Neustadtgödens - Die Kasse ist leer. Noch macht das dem Förderverein für die beiden historischen Mühlen in Neustadtgödens keine großen Sorgen – wie schnell sich das ändern kann, weiß aber wohl jeder, der ein altes Gebäude betreut.
Mühlen funktionieren
Im Augenblick überwiegt noch die Freude, denn beide Mühlen sind funktionstüchtig. Der Förderverein besteht nun seit 20 Jahren und in dieser Zeit ist es dem Verein gelungen, insgesamt rund eine halbe Million Euro zusammenzubringen, um die nötigen Sanierungen vorzunehmen. „Am Erfolg haben vor allem die freiwilligen Müller einen großen Anteil, denn sie haben hier jede Menge ehrenamtliche Arbeit eingebracht“, lobte die Vorsitzende des Vereins jetzt bei einer Versammlung. Zuletzt sind bei der Wasserschöpfmühle auf dem Wedelfeld neue Segel eingesetzt worden, in Kürze ist der Austausch der kleinen archimedischen Schraube und des Schraubentrogs nötig, rund 84.000 Euro sind dafür nochmal fällig. Die Finanzierung steht, es fließen Zuschüsse aus verschiedenen Förderprogrammen und Stiftungen, der Rest sind Eigenmittel – doch danach ist die Kasse leer.
Die Wedelfeldmühle zeigt, wie früher das Land entwässert wurde.
Annette Kellin
Die Mühle in Oberahm bietet zum Mühlentag immer ein buntes Programm.
Annette KellinMan müsse sich nun überlegen, wie es weitergehen soll, sagte Schlieper. Es war mal der Beschluss gefasst worden, dass die Mühlen tatsächlich als industrielle Denkmäler erhalten bleiben sollen: hier wird Korn verarbeitet (Peldemühle in Oberahm) und das Land entwässert (Wasserschöpfmühle Wedelfeld). Veranstaltungen wie Lesungen, Konzerte und ähnliches waren abgelehnt worden. „Wir wollen keinen kulturellen Treffpunkt mit Mühle drumherum, sondern wirklich Mühle pur“, so hatten es die Müller mal formuliert.
Neues Konzept möglich
Heute sieht man das etwas anders, zumal auch an der Oberahmer Peldemühle ein Mühlenbetrieb nicht mehr möglich ist: Grund dafür sind die Bäume, zumeist auf privaten Grundstücken und an der Sanderahmer Straße, die enorm in die Höhe geschossen sind und den Wind nicht mehr durchlassen, so dass die Mühle nur noch in seltenen Ausnahmefällen dreht. Derzeit wird also überlegt, das Konzept doch noch zu verändern und auch kulturelle Veranstaltungen ins Programm aufzunehmen. Da darf man also gespannt sein.
