Wangerland/Nordsee - Verbrenner haben auf den Straßen mittelfristig ausgedient – wenn es nach den Vorstellungen des Mellumrats geht, dann gilt das auch für die Freizeitschifffahrt in der Nordsee: Seit einiger Zeit treibt der Naturschutzverein in Kooperation mit dem Bund Umwelt und Naturschutz und finanziert vom Umwelt-Bundesamt das Projekt „WATTfossilfrei“ voran. Das Ziel: 2030 sollen Motorboote und Segelboote im Nationalpark Wattenmeer umgerüstet sein auf alternative Antriebe.
Verbände im Boot
Laut Matthias Heckroth, Geschäftsführer des Mellumrats, dient ein Wechsel von Verbrenner- etwa auf E-Motoren in der Freizeitschifffahrt nicht nur dem Klimaschutz. Neben CO2-Emissionen würden auch Luftschadstoffe, Unterwasserlärm und mögliche Ölverschmutzungen für das Wattenmeer wegfallen. Im Rahmen des Projekts will der Mellumrat mit Vereinen, Hafenbetreibern, Kommunen diskutieren, wie der Ausstieg funktionieren könnte. Mit im Boot sind auch der Seglerverband Niedersachsen, der Motorsportverband und der Landessportbund – die Freizeitskipper selbst stehen dem Vorhaben allerdings eher skeptisch gegenüber.
Skipper skeptisch
Denn: Bootsmotoren haben eine Lebensdauer von 20 bis 40 Jahren und darüber hinaus – warum sollte ein Eigner seinen „Flautenschieber“ vor der Zeit austauschen? „Zumal an der gesamten Nordsee in keinem Hafen eine Ladestation oder entsprechende Infrastruktur für E-Motoren zur Verfügung steht“, sagt Theo Kruse, Fachwart Segeln im Kreissportbund Friesland. Und für Wasserstoff-Motoren schon gar nicht.
Es nennt es „ziemlich verstörend“, dass aus Gründen des Klimaschutzes die Verursacher von 0,1 Prozent der CO
Der Mellumrat räumt ein, der Anteil der Kleinschifffahrt an den gesamten deutschen CO2-Emmissionen ist mit 0,1 Prozent „natürlich nur ein kleines Segment, aber es ist auch ein Beitrag“. Ziel von „WATTfossilfrei“ ist eine freiwillige Selbstverpflichtungserklärung der Freizeitskipper – die soll bereits bei der trilateralen Wattenmeerkonferenz Ende November in Wilhelmshaven stehen.
