Jever - Kritik an der Organisation des kommunalen Wettbewerbs „Köpfchen statt Kunststoff“ gab es in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Kultur, Tourismus, Freizeit, Sicherheit und Ordnung von Christina Haartje-Graalfs (SPD). Die Aktion „Bonus für Behälter“ hätte anders und breiter aufgestellt werden können, erklärte Haartje-Graalfs. Anregungen für einen Verbesserungsvorschlag lieferte sie allerdings nicht mit. Ziel des Wettbewerbs des BUND-Landesverbands Niedersachsen in Kooperation mit dem Niedersächsischen Städtetag ist, auf Ausmaß und Auswirkungen des Kunststoffkonsums aufmerksam zu machen, sowie auf Möglichkeiten, den Gebrauch von Kunststoff zu reduzieren oder zu vermeiden.
Projekt auf Wochenmarkt
Als Projekt wurde dazu der Wochenmarkt in Jever ausgewählt. Die Wochenmarkteinkäufer wurden animiert, eigene Taschen oder Behälter zum Einkaufen mitzunehmen. Christina Haartje-Graalfs sagte dazu, dass sie sich mehr von der Aktion erhofft habe. Die viermonatige Aktion lief von Februar bis Mai, einer relativ wenig frequentierten Marktzeit. Lediglich ein Wochenmarktbeschicker beteiligte sich nicht an der Aktion.
Pro eingesparter Verpackung gab es von den Marktbeschickern einen Stempel in das Kunden-Bonusheft, das mit 1200 Stück auf dem Wochenmarkt verteilt wurde. 16.000 Euro hielt die Stadt dafür im Haushalt bereit, davon entfielen 4830 Euro für Nebenkosten wie Material und Werbung. Insgesamt wurden 483 volle Bonushefte gegen einen Gutschein von 10 Euro eingetauscht. Diese Einkaufsgutscheine von Jever Aktiv waren in mehr als 40 Betrieben einlösbar.
50-prozentiger Erfolg
Wenn auch Jever nicht in der Siegerliste des Wettbewerbs auftrat, so wurde wieder ein Meilenstein gesetzt, in Jever die Nachhaltigkeit weiter zur stärken. Fazit nach Abschluss der Aktion aus einer Befragung der Stadt auf dem Wochenmarkt: Ein 50-prozentiger Erfolg, den die Marktbeschicker bescheinigten. Bedauerlicherweise, so auch der Tenor der Marktbeschicker, sei die Hälfte der Einkäufer wieder in den alten Trott verfallen und lasse sich die Einkäufe in die Plastiktüten und Einwegbehälter der Marktstände einpacken.
Nach Rücksprache mit Bürgermeister Jan Edo Albers setzt sich die Stadt Jever an verschieden Stellen (zum Beispiel auf den eigenen Festen und in Zusammenarbeit mit der Gastronomie) für die Vermeidung von Plastik ein. Er hofft, dass es insgesamt gelingt, dass Bewusstsein der Menschen in Jever für diese Thematik zu schärfen.
