Jever - Passend zum Deutschen Mühlentag am Pfingstmontag ist das neue Anschauungsstück der Schlachtmühle einsatzbereit: Das Gaffelrad. Der seltsame Name kommt von den kleinen Klemmen, die auf der Außenseite des Rads befestigt sind. Mit einem Seil lässt sich das Rad drehen, dass eine Kette einzieht, an dem ein Getreidesack hängt. „Viele haben die Vorstellung vom Müller, der die Getreidesäcke über der Schulter buckelt“, beschreibt Holger Krahe vom Arbeitskreis Schlachtmühle im Jeverländischen Altertums- und Heimatverein. In Realität gab es jedoch damals schon Vorläufer vom heutigen Kran, einer davon ist das Gaffelrad. Durch das Rad konnte man so die schweren Säcke in die Mühle holen. „Die meist 100 Kilogramm schweren Säcke lassen sich so mit Leichtigkeit hochziehen“, erläutert Krahe.
Das Rad hat der Arbeitskreis in einer Ecke der anliegenden Scheune gefunden. Die Schlachtmühle selbst hat aber einen automatischen Hebemechanismus, der mit Wind betrieben wird. Hier kam es also nicht zum Einsatz. Krahe vermutet, dass das hölzerne Rad von einem der umliegenden Gebäude der Schlachte stammt.
Das Gaffelrad der Schlachtmühle Jever konnte passend zum Mühlentag am Pfingstmontag in Betrieb genommen werden. BILD: Sabrina Holthaus
Besucher des Mühlentags können sich an diesem neuen Ausstellungsstück ausprobieren und selbst den befestigten Sack hochziehen. Dazu warten die Organisatoren mit einem vielseitigen Programm auf.
„Das größte Fest“
„Der Mühlentag ist für uns das größte Fest im Jahr“, berichtet der freiwillige Müller Edzard de Buhr. Das Fest finde bereits zum 11. Mal statt und habe somit Tradition. Um 11 Uhr geht es mit einem ökumenischen Freiluftgottesdienst vor der Mühle los. Musikalisch wird dieser von Bläsern aus der Region begleitet. Neben Führungen gibt es viele Aktionen zum Mitmachen. Kinder können mit den historischen Kinderfahrzeugen des Vereins fahren, Springseile drehen oder sich in der Töpferwerkstatt kreativ auslassen. Ein historischer Trecker wird auf dem für das Fest abgesperrten Bereich des Hookswegs seine Runden drehen. Für Kunstliebhaberinnen und Liebhaber gibt es zudem eine Freiluftausstellung unter Beteiligung des Künstlerforums. Zum Fest eingeladen seien alle, die Interesse an der Technik haben. „Sowohl Ältere, die die Vorgänge der Mühle noch aus ihrer Kindheit kennen, als auch die Kleinen, die noch nie etwas Vergleichbares gesehen haben“, so de Buhr.
Beim Mahlen zuschauen
Auch bei der Accumer Mühle fiebert man auf den Mühlentag hin, wie der erste Vorsitzende des Mühlenvereins, Hermann Pille mitteilt. Bei den Führungen werden die freiwilligen Müller vorführen, wie früher Mehle, Haferflocken und verschiedene Getreideschrote hergestellt wurden. Das Backhaus öffnet seine Türen, um die Besucher mit frisch gebackenen Kuchen und Brot zu versorgen.
Für Klein und Groß wird es mit zwei Hüpfburgen und Outdoorspielzeugen reichlich Bewegungsangebote geben. Zudem stellen sich an der abgesperrten Straße „An der Mühle“ Vereine der Region vor. Darunter sind beispielsweise die BRH Rettungshunde aus Wilhelmshaven, das Technische Hilfswerk Wilhelmshaven mit seinem anschaulichen Einsatzfahrzeug und ein ansässiger Imker mit frischem Honig. Pille: „Der Mühlenverein Accum freut sich auf viele Gäste und darauf, seine Freude an der Mühle mit ihnen zu teilen.“
