Neuenburg - Angelika Haak sitzt auf der Bühne im Vereenshuus Neuenburg in der Kulisse des Theaterstückes „Un baven wahnen Engel“, das der Corona-Krise zum Opfer fiel, und arbeitet an einer Videoinstallation. Der Kunstverein „Bahner“ hat sich entschlossen, die 37. Kunstwoche auch in der Krise stattfinden zu lassen – und auch die Öffentlichkeit zur Abschlusspräsentation am Wochenende einzuladen.
Die fünf Künstlerinnen, die dort derzeit am Thema „Künstlerfilm“ arbeiten, sind froh, dass sie endlich wieder eine Chance bekommen, ihre Kunst zu präsentieren. Sie loben den Mut der „Bahner“, sich mit einem Sicherheitskonzept dem Publikum auszusetzen. „Es ist eine harte Zeit für uns, ich bin froh, dass wir hier ein Forum haben“, sagt Angelika Haak. Die Künstlerin arbeitet an einer Video-Installation, die am Wochenende riesengroß auf dem Bühnenvorhang im Vereenshuus zu sehen sein wird. Sie überlagert die berühmte Totenmaske der „Unbekannten aus der Seine“ mit realen Frauenporträts, die in Form einer Tintenwolke sichtbar werden.
Samstag, 27. Juni: 18 Uhr: Eröffnung der Abschlusspräsentation. Auf dem Vorplatz erläutern die Künstlerinnen ihre Arbeiten; die Gäste können die Künstlerfilme im Innenraum in Kleingruppen ansehen. Das Trio „DrumPanDoo“ unterhält die Gäste ab 17.30 Uhr und 19 Uhr mit Instrumenten aus aller Welt.
Sonntag, 28. Juni: 15.30 Uhr: Eröffnung der Abschlusspräsentation. Auf dem Vorplatz erläutern die Künstlerinnen ihre Arbeiten; die Gäste können die Künstlerfilme im Innenraum in Kleingruppen ansehen. Das „Niehusmann Gitarren-Duo“ unterhält die Gäste ab 14.30 Uhr und 16 Uhr mit Filmmusik.
Die bewegten Bilder als künstlerisches Gestaltungsmittel nutzen auch die anderen vier Künstlerinnen, die mit ihren Laptops in verschiedenen Räumen des Vereenshuus’ arbeiten. Rebecca Blöcher produziert im Obergeschoss einen Animationsfilm, in dem Blätter aus dem neuenburger Urwald im Mittelpunkt stehen. Die Hamburger Künstlerin ist auf internationalen Filmfestivals vertreten und hat während ihrer Zeit in Neuenburg die Zusage für die Teilnahme am Animationsfilmfestival in Hiroshima erhalten.
Die Künstlerin Nanja Heid wird den Ort Neuenburg in Bild und Ton aufnehmen und einen Trickfilm produzieren. Kerstin Gramberg thematisiert in ihrem Animationsfilm das Wattenmeer und Lisa Haselbek nähert sich in ihrer interaktiven Collage dem Thema „Wind“.
Am Wochenende werden die Künstlerfilme in teilweise interaktiven Rauminstallationen im Vereenshuus gezeigt. Und das wegen der Corona-Krise in veränderter Form: Nach der musikalischen Begrüßung werden die Künstlerinnen im Außenbereich ihre Arbeiten vorstellen. Anschließend können die Gäste in kleinen Gruppen im Einbahnstraßensystem einen Rundgang durch das Haus absolvieren, während für die Wartenden draußen Musik gespielt wird.
Die Gäste werden gebeten, für den Rundgang durch die Ausstellung im Vereenshuus eine Maske mitzubringen. Auch werden die Namen der Ausstellungsbesucher erfasst.
