Sande - Seit mehr als einem Jahr ist der Skateplatz in Sande dicht. Jugendlichen und jungen Erwachsenen bleibt nichts anderes übrig, als mit ihrem Skateboard auf Plätze in den Nachbarkommunen auszuweichen. Kinder sind mit ihrem Board hin und wieder auch auf Spielplätzen anzutreffen. Doch das muss bald alles nicht mehr sein, spätestens Ende September soll der Skateplatz in Sande wieder nutzbar sein – dann soll alles neu und richtig schick sein.
Die neuen Hindernisse
Zurzeit sind die Mitarbeiter einer Fachfirma damit beschäftigt, die Obstacles (Hindernisse) fachgerecht aufzubauen. Zuvor hatte eine Tiefbaufirma den Untergrund verdichtet und Gruben für die Fundamente ausgehoben. Im Anschluss hatte der Fachbetrieb übernommen und die Fundamente gegossen, ehe die Teile der Obstacles per Autokran geliefert wurden – ein Part, der dringend noch in den letzten Ferientagen zu erledigen war, denn der Skateplatz grenzt direkt an den Schulhof der Oberschule und war mit dem Autokran auch nur von diesem zu erreichen.
Mittlerweile sind täglich Fortschritte zu beobachten. Es ist bereits gut zu sehen, was am Ende wo stehen wird, eine Bodenplatte stellt die Verbindung zwischen den einzelnen Elementen her. Wenn das Wetter mitspielt, könnten ab Anfang oder Mitte September die ersten Jugendlichen mit ihren Boards auf der Curb, der Quarter-Bank-Quarter, dem Bank-Hip, dem Flat-Rouns-Rail und dem absoluten Höhepunkt des Platzes, der Pyra mit Ledge, beeindrucken. Für eine neue Halfpipe fehlte bisher das Geld, die lässt sich aber noch nachrüsten.
So ist die Anordnung der Obstacles auf dem Skaterplatz in Sande vorgesehen.
Alter Platz marode
Vor rund zwei Jahren nahm Heidi Schmidt vom Bauamt der Gemeinde Sande mit Kerstin Schlage-Pre, Leiterin des Jugendzentrums, sowie einer Gruppe Jugendlicher um Jules Elbing den Platz genauer in Augenschein. Was sie dort sah, gefiel ihr gar nicht. „Je mehr wir uns umsahen, desto deutlicher wurde, dass der Platz komplett marode ist“, erklärte sie damals im Fachausschuss. Dicke Löcher in der Halfpipe, scharfe Kanten an der Curb, offene Rillen an der großen Quarter – überall lauerte Verletzungsgefahr. Kein Wunder, schließlich ist der Platz mehr als 20 Jahre in Benutzung. Sanieren? Das kam nicht in Frage. Es war von Anfang an klar, dass alles neu gemacht werden musste.
Das Bauamt stand im ständigen Austausch mit dem Jugendzentrum und vor allem mit den Jugendlichen. Schließlich sollte ein Platz gebaut werden, der ihren Bedürfnissen und Anforderungen entspricht, damit sie ihn später auch nutzen. Die Jugendlichen sind schon jetzt begeistert. „Ich habe mir die Rampen bereits angesehen – das sieht sehr gut aus, das sagen auch die anderen Skater“, berichtet Jules Elbing auf Nachfrage. Den Skatern kann es gar nicht schnell genug gehen, bis endlich alles fertig ist. Darauf haben sie schließlich auch lange gewartet.
Die Kosten
Die anfänglich kalkulierten 130.000 Euro haben nicht ganz gereicht, der Platz kostet 166.000 Euro. Es wurden Fördergelder eingeworben, rund 17.000 Euro spendierte der Landkreis, knapp 70.000 Euro gab es aus dem Leader-Programm für ländliche Entwicklung des Landes Niedersachsen. Rund 80.000 Euro muss die finanziell klamme Gemeinde Sande selber stemmen.
Zudem baten die Jugendlichen um Spenden – mit Erfolg. 21.770 Euro kamen aus privaten Spenden zusammen, darunter ein größerer Betrag von Angelika Reichelt. Das Spendenkonto ist immer noch geöffnet – und der Wunsch nach der Halfpipe noch nicht aufgegeben. Unter dem Verwendungszweck „Spende Skateranlage“ kann an folgendes Konto bei der Landessparkasse zu Oldenburg gespendet werden: BIC: SLZODE22; IBAN: DE25 2805 0100 0055 3234 55
