiten Mal in seiner Laufbahn am Linsweger Weg am Start: „Beim ersten Mal ist es nicht so gut für mich gelaufen, jetzt hoffe ich auf ein besseres Ergebnis, denn ich fühle mich gut.“ Sprach’s und setzte sein Vorhaben anschließend in die Tat um. Dabei ließ er sich auch von einem Kettenriss direkt am Start seines vierten und letzten Vorlaufes nicht ausbremsen. Punkte genug für den Einzug in die Endrunde im neuen Grand-Prix-Modus des Master-Rennens hatte er bereits zuvor gesammelt.
Auch das erste Halbfinale war eine klare Geschichte: Milik siegte souverän vor Szczepaniak, dessen polnischen Landsmann Jakub Jamrog und dem Schweden Mathias Thörnblom. Deutlich spektakulärer verlief das zweite Semifinale. Während Miedzinski vorneweg fuhr, entbrannte dahinter ein ganz enges Duell um den zweiten Platz, der ebenfalls den Einzug ins Finale bedeutete. Dabei ging der nach dem Start zunächst drittplatzierte Hansen volles Risiko. Er zog in der dritten von vier Runden mit Vollspeed haarscharf am Franzosen Mathieu Tresarrieu vorbei und konnte den Vorsprung bis zur Ziellinie verteidigen.
