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Gesundheit im Nordwesten Darum nimmt die Zahl der Krankschreibungen weiter zu

Jeversches Wochenblatt
Die Zahl der Krankmeldungen sind in Wilhelmshaven und der Region weiter gestiegen. Das geht aus dem aktuellen Gesundheitsreport der DAK hervor.

Die Zahl der Krankmeldungen sind in Wilhelmshaven und der Region weiter gestiegen. Das geht aus dem aktuellen Gesundheitsreport der DAK hervor.

DPA/Marijan Murat

Wilhelmshaven/Friesland - Der Krankenstand in Wilhelmshaven und der Region Nordwest ist im ersten Halbjahr 2023 weiter gestiegen. Die Beschäftigten in der Region hatten 47 Prozent mehr Fehltage als im Vorjahreshalbjahr. Mit 6,4 Prozent lag der Krankenstand zudem deutlich über dem Landesdurchschnitt (5,8 Prozent). Das geht aus dem aktuellen DAK-Gesundheitsreport hervor. Demnach fallen die Veränderungen in manchen Altersgruppen stärker ins Gewicht als in anderen. Insgesamt haben Fehltage aufgrund von Atemwegsproblemen und Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems besonders zugenommen, Arbeitsausfall durch Corona ist hingegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ein Sechstel zurückgegangen. Der hohe Krankenstand verschärfe laut Bericht die Situation für Beschäftigte in Berufen mit hohem Personalmangel weiter.

„Wir informieren regelmäßig über den Krankenstand in Wilhelmshaven und der Region Nordwest“, sagt Anne Bakker, Leiterin der DAK-Gesundheit in Wilhelmshaven. Dafür wertet die Kasse die Krankschreibungen aller Beschäftigten aus, die bei ihr versichert sind.

„Unsere aktuelle Halbjahresanalyse für 2023 zeigt, dass die Fehlzeiten auch nach dem Ende der Pandemie ein wichtiges Thema für die Unternehmen und Betriebe vor Ort bleiben“, so Anne Bakker. „Ein Krankenstand von 6,4 Prozent bedeutet immerhin, dass von 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an jedem Tag von Januar bis Juni insgesamt 64 krankgeschrieben waren.“

In fast allen Bereichen sind die Krankheitsstände gestiegen

In fast allen Bereichen sind die Krankheitsstände gestiegen

Mehr Atemwegsprobleme und Rückenschmerzen

Die meisten Ausfalltage gingen im ersten Halbjahr 2023 auf das Konto von drei Erkrankungsgruppen: An erster Stelle standen Atemwegserkrankungen wie Erkältungen und Bronchitis. In dieser Gruppe stieg die Zahl der Fehltage um 103 Prozent, von 121 auf 246 Tage je 100 Beschäftigte. Aufgrund von Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems wie etwa Rückenschmerzen waren DAK-versicherte Beschäftigte im ersten Halbjahr ebenfalls häufig krankgeschrieben (241 Fehltage je 100 Beschäftigte). Hier erhöhte sich der Arbeitsausfall um 42 Prozent. Viele Fehltage verursachten auch die psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Angstzustände. Das Plus betrug hier 78 Prozent. Rückläufig waren dagegen die Fehlzeiten durch Corona: Sie sanken um ein Sechstel (16 Prozent) von 39 auf rund 33 Fehltage je 100 Beschäftigte.

Mindestens eine Krankschreibung

Mehr als die Hälfte der Beschäftigten hatte im ersten Halbjahr mindestens eine Krankschreibung (56,9 Prozent). Das waren wesentlich mehr als im Vorjahreshalbjahr (34,1 Prozent). Bei den jungen Erwerbstätigen bis 30 Jahren war die Steigerung der Krankschreibungen mit einem Plus von 184 Prozent besonders deutlich. Auf 100 Beschäftigte kamen in dieser Altersgruppe insgesamt 177 Krankschreibungsfälle. Bei den über 50-Jährigen waren es mit 92 Fällen je 100 Beschäftigte wesentlich weniger. Allerdings sind ältere Erwerbstätige dafür eher von langwierigen Erkrankungen betroffen wie etwa Bandscheibenvorfällen oder schweren Depressionen. Für ihre Altersgruppe zeigt die Analyse deshalb zwar weniger Fälle, aber insgesamt mehr Fehltage.

Gesundheitsrisiko Personalmangel

Die DAK-Gesundheit hat in einer Sonderanalyse gemeinsam mit dem IGES Institut in Berlin auch die Auswirkungen von Personalmangel auf den Krankenstand untersucht und dafür eine repräsentative Forsa-Befragung beauftragt. Demnach erleben im Bundesland Niedersachsen 44 Prozent der Beschäftigten regelmäßig Personalmangel in ihrem Arbeitsumfeld. Das führt zu einem starken Leistungs- und Termindruck, zu Überstunden und zu einem Verzicht auf Pausen.


In der Folge berichten die Betroffenen von allgemeiner Erschöpfung (56 Prozent), von Schlafstörungen (35 Prozent) und Kopfschmerzen (22 Prozent). Sie geben solche Beschwerden wesentlich häufiger an als Beschäftigte ohne Personalnot. „Wir müssen die Situation von Menschen, die unter Personalmangel arbeiten, besonders im Blick behalten. Es zeichnet sich schon jetzt ab, dass sich die damit verbundenen Belastungen auf den Krankenstand auswirken“, sagt Anne Bakker. „Firmen und Betriebe in Niedersachsen sollten auch im eigenen Interesse verstärkt auf den Gesundheitsschutz ihrer Mitarbeitenden achten und weitere Ressourcen ins Betriebliche Gesundheitsmanagement investieren“, so Bakker.

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