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NWZonline.de Region Friesland

Neue Regeln fürs Segeln?

27.05.2017

Wangerooge /Horumersiel Das Thema Segelsport und Naturschutz bot in den vergangenen Jahren wenig Anlass für Kontroversen. Die Sportschifffahrt hatte sich mit der Drei-Stunden-Regel, die das Befahren des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer gesetzlich regelt, arrangiert. Nun scheinen alte Gegensätze wieder aufzubrechen: Die beabsichtigte Änderung der geltenden Verordnung sorgt an der Küste und auf den Inseln für Unruhe unter den Freizeitkapitänen.

Die bestehende Befahrensverordnung wurde 1992 erlassen. Nachdem inzwischen der Nationalpark durch Einbeziehung des Küstenmeeres räumlich vergrößert wurde, gibt es Bestrebungen, den Geltungsbereich, der sich auf die seinerzeitigen Abgrenzungen der drei Nordsee-Nationalparks, bezieht, anzupassen.

Zuletzt wurde der Niedersächsische Nationalpark 2010 neu abgegrenzt. Nach Ansicht von Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) hätten sich außerdem einzelne Regelungen als in der Praxis schwer handhabbar (sprich: kontrollierbar) erwiesen. Deshalb will man die Drei-Stunden-Regel kippen und Sperrgebiete neu festlegen. Das geht aus einer Kleinen Anfrage hervor, die der CDU-Landtagsabgeordneten Björn Thümler (CDU) aus Berne an die Landesregierung gerichtet hat.

Aufgeschreckte Segler

„Vor diesem Hintergrund bemühen sich die Länder Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen gemeinsam bereits seit rund 15 Jahren um eine Novellierung der Befahrensverordnung. Ein erster Vorstoß beim damaligen Bundesministerium für Verkehr führte jedoch nicht zum Erfolg. Derzeit erscheint eine neue Initiative höhere Chancen auf Verwirklichung zu haben, denn das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur als Verordnungsgeber hat vor dem Hintergrund von Schutzbedürfnissen in der AWZ (Allgemeine Wirtschaftszone in der Deutschen Bucht) offenbar ein Eigeninteresse zur Anpassung der Verordnung“, antwortete Umweltminister Wenzel.

Die geplante Änderung hat indes Kreise der Wattsegler aufgeschreckt. Zwar hat die Nationalparkverwaltung Niedersachsen mehrfach und zuletzt auf dem Seglertag im März 2017 in Hannover dem Wassersport umfassende Information und Beteiligung zugesagt - dennoch nimmt die Skepsis hinsichtlich der künftigen Regelung zu.

Die Unsicherheit wird genährt durch das Fehlen nautisch exakten Kartenmaterials. Es ist nämlich noch nicht bekannt, wo genau die ganzjährig gesperrten Robben- und Vogelschutzgebiete sowie Seegraswiesen liegen sollen.

So bleibt die Gemengelage unübersichtlich. Am 15. Juni kommt es in Fortsetzung des vor zwei Jahren eröffneten Dialogs zwischen Wassersport und Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven zu einem Treffen. Dort will die NPV den zwischen den Ländern Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg abgestimmten Entwurf für das Bundesverkehrsministerium zur Anpassung der Befahrens­ordnung vorstellen.

Nach Ansicht des Soltwaters e.V., der Interessenvertretung der Wattfahrer, werden die geplanten Maßnahmen die Sicherheit der Wattfahrt mit kleinen Booten erheblich beeinträchtigen. „Sichere Seemannschaft im Watt wird dadurch schier unmöglich gemacht“, kritisiert 1. Vorsitzende Iris Bornhold aus Berne/Unterweser. Der Verein hält die Forderungen für völlig überzogen; damit dürfte das Wattenrevier künftig nur noch sehr eingeschränkt befahren werden.

Guter Kompromiss?

Nach einem Grundsatzpapier, das Soltwaters im April aktuell veröffentlicht hat, waren 1980 sieben Einzelflächen gesperrt. Mit der Befahrensregelung von 1982 wurden daraus allein in Ostfriesland 29 Einzelflächen. Die jetzt zusätzlich geplanten Flächen würde die Zahl der Sperrgebiet auf 54 erhöhen, listet der Verein auf.

Der Segler-Verband Niedersachsen (SVN) hingegen hat bisher die Ansicht vertreten, mit dem vor 15 Jahren erzielten Kompromiss könne man leben. Gleichwohl gibt es aktuell Bestrebungen, sich diesen Entwurf nochmals im Detail anzuschauen. Eine Arbeitsgruppe des SVN geht in diesem Wochen diese Herkulesaufgabe an. Ob sich die Zielrichtung des Verordnungsentwurfs ändern lässt, wird von einigen Funktionären des Segelsports bezweifelt.

Zu frisch ist die Erinnerung an die rüde Art und Weise, wie Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) kürzlich bei einem anderen Gesetzentwurf mit Bedenken der Traditionsschiffer umgegangen ist: Er hat sie schlicht ignoriert.

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