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Mal wieder Ärger an der Oberen Menkestraße Warum ein Arzt die Poller nicht absenken darf

Die Gemüter um die absenkbaren Poller an der oberen Menkestraße im Schortenser Zentrum haben sich weitgehend beruhigt. Oder vielleicht doch nicht?

Die Gemüter um die absenkbaren Poller an der oberen Menkestraße im Schortenser Zentrum haben sich weitgehend beruhigt. Oder vielleicht doch nicht?

Oliver Braun

Schortens - Lassen Sie mich durch, ich bin Arzt: An der oberen Menkestraße spielt das offensichtlich keine Rolle, die Poller bleiben oben, da könnte ja jeder kommen. So in etwa hat es der im Ärztehaus an der Menkeststraße ansässige Mediziner Dr. Eike Windau erlebt. Der Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe ist einer von vier ansässigen Ärzten in der oberen Menkestraße. Es sei nicht so selten, dass er einen Rettungswagen rufen müsse, erst vor wenigen Tagen war das für eine Patientin nötig. Hilfreich wäre es in so einem Fall, dass er oder seine Praxismitarbeiterinnen einen Zugriff auf die absenkbaren Poller hätten, damit im Falle eines Falles der Krankentransport zügig vor die Praxis oder von der Praxis ins Krankenhaus fahren kann.

Kein Grund

Eike Windau hat daher bei der Stadt einen Antrag gestellt, um die Möglichkeit zu haben, die Poller im Bedarfsfall abzusenken. „Ich habe einen ausführlichen Antrag mit entsprechenden Begründungen gestellt. Maßgeblich ist hier vor allem die Erreichbarkeit meiner Praxis im Notfall. Bei entsprechendem Rückstau wäre es gut möglich ca. fünf bis zehn Minuten Zeit zu verlieren“, so der Arzt. Doch der Verwaltungsausschuss lehnte seinen Wunsch ab.

Windau nennt mehrere Beispiele, wofür solch ein Zugriff auf die Poller wichtig wäre: Erstens: Er muss eilig zur Praxis, wenn dort akute Hilfe erforderlich wird. Zweitens: Die Rettungswagen haben zwar alle so eine Fernbedienung. „Aber wir wissen doch, dass der Tag X kommt, da steht dann ein Rettungswagen, der keine Zugriffserlaubnis auf die Poller hat oder die Fernbedienung funktioniert nicht.“ Nur für diese Fälle wolle er die Möglichkeit haben, die Poller herunterzufahren. „Das sei von der Politik allerdings nicht als ausreichender Grund angesehen worden, mir eine entsprechende Berechtigung zu gewähren.“

Im Verwaltungsausschuss sei unter anderem darauf hingewiesen worden, dass im Falle eines Notfalls in der Praxis ein Rettungswagen gerufen wird. Ausnahmslos alle Rettungsfahrzeuge des Rettungsdienst Friesland verfügen über einen Zugriff zum Absenken der Sperrpollers. Einziger weiterer Berechtigter sei der Kiosk Henke, der regelmäßig von großen Lkw beliefert wird.

Keine Verkehrsprobleme

Was man inzwischen allerdings auch feststellen kann, ist: Das durch die Absperrung befürchtete Verkehrschaos auf der Alten Ladestraße sowie rund um die Kreuzung Bahnhofstraße und in Teilen der Oldenburger Straße findet bisher nicht statt. Allenfalls im morgendlichen und spätnachmittäglichen Berufsverkehr wird es dort voller – aber das wurde es auch schon vor den Umbaumaßnahmen. Etwas dichter und länger ist die Autoschlange, wenn sich für die Nordwest-Bahn einmal pro Stunde die Schranken auf der Menkestraße schließen. Das kann sich vielleicht alles noch ändern, wenn im nächsten Jahr der neue Bäcker und das Café eröffnet haben und die 18 darüberliegenden Wohnungen bezogen sind.


Bislang sind auf Nachfrage noch keine Schaltzeiten an den Ampelanlagen an der Bahnhofskreuzung verändert worden.

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever
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