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NWZonline.de Region Friesland

Kleinod In Friesland: Verzaubert vom Neuenburger Holz

12.08.2017
NWZonline.de NWZonline 2017-08-14T08:53:09Z 280 158

Kleinod In Friesland:
Verzaubert vom Neuenburger Holz

Neuenburg/Bockhorn/Zetel Alles fing an, als die Gemeinde Zetel vor zehn Jahren die Bäume am Waldeingang beim Friedhof in Neuenburg gefällt hat. „Da sind wir auf die Barrikaden gegangen. Wir konnten es nicht verhindern, aber wir wollten, dass so etwas nicht noch mal passiert“, sagt Gert Müller. Er ist der Vorsitzende des Vereins „Freunde des Neuenburger Holzes“. Seit zehn Jahren setzen sich die Mitglieder um den aktiven Vorstand mit Gert Müller, Andrea Hicken und Rolf Rochau für das Neuenburger Holz ein. „Es geht uns darum, den Wald in der Öffentlichkeit präsenter zu machen“, sagt Gert Müller. Denn die Einheimischen in der Friesischen Wehde hatten längst den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr gesehen. Das hat sich verändert, seit es die Freunde des Neuenburger Holzes gibt.

Familientag

Einen Aktionstag für die ganze Familie veranstalten die Freunde des Neuenburger Holzes anlässlich des 10-jährigen Bestehens des Vereins am Samstag, 16. September, im und am Vereenshuus an der Urwaldstraße in Neuenburg. Der Aktionstag geht von 13 bis 17 Uhr.

Eine Waldführung mit Waldpädagogin Wibeke Schmidt startet um 13 Uhr. Die Führung dauert etwa zwei Stunden.

Eine Waldrallye für Kinder beginnt um 14 Uhr (bis 16 Uhr). Es gibt Preise zu gewinnen.

Kaffee und Kuchen gibt es ab 15 Uhr im Vereenshuus.

Der Verein veranstaltet jedes Jahr viele Waldführungen, darunter auch Vogelstimmenführungen mit Rolf Rochau und Pilzführungen mit dem Experten Georg Müller, Fledermausführungen und Moorführungen. Mit Kindern entdecken die Vereinsmitglieder bei einer eigenen Aktion im Ferienprogramm der Gemeinde den Wald, und beim monatlichen Stammtisch finden sie immer neue Themen, die sie angehen können, um den Wald zu schützen und seine Bedeutung in der Öffentlichkeit zu stärken.

Auch wenn es am Anfang anders war – mittlerweile arbeitet der Verein mit den Gemeinden Bockhorn und Zetel, mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises und den Niedersächsischen Landesforsten gut zusammen. Dem Verein ist es zu verdanken, dass im Wald neue Holzbänke stehen, dass die Gemeinde Zetel ein umfangreiches Baumkataster angelegt hat und der Urwald in der Beschreibung des Flora-Fauna-Habitatgebiets des Neuenburger Holzes als besonders schützenswert erwähnt ist. Das nächste Ziel: Der Verein möchte, dass die Jagdhütte unter Denkmalschutz gestellt wird. Ob das geschieht, muss das Landesamt für Denkmalpflege noch entscheiden.

Warum liegt Ihnen so viel am Neunburger Holz?

Gert Müller, Vorsitzender

„Ich bin seit 70 Jahren Neuenburger, meine Eltern haben eine Tischlerei betrieben, dort, wo jetzt die Volksbank ist. Mein Vater ist Hans Müller, mein Opa hieß Anton und war der Bruder von Diedrich Müller. Mit Pferd und Wagen haben wir damals die Stämme, die mein Vater im Haberland gekauft hat, zur Rutteler Mühle gebracht. Ich habe schon als kleiner Knirps auf der Gattersäge gesessen.

Oben auf dem Boden lagen in der Tischlerei viele Bretter, und mein Vater hat mit der Hand darüber gestrichen und gesagt, das ist hartes Holz, das ist mildes Holz. Ich habe das auch gelernt und hatte viele Splitter im Finger. Das fühle ich heute noch, was weiches Holz und was hartes Holz ist. Holz gehörte zu unserem Leben einfach immer dazu, und damit auch der Wald.“

Rolf Rochau, Öffentlichkeitsarbeit

„Dieser Wald ist einfach eine Besonderheit, weil dort so viel Totholz liegt und er deswegen so vielen verschiedenen Vögeln einen Lebensraum bietet. Ich bin seit ich denken kann an der Vogelkunde interessiert, und dafür ist dieser Wald einfach wunderbar.

Als ich hier hergezogen bin, hat mich fasziniert, wie viele Schwarzspechte es hier gibt. Aber ich habe auch gemerkt, wie wenig der Wald und die große Vielfalt der Vögel, die darin lebt, in der Öffentlichkeit bekannt ist. Das wollte ich mit meinen Führungen ändern.

Dafür, dass wir hier so nah an der Küste sind, ist es etwas ganz Besonderes, dass wir diesen Wald haben.“

Andrea Hicken, Stellvertreterin

„Ich bin im Jahr 2010 zugezogen. Aufgewachsen bin ich in Horumersiel, und hier in Neuenburg hat mich die Wucht der alten Bäume von Anfang an fasziniert. Ich habe den Wald als Entspannungsort entdecket, an dem ich meine Gedanken und den Stress loslassen kann.

Außerdem fotografiere ich gerne, und der Wald hat einfach immer eine ganz andere Stimmung – morgens fällt das Licht ganz anders als abends, und im Winter gibt der Wald ein ganz anderes Bild als im Herbst. Im Frühling haben wir diese wunderbaren Buschwindröschen. Das ist einfach einmalig.“