Sande - Die Städtebauförderung Neustadtgödens soll über den Förderzeitraum, der nach 15 Jahren zum Jahresende 2023 ausläuft, nicht verlängert werden. Grund ist die deutlich hinter den Erwartungen zurückgebleibene Nachfrage und der inzwischen unproportional große Verwaltungsaufwand. Die Verwaltung empfiehlt dem Rat daher, das Projekt nun auslaufen zu lassen. Der Ausschuss für Bauen, Planen und Umwelt, der nach der Sommerpause nun erstmals wieder zusammenkommt, berät darüber am Montag, 29. August, ab 17 Uhr im Rathaus. Es ist der einzige Pukt auf der Tagesordnung.
Ortsbild bewahren
Der historische Ortskern Neustadtgödens wurde im Jahr 2009 in das Förderprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ aufgenommen. Damit wurde die Möglichkeit eröffnet, unter anderem Maßnahmen zur Sicherung erhaltenswerter Gebäude, historischer Ensembles und Anlagen von geschichtlicher, künstlerischer oder städtebaulicher Bedeutung anzuschieben. Dabei ging und geht es um die Modernisierung und Instandsetzung oder um den Aus- und Umbau dieser Gebäude, außerdem um die Erhaltung und Umgestaltung von Straßen und Plätzen und um Maßnahmen zum Erhalt oder Wiederherstellung des historischen Ortsbildes. Die Förderung privater Sanierungsmaßnahmen stand dabei stets im Vordergrund.
Laut Gemeinde Sande sind seit Aufnahme in das Programm bisher 31 private Sanierungsmaßnahmen wie Fassaden-, Dach- oder Fenstererneuerungen mit einem Kostenvolumen von knapp 500000 Euro durchgeführt worden. Als öffentliche Maßnahmen wurden darüber hinaus die Sanierung der Brückstraße und Paterei sowie Ausgaben wie das Honorar für den Sanierungsträger und Infomaterial und eine Gestaltungsfibel von mehr als 650000 Euro bezuschusst. Die Finanzierung erfolgte zu je einem Drittel durch den Bund, das Land und die Gemeinde Sande.
Rückblickend betrachtet ist die Nachfrage nach Fördermitteln deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben, so Nadine Stamer von der Gemeinde Sande. Der ursprüngliche Finanzierungsplan sah einen Mitteleinsatz für private Maßnahmen in Höhe von 2,15 Millionen Euro vor. Es hat sich herausgestellt, dass private Eigentümer schwer zu motivieren sind, trotz entsprechender Öffentlichkeitsarbeit Maßnahmen durchzuführen.
Zu viel Aufwand
Der Verwaltungsaufwand für die Begleitung und Abwicklung des Programms ist im Verhältnis zur Nachfrage enorm, so Stamer weiter. Dieser Aufwand macht sich auch dadurch bemerkbar, dass der Ansatz für die Inanspruchnahme des Sanierungsträgers, der die Beratungsgespräche sowie die finanzielle und formelle Abwicklung durchführt, bereits deutlich überschritten wurde. Grundsätzlich werden dafür sechs Prozent der Ausgaben für die Sanierung zu Grunde gelegt. In Sande beträgt der Anteil bis heute bereits nahezu 20 Prozent. Dabei hat der Sanierungsträger diesen Aufwand bereits 2019 auf ein Minimum zurückgefahren, die Aufgaben werden stattdessen von Verwaltungsmitarbeitern übernommen. Da wegen der allgemeinen Kostenentwicklung keine Trendwende zu erwarten ist, sollen für das Programm nun die notwendigen Abschlussarbeiten beginnen. Maßnahmen, die noch bis Ende 2023 durchgeführt schlussabgerechnet werden, können noch bezuschusst werden.
