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Stadt Schortens bereitet Bürgerbegegnungsstätte für Flüchtlinge vor „Keine Bauzäune in die Begegnungsstätte“

Die Bürgerbegegnungsstätte Roffhausen: Hier sollen in Kürze 26 Flüchtlinge aus der Ukraine einquartiert werden.

Die Bürgerbegegnungsstätte Roffhausen: Hier sollen in Kürze 26 Flüchtlinge aus der Ukraine einquartiert werden.

Oliver Braun

Schortens - Die Stadt Schortens bereitet die Bürgerbegegnungsstätte in Roffhausen als Notunterkunft für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine vor. Voraussichtlich Mitte August sollen in der Begegnungsstätte 26 Flüchtlinge leben – für wie lange, das ist noch völlig ungewiss. Über ihre Pläne informierten Bürgermeister Gerhard Böhling und sein stv. Ordnungsamtsleiter Heiko Klein sowie Bernd Niebuhr als zuständiger Dezernent beim Landkreis Friesland am Dienstagabend die Bürger vor Ort.

Viel Verständnis

Die zeigten viel Verständnis für die Maßnahme, hatten aber auch einige Fragen und Anregungen. Unter anderem zum Zaun rund um die Anlage, der auf sie sehr befremdlich wirke. Tatsächlich vermittele der Zaun den Flüchtlingen, die so Schlimmes durchlitten haben, aber ein kleines Sicherheitsgefühl, erläuterte Niebuhr. Und der sei auch zum Schutz der Kinder nötig, die mit ihren Rädern sonst einfach auf die Straße sausen würden und dort buchstäblich unter die Räder geraten könnten. Allerdings könnten die Menschen das Gelände natürlich auch jederzeit verlassen. Zum Einkaufen, für Spaziergänge, Arztbesuche, was auch immer.

Nachdem es anfangs Probleme mit „grenzwertigen“ nächtlichen und frühmorgendlichen Ruhestörungen gegeben habe, sei inzwischen Ruhe eingekehrt - abgesehen vom Geräuschpegel der spielenden Kinder, an dem sich allerdings keiner stört. Auch Jörg Mondorf von der Polizeiinspektion Wilhelmshaven-Friesland konnte berichten, dass es im Bereich der Notunterkünfte keinerlei polizeilich relevanten Einsätze gab. Viele Bürger regten an, mit Blick auf die spielenden und radfahrenden kleinen Kinder für mehr Sicherheit zu sorgen: „Die kennen die Regeln nicht. Vielleicht wäre eine kleine Verkehrsschule hilfreich.“

Auf völliges Unverständnis stießen Überlegungen, in der BBS mit Bauzäunen und Kunststoffplanen als Raumteiler zu arbeiten. „Da gibt es ja gar keine Privatsphäre“, monierten die Bürger. Das ginge gar nicht. Raumteiler aus Holzplatten oder Schrankwänden seien das Minimum an Standard, so die Forderung. Der Sanitärbereich werde mit Duschcontainern gewährleistet, so Heiko Klein.

Wohnungen gesucht

Der Landkreis hat bereits vor einigen Wochen die benachbarte ehemalige Heinz-Neukäter-Schule in Roffhausen – im vergangenen Jahr das Impfzentrum des Kreises – als Notunterkunft hergerichtet. Ein Sicherheitsdienst kümmert sich dort, die Johanniter sind unter anderem für die Verpflegung zuständig, die Organisation „Jeverland hilft“ unterstützt die Neuankömmlinge nicht nur in Roffhausen beim Zurechtfinden in der für sie fremden Umgebung. Bis Dienstag waren in der alten Schule 41 Menschen, darunter viele Kinder, untergebracht. Niebuhr zufolge seien von der Landesaufnahmebehörde für den den folgenden Tag weitere 25 Flüchtlinge angekündigt worden, die ebenfalls in Roffhausen einquartiert werden sollen. Wird auch das Obergeschoss der Schule genutzt, könnten dort etwa 100 Personen für eine gewisse Zeit unterkommen.


Ziel der Kommunen ist es allerdings weiterhin, privaten Wohnraum anzumieten, betonte Böhling. Doch das werde zunehmend schwieriger – vor allem mit Blick auf die Quote, die Schortens noch zu erfüllen habe. 164 Flüchtlinge muss die Stadt noch aufnehmen. Die Vorgabe stammt noch aus dem letzten August. Sehr wahrscheinlich, dass die Zahl in Kürze aktualisiert und deutlich erhöht wird.

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever
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