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Oberschule in Bockhorn Reiten, Handwerk und Aikido – Schulstart ohne Leistungsdruck


Kurz vor der Abschlussrunde: Die 7a der Oberschule Bockhorn auf dem Hof des Vereins „Tiere für Menschen“.
Josepha Zastrow

Kurz vor der Abschlussrunde: Die 7a der Oberschule Bockhorn auf dem Hof des Vereins „Tiere für Menschen“.

Josepha Zastrow

Bockhorn/Jührdenerfeld - Reiten, Aikido oder doch Handwerk? Die Kinder dreier Klassen der Bockhorner Oberschule hatten eine schwere Wahl zu treffen. Zum Schulstart hat die Schule zusammen mit dem Verein „Tiere für Menschen“ aus Jührdenerfeld drei Projekttage auf die Beine gestellt. Das Programm umfasste Workshops, die die Kinder mit ihren geistigen und körperlichen Fähigkeiten herausfordern. Dafür hat sich das Gelände des Vereines in einen Zeltlager-ähnlichen Abenteuerpark verwandelt.

Kein Leistungsdruck

„Als wir heute Morgen ankamen, brannte schon das Lagerfeuer und die Kinder waren sofort Feuer und Flamme. Da war klar: Heute wird ein besonderer Tag“, berichtet die Schulsozialarbeiterin Jasmin Wittkowski. „Sinn und Zweck der Projekttage ist es, Schule anders zu erleben“, sagt Wittkowski. Außerdem ginge es darum, nach den großen Ferien im Klassenverbund und mit allen Sinnen in den Schulalltag zu starten. Doch nicht nur die Schülerinnen und Schüler profitieren von dem ganzheitlichen pädagogischen Angebot, auch

der neue Co-Klassenlehrer der 7a, Patrick Rische äußert sich begeistert: „Es ist toll, die Kinder nicht unter den Bedingungen von Leistungsdruck kennenzulernen. Hier zeigen sie sich freier und nicht so regelorientiert.“

Zur Auswahl stehen den rund 18 Kindern drei Workshops: Handwerk, Aikido und Reiten. „In allen Gruppen geht es darum, dass die Kinder gemeinsam als Gruppe und im Team entscheiden“, erklärt Wittkowski. So bauen die Handwerker zusammen an einem Projekt, beim Aikido gehen sie sensibel mit dem Kontrahenten um und die Reiterinnen teilen sich zu sechst drei Pferde, erklärt sie weiter.

Talent und Motivation

„Wir bei ,Tiere für Menschen’ arbeiten nach einem ganzheitlichen Konzept“, sagt die erste Vorsitzende des Vereines, Mirjam Beilharz. „Ganzheitlich bedeutet der ganze Körper, der Geist, die Emotionen und der Verstand der Jugendlichen wird angesprochen“, erklärt sie

Der Verein

Gegründet hat sich der eingetragene Verein 1998. Zu dem festen Team gehören neben der ersten Vorsitzenden Mirjam Beilharz auch der zweite Vorsitzende Manfred Janßen, Kassenwartin Carina Rohlhoff und die Projektleiterin Angelina Tannert.

Zwecke des Vereines ist die pädagogische Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen – oft in der Arbeit mit Pferden. Das Ziel ist unter anderem die Stärkung von Bindungen und Beziehungen.

Kontakt: Tiere für Menschen, Jührdenfeldener Straße 15, Bockhorn, per E-Mail unter

oder telefonisch bei Mirjam Beilharz unter Tel. 04458 515.

Öffnungszeiten: Von Montag bis Freitag von 9 bis 13 Uhr und von 14 bis 18 Uhr, am Samstag von 10 bis 13 Uhr.

weiter. Dabei geht es nicht um Leistungsdruck, sondern um wertvolle Erfahrungen, „so können sie ihre inneren Motivationen und Talente entdecken“, sagt sie weiter. Die Diplom-Sozialpädagogin hat jahrzehntelange Erfahrung in der tiergestützten Arbeit und arbeitet als Traumapädagogin in der pferdegestützten Arbeit. Den Verein hat sie 1998 mitgegründet.

Nah am Tier

Besonders im Kontakt mit Pferden lassen sich viele wichtige Erfahrungen machen, sind sich Wittkowski und Beilharz einig. „Das ist besonders, heute haben nur noch wenige die Möglichkeit, Reitunterricht zu nehmen“, sagt Wittkowski, die auf dem Hof selbst schon eine Reit-AG angeboten hatte. So auch bei Finja, die ihre letzte Stunde vor rund neun Jahren hatte und strahlend auf dem Pferderücken sitzt. „Das ist so schön, man fühlt sich so frei“, sagt sie.

„Reiten ist eigentlich das falsche Wort, es geht eher um Begegnung“, sagt Mirjam Beilharz. „Im Kontakt mit dem Tier werden die Jugendlichen auch mit ihren Grenzen konfrontiert und lernen, die zu artikulieren“, sagt sie.

Doch auch das bloße Ambiente des Hofes begeistert die Jugendlichen, „mich haben mehrere Schüler gefragt, ob wir hier übernachten“, berichtet Co-Klassenlehrer Patrick Riche mit einem breiten Lächeln im Gesicht. Auch die Schulsozialarbeiterin Jasmin Wittkowski zeigt sich zufrieden mit dem Projekttag. „Ich hoffe, das wir ein Format finden, in dem wir unsere Zusammenarbeit fortführen können“, sagt sie.

Josepha Zastrow
Josepha Zastrow Redaktion Varel
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