Jever/Schortens/Sande - Die Orkane und Stürme der vergangenen Tage haben allein im Jeverland für unzählige umgestürzte Bäume gesorgt. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz, um Straßen von entwurzelten oder am Stamm gebrochenen Bäumen und dicken Ästen zu befreien. Auch in öffentlichen Parks und Gärten und in den Wäldern entwurzelten die Orkane „Ylenia“, „Zeynep“ und deren kleine Schwester „Antonia“ unzählige Bäume. Vielfach kam es auch zu Kronenbrüchen. Nun ist Schadensbegutachtung und Aufräumen angesagt.
Glimpflich davongekommen ist der Schlosspark Jever. Diesmal hielten alle der mitunter sehr alten Bäume der Wucht des Orkans stand. Allerdings sind Wege und Grünflächen übersät mit Geäst und abgebrochenen dicken Ästen. Der Schlosspark bleibt daher mindestens noch einen Tag geschlossen, bis alles aufgeräumt ist und die Bäume kontrolliert sind und eine Gefährdung durch plötzlich herunterfallende Äste auszuschließen ist, berichtet Schlossgärtner Thomas Werner.
Dicke Äste fallen herab
Größere Schäden hat der Orkan allerdings im Klosterpark in Schortens und in der Schonung Branterei angerichtet, berichtet Bauamtsleiter Frank Schweppe. Etliche Bäume seien entwurzelt und umgestürzt und Kronen gebrochen. „Wir müssen uns erst mal einen genaueren Überblick verschaffen, aufräumen und und Gefahren beseitigen - das wird ein paar Tage dauern.“
Weil es immer noch weht, könnten einzelne Böen durchaus querhängende und im Geäst verhedderte abgebrochene Äste lösen, die dann unvermittelt herabfallen. „Die Gefahr in Parks und Wäldern sollte man nicht unterschätzen“, so Schweppe. Der Klosterpark ist mit Hinweisen auf diese Gefahr zurzeit auch für Besucher gesperrt. Was nicht bedeutet, dass sich alles daran halten: Etliche Spaziergänger , die ihre Hunde ausführen, ignorieren die Hinweise. Die Behörden appellieren daher an alle Bürger, Parks und Wälder in den kommenden Tagen aus Sicherheitsgründen nicht zu betreten.
Keinen Halt im Boden
Arg erwischt hat es auch das Sander Wäldchen mit dem angrenzenden Friedhof. Dutzende Fichten und Laubbäume fanden in dem aufgeweichten Boden und im Sturm keinen Halt mehr und kippten um. Viele Gräber sind übersät mit Ästen oder ganz unter umgestürzten Bäumen begraben. Noch schlimmer sieht es im angrenzenden Wäldchen aus: auch hier hat es nicht nur alte und kranke Bäume erwischt, sondern augenscheinlich auch viele kräftige und gesunde Bäume, deren Wurzeln im weichen und nassen Boden dem Orkan nichts entgegenzusetzen hatten.
„Es sind viele Bäume umgestürzt und auf den gesamten Flächen gibt es große Wasserflächen. Es tut einem in der Seele weh“, schreibt Konrad Sieg vom örtlichen Naturschutzbund. Viele Bäume hängen halb entwurzelt und halb umgestürzt „in der Luft“, nur noch gehalten von anderen Bäumen. Auch hier muss nun aufgeräumt und durchforstet werden. Nicht nur das Wäldchen sollte vorerst nicht betreten werden, auch auf einen Friedhofsbesuch sollte man in den nächsten Tagen besser verzichten. Etliche Wege sind mit rot-weißem Flatterband gesperrt.
