Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Neue Schulbezirke in Jever Grundschulen sollen gleichmäßig ausgelastet sein

Die Grundschule Harlinger Weg, die ab dem kommenden Jahr voraussichtlich auch einige Rahrdumer Kinder besuchen werden.

Die Grundschule Harlinger Weg, die ab dem kommenden Jahr voraussichtlich auch einige Rahrdumer Kinder besuchen werden.

Natalia Vershko

Jever/Cleverns - Wenn Schulbezirke neu definiert werden und Kinder eines Bezirks dann nicht die Grundschule besuchen können, die die bisherige Satzung dafür vorgesehen hatte, gibt es Stress mit den Eltern. Das weiß im Rat und in der Verwaltung der Stadt Jever jeder, und genau so ist es am vergangenen Donnerstag auch eingetreten, als der Schulausschuss über die neue Satzung der Schulbezirke zu beraten und abzustimmen hatte. Einige Eltern – vor allem von den Änderungen im Bereich Rahrdum Betroffene – waren erschienen und meldeten sich zu Wort. Heiko Klein, Elternsprecher der Clevernser Kita „Steppke-Huus“ wehrte sich in der Einwohnerfragestunde im Namen betroffener Kita-Eltern vergeblich gegen den neuen Zuschnitt, der zur Folge haben wird, dass einige Rahrdumer Kinder im kommenden und im folgenden Jahr vom Kindergarten Cleverns zur Grundschule Harlinger Weg wechseln müssen. Am Ende befürwortete der Ausschuss mehrheitlich mit einer Gegenstimme die Beschlussvorlage.

Gleichmäßige Auslastung sichern

Die Beschlussvorlage sieht vor, dass aufgrund der Anmeldezahlen in Cleverns und am Harlinger Weg die Bezirke geändert werden, um eine „eine den Verhältnissen angepasste gleichmäßige Auslastung der drei Grundschulen zu gewährleisten“. Ohne diesen Schritt laufe die Grundschule Cleverns Gefahr, in einigen Jahrgängen zweizügig zu werden, und dafür ist diese Schule baulich nicht ausgelegt. Der Einzugsbereich der Grundschule Cleverns soll um den Pommernweg, den Lausitzer Weg, den Clevernser Schulweg (bis zur zweiten Einmündung Pommernweg, Hausnummern 5 und 6b), den Masurenweg und den Ostpreußenweg reduziert und der Einzugsbereich der Grundschule Harlinger Weg entsprechend vergrößert werden.

Gute Konzepte an allen Schulen

Heiko Klein führte einiges ins Feld, auch den Verdacht, dass es anderen Schule darum gehen könnte, genug Schüler zu haben. Er argumentierte auch damit, dass die Grundschule Cleverns und der Kindergarten ein pädagogisch abgestimmtes Konzept für einen sanften Übergang von der Kita zur Schule habe.

Ressortchef Manfred Meile machte für die Verwaltung deutlich, dass er das Unbehagen der Eltern verstehe und absolut ernst nehme. Aber ein gutes pädagogisches Konzept gebe es an allen drei Grundschulen, und es sei nicht möglich, aufgrund der Schülerzahl in Cleverns Fachräume aufzugeben. Die Erfahrung habe allerdings auch gezeigt, dass der Schulbesuch Rahrdumer Kinder im Harlinger Weg völlig unproblematisch sei. Das bestätigten auch die übrigen Ausschussmitglieder. Gleichwohl, da ist man sich in Politik und Verwaltung einig, müsse die Situation in jedem Jahr neu betrachtet und bewertet werden.

Die Clevernser Schulleiterin Carina Janßen kritisierte in der Sitzung, dass die Stadt der Presse die Beschlussvorlage vorab zugänglich gemacht habe. Unserer Redaktion warf sie vor, so berichtet zu haben, als sei alles schon beschlossen. Die Berichterstattung habe Eltern verunsichert. Die Schulleiterin irrte sich aber mit ihren Vorwürfen. (Siehe Infobox)

Ratsinformationssystem für alle

Die Leiterin der Grundschule Cleverns, Carina Janßen, hat die Stadtverwaltung dafür kritisiert, dass diese der Presse eine Mitteilung zur Beschlussvorlage über geplante neue Schulbezirke zugänglich gemacht habe, bevor mit den Schulleitungen darüber gesprochen worden sei. Das stimmt nicht. Unsere Redaktion hat sich einer öffentlichen Quelle bedient, die aus gutem Grund allen Bürgerinnen und Bürgern, Eltern und Politikern zur Verfügung steht, dem öffentlichen Teil des Ratsinformationssystems auf der Homepage der Stadt Jever. Dort ist der Sitzungskalender des Rates und der Ausschüsse einzusehen, und sofern bereits erarbeitet, finden sich dort jeweils auch die entsprechenden Beschlussvorlagen und Anträge. Dies dient der Transparenz der Politik und der Bürgerbeteiligung. Die Redaktionen nutzen das Ratsinformationssystem, auf das auch Schulleitungen ungehinderten Zugriff haben, um auf interessante Inhalte einer bevorstehenden Sitzung hinzuweisen. Beschlussvorlagen werden nicht im Vorfeld einer Sitzung als Pressemitteilung versandt.

Die Redaktion hat natürlich nicht so berichtet, als sei alles schon beschlossene Sache. Denn Fachausschüsse beschließen so gut wie nie und das wissen Journalisten durchaus: Diese Gremien beraten Themen und stimmen darüber ab, was jeweils etwa einer Befürwortung oder Ablehnung entspricht. Entscheidungen werden vom Verwaltungsausschuss und vom Rat gefasst, die Beschlussvorlagen sind Vorschläge der Verwaltung, die in jeder Phase der Gremienarbeit verändert, vertagt oder gestrichen werden können.

Christoph Hinz
Christoph Hinz Lokalredaktion, Jeversches Wochenblatt
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Sie geben Orientierung im Evangelischen Krankenhaus (v.l.) Andreas Hoppe, Elli Fitzner, Gertrud Wessel-Terharn und Pastorin Anke Fasse.

EVANGELISCHES KRANKENHAUS IN OLDENBURG Sie geben Orientierung und Sicherheit im Krankenhaus-Dschungel

Anja Biewald
Oldenburg
Kommentar
Oliver Braun

ZUR ABSAGE DES DEMOKRATIEFESTES IN SCHORTENS Ideologiebefreit Probleme lösen

Oliver Braun
Verfolgt seinen Plan: Oldenburgs Cheftrainer Pedro Calles (links) spricht mit Deane Williams.

VOR AUSWÄRTSSPIEL IN ULM Baskets-Coach Pedro Calles blendet Rennen um Platz acht aus

Niklas Benter
Oldenburg
Meinung
Landwirte protestieren am Rande einer Veranstaltung der Grünen. Die Ampel zieht viel Kritik auf sich.

FORDERUNGSKATALOG AUFGESTELLT Darum sind die Landwirte weiterhin wütend auf die Politik

Stefan Idel Büro Hannover
Hannover
Ein Mann zündet sich einen Joint an. In der Umgebung von Schulen und Spielplätzen ist das Kiffen in Niedersachsen weiterhin verboten. Doch wer kontrolliert die Einhaltung?

TEIL-LEGALISIERUNG IN NIEDERSACHSEN Städte und Gemeinden fordern Klarheit und Unterstützung bei Cannabis-Kontrollen

Christina Sticht (dpa)
Hameln