Wangerland - Hilfseinsatz für die Tiere: Am Mittwochnachmittag ist ein fünfköpfiges Team von Tier-Notruf.de aus dem Wangerland in Richtung Türkei aufgebrochen, um nach dem schweren Erdbeben im türkisch-syrischen Grenzgebiet vor gut zweieinhalb Wochen den dortigen Tieren zu helfen. Zunächst wird der Weg die Helfer in die Eifel führen. Von dort geht es im Konvoi mit drei weiteren Fahrzeugen weiter in die Türkei.
Medizinische Notfallversorgung
Unter den Einsatzfahrzeugen befindet sich auch ein Tierrettungswagen, um zusammen mit einem mitreisenden Tierarzt die medizinische Notfallversorgung vor Ort übernehmen zu können, teilt Jörg Schlüter vom Tier-Notruf.de im Wangerland mit. In den weiteren Fahrzeugen werden Materialien für das Basiscamp sowie weitere Hilfsgüter transportiert. Möglich mache den Einsatz die neue Kooperation mit dem Deutschen Tierschutzbund, dem der Tier-Notruf.de als einzige eigenständige Tierrettung neben dem Verband „Bundesarbeitsgemeinschaft Rettungshundeführender Vereinigungen e.V.“ (BAG-RHV) angehöre.
„Unsere ehrenamtlichen Helfer werden, so wie es aussieht, sieben Tage im Einsatz sein, wobei schon die An- und Abreise bei rund 3700 Kilometern Fahrtstrecke circa zwei Tage dauern wird“, so Schlüter. Bereits im Vorfeld erläuterte Einsatzleiter Maik Lampert von der BAG-RHV den freiwilligen Helfern, die sich für ihren Einsatz Urlaub genommen haben, in einem Online-Meeting Details zum Einsatz. Jörg Schlüter ist sich sicher: „Dies lässt darauf schließen, dass es kein einfacher Einsatz werden wird, der neben den Strapazen der Fahrt auch eine hohe mentale Belastung aller Teilnehmer mit sich bringen wird“.
Großes Einsatzgebiet
Der Tier-Notruf.de sei laut Schlüter aktuell die größte Tierrettung in Deutschland. Mit einem Einsatzgebiet von Emden bis Schwerin über Bremen, Hamburg und ganz Schleswig-Holstein sowie einem weiteren Standort im Ruhrgebiet kümmern sich rund 80 Ehrenamtliche um verletzte Haustiere sowie – je nach vertraglichen Absprachen – auch um Fund- und Wildtiere. Daneben betreibt der Tier-Notruf.de unter der kostenfreien Rufnummer 0800/1111515 eine bundesweite Notrufzentrale und betreibt eine Drohnenstaffel, die mit fünf Flug- sowie einer Tauchdrohne nach vermissten Personen und Tieren sucht und damit auch die Polizei überregional bei der Personensuche unterstützt. Zudem steht die Drohnenstaffel, deren Einsätze grundsätzlich kostenfrei sind, auch für die Kitzrettung zur Verfügung und kann durch Landwirte und Jagdpächter angefordert werden.
