Varel - Nach zweijähriger Corona-Pause hatte die Oldtimer-Interessengemeinschaft Varel am Wochenende zum elften Mal Automobilisten eingeladen, ihre historischen Fahrzeuge zum Vareler Hafen zu lenken. Und so sammelten sich an beiden Seiten des Hafenbeckens alte Autos, Motorräder, Lastwagen und Traktoren. Zu den oft auf Hochglanz polierten Fahrzeugen gesellten sich Massen an Besuchern. Sie schlenderten rund ums Wasserbecken, blieben öfter stehen, um alles ganz genau zu betrachten und kamen auch mit den Fahrzeugbesitzern ins Gespräch.

Für Erfrischung und Stärkung wurde mit Getränken, Eis oder Bratwurst in einem Imbissbereich gesorgt. Die Frauen von der Oldtimer-Interessengemeinschaft boten Kaffee und selbstgebackenen Kuchen an.

Auf der Suche im Internet nach einem Ausflugsziel stieß Familie Schulz aus Oldenburg auf dieses Treffen. Und so fuhren Katja und Jürgen mit ihrem Corvet C1 aus dem Baujahr 1960 erstmals zum Vareler Hafen. Den Wagen hatten sie vor einigen Jahren auf einem Oldtimermarkt gesehen, „Der war tiptop, wir haben uns gleich in ihn verliebt und ihn gekauft.“ Nur das verschlissene Stoffverdeck mussten sie erneuern. Sie machen gern Ausflüge, der Wagen hat schon viel gesehen. Allerdings verbraucht er dabei gut 15 Liter Sprit.

Auch einige Mitglieder des Raststeder Oldtimervereins fuhren in Varel vor. Mit dabei waren Olaf Fröhlich und Rainer Dürigen mit ihren VW Karmann. Sie freuten sich über den strahlenden Sonnenschein am Samstag. „Bei Regen und im Winter dürfen die nicht raus“, sagte Olaf Fröhlich.

Ganz anders nutzen Anke und Hinrich Steinmetz aus Varel ihren Ford A aus dem Baujahr 1930. „Der wird als Alltagsauto genutzt“, berichten sie, „der ist robust gebaut und wird bei Wind und Wetter gefahren“. Für 20 000 Euro kauften sie das Auto vor fünf Jahren und haben bisher nur 1000 Euro für kleinere Reparaturen und den TÜV in ihn investiert. Stammbesucher wunderten sich: „Da stehen ja zwei Hansas“. Zu dem bekannten Hansa P8/26 aus dem Jahr 1924 gesellte sich erstmals auch der ebenfalls in Varel gebaute Hansa Lloyd aus dem Baujahr 1919. Er stand Jahrzehnte bei der Vareler Mühle und war von Wilhelm Papen, Ulrich Indefrey und Claas Penning wieder flott gemacht worden.